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MV aktuell Bahn investiert 155 Millionen Euro in MV
Nachrichten MV aktuell Bahn investiert 155 Millionen Euro in MV
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13:54 01.11.2018
Die Bahn lässt ab Dezember mehr ICE-Züge durch MV rollen. Quelle: Bernd Von Jutrczenka/dpa
Rostock

Die Bahn investiert im kommenden Jahr 155 Millionen Euro in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind 15 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Mit dem Geld werden vor allem die Strecke Rostock-Berlin weiter modernisiert und der Bahnhof Warnemünde umgebaut. Eine gute Nachricht für genervte Bahnkunden noch für 2018: Die Strecke Schwerin – Bad Kleinen soll wie geplant zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember zweigleisig freigegeben werden. Und auf Rügen rollen ab Donnerstag wieder die Züge.

Der Ausbau der Strecke Rostock-Berlin kommt besonders dem Seehafen der Hansestadt zugute, erklärte Renado Kropp, Fahrplan-Chef der Bahn für die Region Berlin/Brandenburg/MV. Die Gleise sollen künftig eine Last von 25 Tonnen je Waggonachse tragen können. Damit wären sie auch für Erzzüge vom Seehafen nach Berlin geeignet. Die Ausweichgleise, auf denen langsame Züge schnelleren Platz machen können, werden auf 740 Meter verlängert, so dass auch sehr lange Züge auf der Strecke eingesetzt werden können.

Insgesamt wachse der Güterverkehr in der Region, sagte Kropp: „Wir sehen eine Verlagerung der Verkehre von der Straße auf die Schiene.“ Für 2019 hätten die Bahnkunden 15 Prozent mehr Verbindungen bestellt als für dieses Jahr. Ein Großteil davon mache der Güterverkehr aus. Bereits in Betrieb sei eine neue Verbindung vom Seehafen Rostock zum italienischen Adriahafen Triest mit drei Zugpaaren pro Woche.

Die Bauarbeiten an der Strecke werden auch 2019 für mehrere Einschränkungen und Fahrplanänderungen sorgen, vor allem im Abschnitt, der durch die Mecklenburgische Seenplatte und die Stadt Waren führt. Der Bahnhof in Waren wird ab Oktober modernisiert. An der Strecke RE 4 Lübeck-Pasewalk wird von September bis Dezember der Abschnitt Teterow – Stavenhagen voll gesperrt. Dort werden auf mehreren Kilometern die Gleise erneuert. Die Arbeiten wirken sich auch auf den Fahrplan der RE 5 Rostock/Stralsund – Berlin aus.

Die Deutsche Bahn in Zahlen

1308 Kilometer Bahngleise verlaufen durch MV. An ihnen reihen sich 179 Bahnhöfe und Haltestellen auf. 18 Millionen Passagiere im Jahr nutzen hier den Nahverkehr, 1,3 Millionen den Fernverkehr. Rund fünf Millionen Tonnen Güter befördert die Bahn im Land. Sie ist Arbeitgeber für 3786 Beschäftigte in MV.

An den Verbindungen im Regionalverkehr in MV ändert sich ansonsten nichts, es werden keine neuen angeboten, aber auch keine eingestellt, versprach Kropp. Auch die zunächst probeweise eingeführten Spätverbindungen von Hamburg nach Schwerin und von Rostock nach Stralsund bleiben bestehen.

Gebaut wird auch am Bahnhof Warnemünde. Der soll unter anderem fit für den Fernverkehr gemacht werden. Dann können dort künftig mehr Kreuzfahrtpassagiere anreisen. Die Strecke wird verkürzt und endet dann ein Stück weiter südlich. Der dunkle und marode Fußgängertunnel wird dann nicht mehr benötigt. Der S-Bahn-Verkehr zwischen Rostock und Warnemünde ist wegen der vorbereitenden Arbeiten bereits unterbrochen. Der Bahnhof Warnemünde wird dann von Oktober 2019 bis April 2020 komplett dicht gemacht. „Es ist derzeit schwer, Baufirmen zu finden. Wir müssen uns daher sehr anstrengen, um den engen Fahrplan zu schaffen“, sagte Kropp.

Eine andere Baustelle kann dagegen demnächst abgeschlossen werden: In den Neubrandenburger Bahnhof wurden 16 Millionen Euro investiert, vor allem in die Erneuerung eines Bahnsteigs und eines Fußgängertunnels. Mit dem Fahrplanwechsel werden auch die durch die Arbeiten verursachten Verkehrseinschränkungen ein Ende haben.

Im Fernverkehr von und nach MV baut die Bahn ab dem 9. Dezember ihr Angebot aus: Ein ICE fährt jeweils freitags direkt von Wien nach Warnemünde. Fahrzeit: knapp 12 Stunden. Auf der Rückfahrt müssen die Passagiere jedoch in Berlin oder Nürnberg umsteigen. Auf der Linie Binz/Stralsund-Hamburg-Karlsruhe stellt die Bahn auf modernere Züge um: Komfortable ICE-T-Fahrzeuge ersetzen die Intercitys. Sie verkürzen zwar die Fahrzeit nicht, könnten aber dank ihrer höheren Geschwindigkeit mögliche Verspätungen besser aufholen. Teurer werden die Tickets durch die Umstellung nicht. Allerdings kann wegen zu niedriger Bahnsteige künftig nur noch die Hälfte der Züge in Ribnitz-Damgarten West halten. Je zwei Züge pro Tag stoppen stattdessen in Damgarten. Dort wird laut Bahn ein Shuttle-Verkehr angeboten.

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Axel Büssem

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