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Die „Büchner“ kehrt zurück: Schau in Rostock

Rostock Die „Büchner“ kehrt zurück: Schau in Rostock

Ab Oktober wird die Geschichte des DSR-Ausbildungsschiffs gezeigt / Organisatoren suchen noch Erinnerungsstücke von Seeleuten

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Die „Georg Büchner“ verließ am 28. Mai 2013 Rostock und sank zwei Tage später in der Ostsee vor Polen.

Quelle: Kerstin Schröder

Rostock. Die „Georg Büchner“ kehrt in ihre alte Heimat zurück: Das ehemalige Fracht- und Ausbildungsschiff der Deutschen Seereederei (DSR) bekommt eine eigene Ausstellung vom Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum. Von Oktober bis Januar soll die 63-jährige wechselvolle Geschichte der „Büchner“ auf dem Traditionsschiff nacherzählt werden. Dafür suchen die Organisatoren noch Zeitzeugen, Dokumente, Fotos und Modelle.

Prozess um Untergang

Vor der Untersuchungskammer im polnischen Gdingen läuft seit mehr als einem Jahr ein Prozess um den Untergang der „Büchner“.

3 Jahre nach dem Untergang des ehemaligen DDR-Ausbildungsschiffes „Georg Büchner“ werden erneut Vorwürfe gegen die Behörden in Rostock laut.

„Die Ausstellung wird den Bogen spannen zwischen dem Bau des Schiffs und seinem Untergang im Jahre 2013“, berichtet Organisator Ronald Piechulek. Gezeigt wird auch Originalinventar, das vor dem Verkauf des Schiffs sichergestellt werden konnte – darunter ein Maschinentelegraf, eine Uhr und ein altes Gemälde. Gerne würde das Museum auch persönliche Erinnerungen von ehemaligen Fahrensleuten mit einbeziehen.

Gesucht werden vor allem dreidimensionale Stücke, die sich zum Ausstellen eignen: Filme von der Einsatzzeit der Büchner, Brigadebücher, aber auch Fotos vom Bordleben. Und auch wenn derzeit bereits mindestens zwei Modelle der „Büchner“ auf der Liste der Exponate stehen, sind weitere willkommen. Oder gibt es irgendwo vielleicht ein Mini-Buddelschiff?

Außerdem soll es in der Ausstellung eine Station geben, wo ehemalige Seeleute und Lehrlinge, aber auch Mitarbeiter, die in der Verwaltung des Schiffs – von der Ausbildung bis zum Herbergsbetrieb – gearbeitet haben, im Video über ihre Beziehungen zum Schiff erzählen. Auch dafür sucht das Museum noch Gesprächspartner.

Dass die Geschichte der „Georg Büchner“ viele Menschen bewegt, hat das Buch der OSTSEE-ZEITUNG gezeigt. Das ist nach dem Untergang des Schiffs erschienen. Insgesamt sind von dem 112 Seiten starken Buch „MS Georg Büchner – vom Stapellauf bis zum Untergang“ 2200 Exemplare innerhalb kürzester Zeit verkauft worden. Die Dokumentation ist aus Fotos und Anekdoten entstanden, die Seeleute an die OZ geschickt hatten. Neben Erinnerungen von ehemaligen Lehrlingen, Lehrern, Matrosen und Offizieren sind auch bis dahin unveröffentlichte Bilder in das Buch aufgenommen worden.

Am 30. Mai 2013 war das ehemalige DDR-Ausbildungsschiff aus ungeklärter Ursache vor der polnischen Ostseeküste nördlich der Halbinsel Hel gesunken. Damals befand sich die „Büchner“ auf dem Weg ins litauische Klaipeda, wo sie verschrottet werden sollte. Zahlreiche Theorien über die Ursachen kursieren, etwa die von einem Versicherungsbetrug oder die einer absichtlichen Versenkung durch die Besatzung des polnischen Schleppers, der das antriebslose Schiff durch die Ostsee zog. Experten halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass die marode „Büchner“ den Belastungen der Überfahrt nicht mehr gewachsen war und als Folge von Wassereinbruch unterging.

Das Schiff wurde 1950 in Belgien als „Charlesville“ gebaut und fuhr im Liniendienst zwischen Antwerpen und Belgisch-Kongo. 1967 kaufte es die DDR-Handelsflotte und nutzte es als Fracht- und Ausbildungsschiff, ab 1977 als stationäres Ausbildungsschiff in Rostock. Zum Schluss betrieb ein Verein im Rostocker Stadthafen dort ein Hotel. Als Gerüchte vom Verkauf aufkamen, versuchten Initiativen aus Deutschland und Belgien die „Büchner“ zu retten. Vergebens.

Wer den Mitarbeitern helfen will: Kontakt: ☎ 0381/12831364 o. -365, Mail: schifffahrtsmuseum@iga2003.de

Kerstin Schröder

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