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00:27 18.05.2018
Wilhelmsburg

Letzte Chance für unberührte Natur auf der Friedländer Großen Wiese? Der Petitionsausschuss des Landtags hat gestern Flächen bei Wilhelmsburg (Kreis Vorpommern-Greifswald) begutachtet, auf denen riesige Windkraftanlagen errichtet werden sollen. Ausschussvorsitzender Manfred Dachner (SPD) war nach dem Termin „tief beeindruckt“ – von Natur und Engagement der Anwohner. Es gebe über den Landtag noch einiges zu hinterfragen. Die Sorgen könne er gut verstehen.

Manfred Dachner (SPD), Vorsitzender des

Petitionsausschusses

im Landtag FOTO: CORNELIUS KETTLER

Seit Jahren protestieren Bürger gegen massiven Windkraftausbau. Initiiert von der Bürgerinitiative „Freie Friedländer Wiese“ seien über 1000 Einzelzuschriften beim Petitionsausschuss eingegangen, in denen sich die Bürger gegen die Ausweisung von Windeignungsgebieten richten. Es gehe um vieles, sagt Angelika Janz von der Bürgerinitiative. Darum, Natur zu erhalten und „gigantische industrielle Windparks“ zu verhindern. Darum, gesundheitliche Nachteile für Anwohner zu verhindern. Darum, Artenvielfalt in der Tierwelt zu erhalten. Das Vorhaben rund um die Wiese habe ein Ausmaß erreicht, „dass das Überleben von Rotmilan, Schrei-, See- und Fischadler sowie vieler anderen Lebewesen nicht mehr gesichert ist“, so Janz: „Alles hängt miteinander zusammen.“ Sie hatte sich mit ihrem Protest auch an den Bundestag gewandt.

Im Raumentwicklungsprogramm seien auf dem rund 250 Quadratkilometer großen Niederungsmoor mehrere Windeignungsgebiete vorgesehen. Die Windräder sollen mehr als 200 Meter in die Höhe wachsen. Die Gemeinde Ferdinandshof lehnte dies 2016 ab (die OZ berichtete). Der Landtagsausschuss habe viel Arbeit mitgenommen, so Dachner. Auch Themen, die bisher aus seiner Sicht nicht genügend erörtert wurden. Beispiel: Anwohner seien in Sorge, dass tiefe Fundamente der Anlagen das Grundwasser verschlechtern könnten. Dachner: „Das muss unbedingt erörtert werden.“ Auch die Bedeutung der Fläche als Vogelschutzreservat „kann man nicht außer Acht lassen“. Bis Herbst werde sich der Petitionsausschuss eine Meinung bilden. Dachner: „Wir können auf die Einhaltung von Gesetzen und Vorgaben pochen.“

Ausschuss-Mitglied Jens-Holger Schneider (AfD) erklärt: „Windenergieanlagen an diesem Ort zu errichten, würde an Wahnsinn grenzen.“ Das Moorschutzgebiet auf der Friedländer Wiese sei „beispielgebend für ganz Europa“.

fp

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