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MV aktuell GSG 9 übt auf Atomfrachter
Nachrichten MV aktuell GSG 9 übt auf Atomfrachter
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09:31 10.10.2018
Auf der Ostsee übt am Mittwoch die Bundespolizei mit der Spezialeinheit GSG9 mit ihren neuen Einsatzbooten.  Quelle: Frank Behling (Archivbild)
Kiel

Geiselnahmen auf Schiffen gehören zu den anspruchsvollsten Lagen für Polizeikräfte. Spätestens durch die erfolgreichen Aktionen von Spezialeinheiten der USA und Frankreichs gegen Piraten vor Somalia sind die Herausforderungen bei Befreiungsaktionen bekannt. Auf der Ostsee vor Diedrichshagen bei Warnemünde trainieren deshalb am Mittwoch Spezialeinheiten der Bundespolizei so einen Fall.

Als Übungsobjekt haben die Einsatzkräfte dafür eine besonders harte Nuss zu knacken. Der schwedische Atom-Frachter „Sigrid“ dient als Übungsobjekt. Mit Einsatzbooten der Spezialeinheit GSG 9 und „Super Puma“-Hubschraubern der Bundespolizei-Fliegerstaffel aus Bad Bramstedt stürmen Einsatzkräfte am Vormittag die „Sigrid“, das teilte die Polizei via Twitter mit.

Neue Einsatzboote am Start

Dafür ist das Schiff bei Diedrichshagen vor der Küste Mecklenburg-Vorpommern in Position gegangen. Die Übung ist Teil der großen Anti-Terror-Übung „Atlas Exercise“, die an verschiedenen Orten in ganz Deutschland spielt. Die Bundespolizei für die Kriminalitätsbekämpfung und Terrorabwehr auf See zuständig. Dafür unterhält die Bundespolizei auch neue Einsatzmittel.

Dabei handelt es sich um speziell ausgerüstete Kampfboote, wie sie sonst bei Armeen eingesetzt werden. Getestet hatte die Bundespolizei diese Boote zuvor im April an den Fähren der Color Line und der Stena Line.

Frachter "Sigrid" wurde extra nach Warnemünde geholt

Bei der Übung vor Warnemünde wurde die „Sigrid“ ausgewählt, da sie wie ein Fährschiff gebaut wurde. Das 99,5 Meter lange Spezialschiff entstand 2011 bis 2013 in Rumänien für die schwedische Reederei SKB, die Brennstäbe und den radioaktiven Abfall für die schwedischen Kernkraftwerke befördert.  Das Schiff ist jedoch besonders geschützt und zusätzlich gepanzert. Außerdem ist die „Sigrid“ im Gegensatz zu anderen Ostseefähren mit sehr moderner Sicherheitstechnik ausgerüstet.

Neben den deutschen Spezialeinheiten sind auch andere Kräfte dabei. Der Zoll hat das Einsatzschiff „Borkum“ nach Warnemünde geschickt und aus Finnland ist das Küstenwachschiff „Turva“ angereist. Außerdem unterstützt die Bundeswehr die Polizei.

Das gute Wetter will in diesem Jahr einfach nicht aufhören. Auch für Oktober wird deswegen mit 650 000 Gästen in Mecklenburg-Vorpommern gerechnet. Nach dem heißen Sommer mit vielen Touristen deutet nun alles auf eine neue Bestmarke hin.

 
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