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„Der Trabi machte landauf, landab mächtig Eindruck“

OZ-Aktion „Mein Trabi und ich“ „Der Trabi machte landauf, landab mächtig Eindruck“

Viele OZ-Leser haben uns bereit von ihrer ersten Autoliebe berichtet. Wir suchen weiter die besten Geschichte mit der Rennpappe und tolle Fotos aus 60 Jahren Trabant.

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Mit diesen beiden viertürigen Trabis zog Uwe-Jens Hilke schon 1992 neugierige Blicke auf sich.

Quelle: Foto: Privat

Rostock. Die ersten Trabi-Geschichten sind da: Persönlich, originell und spannend berichten OZ-Leser darin von ihrer ersten großen Autoliebe, ihren Erlebnissen mit ihrem Trabant – trotz manchem Rostfleck und diverser Pannen. Vor nunmehr sechs Jahrzehnten lief die erste Rennpappe vom Band. Begegnungen mit dem Volkswagen der DDR.

Reinhard Dopp aus Bobitz etwa erzählt, dass der Trabi für ihn und seine Familie mehr war als „nur ein Wegbegleiter“. Er war unser „Lastesel, Zugpferd, Kinderwagen, unsere Spazierkutsche und noch vieles mehr“. Seinen letzten „Peterle“, wie Reinhard Dopp seine Trabis liebevoll taufte, erhielt er nach 14 Jahren Wartezeit 1988. „Er hatte Nebelscheinwerfer und sogar einen eingebauten Himmel. Für uns ein himmelblaues Prachtstück de luxe mit weißem Dach.“ Im Juli 1990 bewies der Trabi dann, welche Leistung in ihm steckte. Auf der Reise nach Österreich schaffte „Peterle“ 100 km/h, sogar 110 km/h auf der Autobahn Richtung Berlin und Vogtland. „Berge? Kein Problem für ,Peterle’.“

Während mancher Pause auf der Fahrt quer durch die Republik baten Neugierige um einen Fahrversuch, erinnert sich Dopp. „Sie waren von der Wendigkeit und Flinkheit überrascht. Der Trabi machte mächtig Eindruck.“

Auch für Rüdiger Tänzer aus Wismar sei der Geburtstag des Trabis am 7. November ein freudiger Anlass gewesen. „Ich lese mit Begeisterung Trabi-Geschichten und teile das Hobby mit den Liebhabern“, so Tänzer.

Aufgrund seiner enormen Verbreitung verbindet beinahe jeder ehemalige DDR-Bürger Erinnerungen mit den Trabant. OZ-Leser Horst Grünwoldt schenkte das Gefährt die gewünschte Mobilität. Die Unzufriedenheit über das Leben in der DDR veranlasste Grünwoldt und seinen Bruder, die Flucht über die Ostsee zu planen. Mit der „geliehenen Fluchtpappe“ des Vaters ging es nach Fischland-Darss. „Unverzüglich haben wir die Säcke mit dem Faltboot verstaut und das Plasteauto aus der Garage geschoben. Dann sind wir nach Wustrow geknattert.“ Mit Anbruch der Dunkelheit suchten die Brüder das Gestrüpp auf der Boddenseite auf. „Abseits vom Strand bauten wir das komplizierte hölzerne Faltboot-Skelett für die PVC-Schwimmhaut auf – ohne verräterisches Taschenlampenlicht. Das hatten wir schon vorher an der Müritz mit verbundenen Augen trainiert.“

Um den Vater vor einer vermeintlichen Mittäterschaft zu bewahren, fuhr Horst Grünwoldt „den zur Fluchtvorbereitung geliehenen Trabi in das rund 50 Kilometer entfernte Zuhause“. Der Weg zurück zum wartenden Bruder führte über den letzten Dampf-Zug nach Dierhagen auf dem Fischland.

Den Brüdern glückte die Fahrt auf dem Plastikboot – vorerst. Elf Stunden paddelten sie gegen den Wellenschlag auf der Ostsee. „Es muss durch Zufall in der Kadetrinne gewesen sein“, vermutet Grünwoldt.

Die Crew eines Hamburger Küstenmotorschiffes fischte beide auf, holte sie an Bord und nahm sie mit zum Zielhafen in Schweden am Bottnischen Meerbusen. „Dort wurden wir nach drei Tagen an die schwedische Polizei übergeben. Vorher hatte die schwedische Journalistin Chris Delby vom ,Gävle Dagblad’ noch unsere Fluchtgeschichte in der überregionalen Zeitung auf die Titelseite gebracht.“

Die OZ sucht schöne Trabi-Geschichten

Wenn auch Sie, liebe Leser, Trabi-Fahrer waren, melden Sie sich bei uns. Wir sind gespannt auf Ihre Geschichte und Ihre Fotos. Schicken Sie uns gerne historisches Bildmaterial, auf dem Sie und Ihr Trabi zu sehen sind.

Bilder und Texte einfach über die Funktion FOTO HOCHLADEN unter dem Artikel schicken, per Post an OSTSEE-ZEITUNG, Ressort MV/Reportage, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock, Stichwort: Trabi oder per E-Mail an: leserreporter@ostsee-zeitung.de

Juliane Lange

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Fotoaktion „Mein Trabi und ich“
1991: Im Überseehafen Rostock stehen fabrikneue Trabis bereit zur Verschiffung nach Bulgarien.

Weil genau am 7. November vor 60 Jahren bei Sachsenring Zwickau der allererste Trabi vom Band lief, sucht die OSTSEE-ZEITUNG im Nordosten Geschichten und Leserfotos zum Thema „Rennpappe“.

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