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MV aktuell Dieselpanscher aus dem Landkreis Rostock in Uruguay verhaftet
Nachrichten MV aktuell Dieselpanscher aus dem Landkreis Rostock in Uruguay verhaftet
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00:01 16.11.2016

/Rostock. Dieselpanscherei in ganz großem Stil: Ein wegen Steuerbetruges von der Staatsanwaltschaft Rostock gesuchtes Paar ist im südamerikanischen Uruguay verhaftet worden. Die 48 und 47 Jahre alten Bundesbürger wurden im 80 Kilometer östlich von Montevideo gelegenen Strandort Paraíso Suizo festgenommen, wie das Innenministerium mitteilte. Sie sollen mit dem Verkauf von gepanschtem Diesel Steuern in Höhe von 8,65 Millionen Euro hinterzogen haben. Von 2013 bis 2015 sollen sie von ihrem Firmensitz im Landkreis Rostock aus Diesel mit Schmieröl gestreckt und bundesweit verkauft haben.

Ihnen drohen „empfindliche Haftstrafen“, sagte der Rostocker Staatsanwalt Harald Nowack. Gegen weitere Personen werde derzeit in diesem Fall nicht ermittelt.

Seit 2015 wurde nach dem Pärchen aus MV gefahndet – auch über die Internationale kriminalpolizeiliche Organisation Interpol. Vor einem Jahr sollen die mutmaßlichen Steuerbetrüger mit ihren echten Pässen in Uruguay eingereist sein. Sie hätten die uruguayische Staatsangehörigkeit beantragt, das Verfahren sei aber noch nicht abgeschlossen gewesen. Die Auslieferung sei beantragt, heißt es von der Staatsanwaltschaft Rostock. Ein Gericht in der Stadt Atlántida ordnete die Inhaftierung der Verdächtigen an, die bis zu 40 Tage dauern kann. Zwischen Uruguay und Deutschland besteht kein Auslieferungsvertrag. Deshalb werde der Richter sein Urteil angelehnt an den Vertrag unter den südamerikanischen Mercosur-Staaten treffen, erklärten gestern uruguayische Justizquellen.

In Paraíso Suizo, einer idyllischen Siedlung am uruguayischen Strand auf halbem Weg zwischen Montevideo und dem mondänen Badeort Punta del Este, war das Paar unter den rund 40 ständigen Einwohnern als Neubürger aufgefallen. „Ich sah sie seit vier Wochen täglich mit ihren zwei Hunden spazieren“, sagte Jürgen Reichert aus Frankfurt, der hier mit seiner Frau ein Restaurant und eine Ferienanlage betreibt. „Sie antworteten nur knapp auf meinen Gruß.“ Seit einer Woche habe er sie nicht mehr gesehen. Zu den ständigen Einwohnern zählen vor allem Einwanderer aus der Schweiz.

Dieselpanscherei ist kein Einzelfall in Mecklenburg-Vorpommern: Erst Ende Oktober waren mehrere des Steuerbetrugs Verdächtige verhaftet worden. Von 2014 bis 2016 sollen insgesamt rund 20 Personen, darunter sieben aus Deutschland, weit über drei Millionen Liter Schmierstoff beziehungsweise Reinigungsmittel für Tanks am Fiskus vorbei als Kraftstoff verkauft haben. Eine als Schmierstoff-Hersteller eingetragene Firma in Grimmen (Kreis Vorpommern-Rügen) habe Tankstellen in verschiedenen Ländern Europas – unter anderem Litauen und Tschechien – beliefert. In Hunderten Fällen sei der Verkauf dem zuständigen Hauptzollamt Stralsund nicht zur Versteuerung angezeigt worden. Möglicher Schaden durch nicht gezahlte Energiesteuer: rund 3,3 Millionen Euro. Unklar ist, ob auch Umsatzsteuer hinterzogen wurde. Den Verdächtigen drohen Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren.

Birgit Sander/Thomas Luczak

OZ

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