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00:05 26.04.2017
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Rostock

Mieke Gaettens weiß, wie sie an brandheiße Geschichten kommt. „Ich hab’ schon mal durchs Schlüsselloch geguckt“, verrät die Neunjährige und grinst verschmitzt. Am liebsten schreibe sie nämlich über Klatsch und Tratsch an ihrer Schule in Lüssow (bei Güstrow). In ihrem jüngsten Artikel gibt die rasende Reporterin ihren Lesern Tipps gegen Langeweile. Die dürfte bei der Lektüre der „Bärentatze“ wohl ohnehin ganz schnell verfliegen. Das Blatt ist die beste Grundschul-Zeitung des Landes und das 13-köpfige „Bärentatze“-Team wortwörtlich ausgezeichnet: Es gehört zu den 17 Jungredaktionen Mecklenburg-Vorpommerns, die sich ab sofort mit dem Schülerzeitungspreis schmücken können. Den hat der Landesjugendmedienverband gestern im Haus der OSTSEE-ZEITUNG in Rostock verliehen. Bevor die Laudatoren jedoch verrieten, wer sich in welcher Kategorie über einen Preis und einen Scheck für die Klassenkasse freuen darf, entlockten rund 170 Jungreporter gestandenen Medienprofis so manches Geheimnis.

Was an ihrer Grundschule in Marlow abgeht, darüber kann Janne Friedericke Wiening einiges berichten. Darüber, wie es in einer Tageszeitungs-Redaktion zugeht, eher weniger. Bisher. Andreas Ebel erklärt der „MAGnet“-Reporterin und anderen wissbegierigen Schülern gern, wie eine Ausgabe entsteht und was den Journalisten-Job so spannend macht. Die Vielfalt nämlich. Heute Politikskandal, morgen Kleingartenverein. „Kein Tag gleicht dem anderen“, sagt der OZ-Chefredakteur in einem der vielen Workshops, die im OZ-Medienhaus angeboten werden. Ob Layout oder Recherche, Themenauswahl oder Online-Auftritt – die Schüler holen sich an vielen Stationen Tipps für die eigenen Zeitungen. Tom Schimmelpfennig möchte die Printausgabe von „Blind Date“ um einen Internetauftritt erweitern. Bislang gibt es die News des Überregionalen Förderzentrums Sehen aus Neukloster nur auf Papier. „Ich würde gern eine Homepage aufbauen“, sagt der 15-Jährige. OZ-Redakteur Robert Berlin ermutigt ihn dazu.

„Man kann damit andere Zielgruppen erreichen, hat Platz für Bildergalerien und Videos.“ Schon jetzt macht die „Blind-Date“-Redaktion vieles richtig. Deshalb räumt sie den ersten Preis in der Kategorie Förderschule ab. Bei den Gymnasien holt das Friderico-Francisceum Bad Doberan mit seinem „Stichling“ Platz eins. Beste Zeitung Regionaler Schulen ist „Knuutsch“ von der Werner-von-Siemens-Schule Schwerin. Insgesamt 36 Schulen haben Beiträge für den 12. Landesschulzeitungspreis eingereicht. Und alle hätten sie eine Auszeichnung verdient, lobt Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Die Jungredakteure greifen nicht nur die Interessen und Probleme ihrer Mitschüler auf. Sie konnten ihre Leserschaft auch mit provokanten Schlagzeilen und witzigen Beiträgen überzeugen. Und auf genau diesen Mix käme es an. „Eine Zeitung soll Spaß machen und ist so wichtig für die Meinungsbildung in einer Demokratie“, betont Hesse. „Ich bin total stolz auf euch alle.

Nehmt das mit nach Hause an eure Schulen und motiviert eure Freunde, bei eurer Zeitung mitzumachen.“

Solch lobende Worte hören die jungen Zeitungsmacher gern. Vor allem, wenn sie von Mitschülern kommen. Schließlich stecken die Reporter viel Zeit und Herzblut in jede Zeitungszeile. Auch Mieke Gaettens freut sich, wenn ihre Artikel gut ankommen. Die Viertklässlerin schreibt seit einem Jahr für die „Bärentatze“. Und vielleicht irgendwann einmal für die ganz großen Blätter. Sie könne sich gut vorstellen, Journalistin zu werden. Wie man an heiße Storys kommt, weiß sie ja schon.

Antje Bernstein

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