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Deutsche Bank will auch beim Personal sparen

Rostock Deutsche Bank will auch beim Personal sparen

Sieben Filialen werden geschlossen / Wie viele Mitarbeiter in MV wegen des Sparprogramms gehen müssen, ist noch unklar

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Rostock. Bleiben wenigstens Geld- und Überweisungsautomaten übrig? Diese Frage beschäftigt gerade viele Kunden der Deutschen Bank. Am Sonntag hat sie bekanntgegeben, welche Filialen geschlossen werden. Bundesweit sind es 188 Standorte, in MV sieben (die OZ berichtete). „Ob in den betroffenen Orten Selbstbedienungsterminals für Geldabholungen und Überweisungen übrig bleiben, ist noch nicht entschieden“, teilt Pressesprecher Christian Hotz mit. Begründet wird der Filialabbau mit dem wachsenden Online-Geschäft und damit, dass 50 Prozent der Kunden nur noch einmal jährlich in die Geschäftsstelle kommen. Auch Kosten sollen nach dem Rekordminus von 6,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gesenkt werden, unter anderem beim Personal. Wie viele von den derzeit 149 Mitarbeitern im Nordosten gehen müssen, „dazu können wir jetzt noch keine Informationen geben“, ergänzt Hotz. Ziel der Filial-Schließungen bis März 2017 ist es, eine wettbewerbsfähige Struktur zu schaffen. Deshalb werden Filialen zu größeren Standorten zusammengelegt und viele davon modernisiert.

In Rostock hat die Deutsche Bank in diesem Jahr für rund 1,4 Millionen Euro die Geschäftsstelle in der Innenstadt saniert. Auch die Standorte Schwerin, Wismar und Greifswald hat das Geldinstitut auf den neuesten Stand gebracht. „Insgesamt werden 120 unserer rund 700 Filialen in Deutschland modernisiert, pro Standort wird dafür etwa eine Million Euro ausgegeben“, berichtet Hotz. Wie viele Kunden in MV betreut werden, dazu gäbe es keine Zahlen – nur zum Geschäftsvolumen. Das liegt im Nordosten bei 5,4 Milliarden Euro, das Kreditvolumen bei 2,9 Milliarden Euro (davon zwei Milliarden Euro Baufinanzierung).

Auf dem Land sieht es mit Investitionen schlechter aus. In einigen Orten gibt es nur noch Geldautomaten, und das Filialnetz wird weiter ausgedünnt. Auch die Sparkasse Vorpommern hat ihre 88 Geschäftsstellen und SB-Terminals auf den Prüfstand gestellt und macht 2017 sechs Standorte dicht – in Kröslin, Niepars, Elmenhorst, Sassnitz-Lancken, Stralsund (Tribseer Damm) und Grimmen (Sky-Markt). Verbraucherschützer sehen die Entwicklung mit Sorge: „Vor allem die ältere Generation erledigt ihre Bankgeschäfte nach wie vor nicht übers Internet, sondern wünscht sich Ansprechpartner, die sich um ihre Anliegen kümmern“, berichtet Axel Drückler, Finanzexperte von der Verbraucherzentrale MV.

Bei der Sparkasse Mecklenburg- Nordwest steht keine ihrer 18 Geschäftsstellen zur Disposition, auch die Ostseesparkasse Rostock hält an ihren 42 Niederlassungen fest. Um die erhalten zu können, sind Ende vergangenen Jahres die Preise für private Giro-Konten angehoben worden. 126 000 Konten waren davon betroffen. „Andere Banken haben sich aus der Fläche zurückgezogen, wir wollen weiterhin für unsere Kunden da sein“, hatte damals Ospa-Vorstandsmitglied Karsten Pannwitt die Erhöhung begründet.

Die Commerzbank will am Bestand ihrer 18 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern auch nichts ändern. Gemeinsam mit der Deutschen Bank kämpft sie zunehmend um vermögende Kundschaft. Denn die investiert aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen wieder riskanter. Deshalb entstehen sogenannte Wealth Management Center. Die Commerzbank betreibt seit diesem Jahr eins davon in Rostock.

Investition ins Digitalgeschäft

750 Millionen Euro will die Deutsche Bank bis 2020 in den Ausbau ihres digitalen Angebots investieren. Zudem soll es künftig zusätzlich sieben Beratungscenter in Deutschland geben, in denen 360 ausgebildete Bankkaufleute per Video, Chat oder Telefon die Kunden beraten, auch außerhalb der klassischen Banköffnungszeiten. Im Zuge des Sparkurses fallen bundesweit knapp 3000 Vollzeitstellen weg, vor allem im Privat- und Firmenkundengeschäft. Auch die Vermögensverwaltung und das Risikomanagement sind betroffen.

Kerstin Schröder

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