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„Die Rekruten“: Bundeswehr dreht neue Folgen in Parow

Parow/Stralsund „Die Rekruten“: Bundeswehr dreht neue Folgen in Parow

Youtube-Serie, Teil 2, aus der Marinetechnikschule wird ab Juni gezeigt

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Marvin Baunach (20), hier beim Hightech-Löten, absolviert eine Ausbildung zum Elektroniker.

Quelle: Foto: Christian Rödel

Parow/Stralsund. Im Ausbildungsgebäude 205 der Marinetechnikschule (MTS) Parow bei Stralsund lötet Marvin Baunach hoch konzentriert an einem feinen Gittergeflecht, im Hintergrund läuft eine Kamera. Der 20-Jährige aus dem hessischen Baunatal bei Kassel nimmt Kameramann Christian Schreder (46) gar nicht mehr war, obwohl ihn dieser seit seinem ersten Tag bei der Bundeswehr am 4. Oktober 2016 fast rund um die Uhr begleitet – für die Reality-

Marinetechnikschule 1996 eröffnet

Der Grundstein für die Marinetechnikschule (MTS) in Parow bei Stralsund wurde am 30. November 1992 gelegt. Der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) eröffnete am 28. März 1996 die Einrichtung, in der insgesamt acht Schulen und eigenständige Lehrgruppen der Deutschen Marine mit ihren technischen Komponenten und ihrem Personal zusammengeführt wurden.

Doku „Die Rekruten“.

Mit dieser Doku ohne Drehbuch für die Online-Videoplattform Youtube will die Bundeswehr ein realistisches Bild vom Ausbildungsalltag vermitteln und so junge Leute für den Dienst in der Truppe interessieren. Die Serie lief drei Monate lang, bis Ende Mai wird ein sogenannter Nachdreh produziert, um den Werdegang der einst zwölf Doku-Rekruten verfolgen zu können. Die neuen Folgen sollen ab Juni ausgestrahlt werden.

Im Herbst 2016 hatten zwölf junge Frauen und Männern ihren Freiwilligen-Dienst bei der Bundeswehr angetreten, einer gab nach wenigen Wochen auf. Marvin Baunach hielt durch, absolvierte nach der dreimonatigen Grundausbildung in Parow an der Marine-Unteroffizierschule (MUS) in Plön eine erste Fachausbildung auf dem Weg zum Elektroniker für Geräte und Systeme. „Die praxisnahe Ausbildung hat mir bisher sehr gut gefallen“, sagt Marvin. „Ich freue mich, bald an Bord der Fregatte ,Hessen’ in Wilhelmshaven gehen zu können, doch vorher muss ich noch 130 Ausbildungsstunden im Hightech-Lötlabor leisten.“

Der junge Hesse hatte nach seinem Realschul-Abschluss noch keine Berufsausbildung. In knapp zwei Jahren wird er, wenn er alle Prüfungen besteht, einen IHK-Abschluss in der Tasche haben. Mit dieser Ausbildung könnte er dann sogar in der Luft- und Raumfahrtindustrie auf Jobsuche gehen.

Doch Marvin Baunach will nicht so schnell in das zivile Berufsleben wechseln. Er möchte Berufssoldat werden und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. „Die Aussichten stehen nicht schlecht“, unterstreicht der 20-Jährige, dessen Laufbahn bei der Bundeswehr in den kommenden neun Jahren gesichert wäre, wenn er in den nächsten 21 Monaten alle Prüfungen bestehen sollte.

Das Interesse an der Werbekampagne ist groß. Das zeigt sich an den Zugriffen, sprich: Klicks, auf die Youtube-Serie „Die Rekruten“. „Etwa 40 Millionen Mal wurde die Reality-Dokumentation angeklickt, auch das bisherige Medienecho war riesig“, sagt MTS-Pressesprecherin Nicole Kubsch. „Sogar die renommierte US-amerikanische Zeitung ,Washington Post’ hat über die Serie berichtet.“

Die Serie war und ist nicht unumstritten, von Parteien wie den Grünen und den Linken hagelte es vor allem wegen der hohen Kosten für die Filme heftige Kritik. Die zwölfwöchige Serie, deren Produktionskosten nach Angaben der Bundeswehr 1,7 Millionen Euro betragen, wurde zusätzlich durch Radiospots und eine Plakatkampagne, aber auch über Facebook, Instagram und Snapchat beworben. Die Kosten für die Vermarktung belaufen sich laut Bundesverteidigungsministerium auf 6,2 Millionen Euro und lassen damit die Gesamtkosten auf knapp acht Millionen Euro steigen.

Alle Folgen unter www.youtube.com, unter Stichwort „Die Rekruten“

Christian Rödel

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