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MV aktuell Die Honeckers privat: Ex-Leibwächter plaudert aus dem Nähkästchen
Nachrichten MV aktuell Die Honeckers privat: Ex-Leibwächter plaudert aus dem Nähkästchen
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00:00 12.04.2016
Drewitz

. Der Enkel von DDR-Staatschef Erich Honecker, Roberto Honecker, hat Personenschützer des Großvaters stark beschäftigt. „Der hatte als Kind Hummeln im Hintern und wir mussten ihn immer zurückholen, wenn er ausgebüxt war“, erzählt Bernd Brückner. Der heute 67-Jährige war von 1976 an Leiter von Honeckers Schutztruppe. China, Nordkorea, Libyen, Äthiopien, Berlin, Schorfheide und Drewitz an der Mecklenburgischen Seenplatte zählten zu seinen Stationen.

Vor Publikum im früheren Honecker-Jagdobjekt Drewitz, das inzwischen ein Hotel ist, erzählt er Anekdoten. Auch Marotten von Margot Honecker, DDR-Ministerpräsident Willi Stoph und anderen kommen zur Sprache.

Der Ort ist authentisch: Im für die DDR noblen Drewitz war „EH“ mehrfach jagen und brachte andere DDR-Politprominenz und Sowjet-Botschafter Pjotr Abrassimow mit.

Oder er kam auf Familienurlaub an den idyllischen Drewitzer See. „Wir als Jäger durften dann zeitweise aber nicht jagen“, erinnert sich ein Jäger.

Überhaupt seien Sicherungsmaßnahmen damals oft übertrieben gewesen, meint Brückner. Wenn die Autobahn Berlin-Rostock bis zum Kilometer 114,5 gesperrt war, habe jeder gewusst: Der Staatschef ist da.

„Das hätte gar nicht not getan.“ Wer Honecker zugeteilt wurde, der musste auch Wild zerlegen. „Die Staatsmänner haben geschossen, den Hirsch zerteilen durften wir“, erzählt Brückner. Da habe mancher Wachmann aufgegeben. Auch gegen einen Hund musste er Honecker in Drewitz schützen.

Der eigensinnige Cocker Spaniel hatte den Staatschef respektlos in den Fuß gebissen und Margot bedroht. „Der Hund hatte Hausverbot und musste bei uns auf der Stube bleiben.“

Besonders sind Brückner, der immer ganz nah an dem „zu Beschützenden“ war, die Besuche vom sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow in Erinnerung geblieben. „Margot Honecker hat sich strikt geweigert, als Frau des Staatschefs das Begleitprogramm zu absolvieren. Wenn Margot nicht als Bildungsministerin eingeladen war, kam sie nicht.“ Die Frauen von Egon Krenz und Außenminister Oskar Fischer mussten Raissa Gorbatschowa begleiten. „Schwierig war es auch, wenn Honecker-Tochter Sonja Streit mit ihrem chilenischen Mann hatte“, erinnert sich der Leibwächter. Da habe sie jemand zum Erzählen gebraucht. Man habe es aber vermieden, da hineingezogen zu werden.

Honecker-Enkel Roberto, der als Künstler unter dem Namen Yáñez Betancourt y Honecker in Chile lebt, mussten Brückners Leute als Kind vom Drewitzer See zurückholen, wenn er per Motorboot allein losfuhr. Im anderen Honecker- Jagdobjekt „Wildfang“ in der Schorfheide fuhr Roberto illegal per Moped durch die Orte: Die Wachmänner holten ihn zurück. Auf der Insel Vilm bei Rügen sei Roberto vom Baum gefallen und habe sich einen Arm gebrochen. Er wurde im Krankenhaus Bergen versorgt, wobei er eigentlich die Verhältnisse im Berliner Krankenhaus für die DDR-Führung und ihre Familien gewohnt war. „Als er zurückkam sagte er: Das sieht ja aus wie im Museum.“ Winfried Wagner

OZ

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