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Drei von sechs Landräten hören auf

Rostock Drei von sechs Landräten hören auf

In vier Kreisen und in der Hansestadt Wismar wird 2018 ein neuer Verwaltungschef gesucht / Die AfD und die Linke haben noch in keinem Kreis Bewerber aufgestellt

Rostock. Super-Kommunalwahljahr in Mecklenburg-Vorpommern: In gleich vier der sechs Landkreise werden 2018 neue Landräte gesucht: Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald, Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte. Wahltag ist der 27. Mai. In drei Landkreisen hören die Amtsinhaber dabei auf. Das Personalkarussell dreht sich. Bereits am 15. April wird zudem in Wismar ein neuer Bürgermeister bestimmt.

 

OZ-Bild

Hört auf: Rolf Christiansen (SPD), Landrat Ludwigslust-Parchim

Quelle: Foto: Cornelius Kettler
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Hört auf: Ralf Drescher (CDU), Landrat Vorpommern-Rügens

Quelle: Foto: Alexander Müller
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Hört auf: Barbara Syrbe (Linke), Landrätin Vorpommern-Greifswald

Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz

Ludwigslust-Parchim

Er will nicht mehr. Rolf Christiansen (SPD) erklärte gestern in Parchim, er stehe nicht für eine erneute Wahlperiode als Landrat zur Verfügung. Als Grund führte er seine schwere Erkrankung 2013/14 an. Seit 1994 ist der SPD-Mann Verwaltungschef – der dienstälteste Landrat in MV. Jetzt sei es genug. „Diese Entscheidung ist mir sehr schwergefallen“, so Christiansen. Wer nachfolgt, ist noch offen.

Christiansen schlug gestern den Grabower Bürgermeister Stefan Sternberg (33) vor. Dieser habe Leitungserfahrung, bringe aber auch „frischen Wind“, so Christiansen.

Die CDU hat bereits den Pinnower Klaus-Michael Glaser (57) als Gegenkandidaten benannt. Der Jurist arbeitet seit 25 Jahren beim Städte- und Gemeindetag MV.

Vorpommern-Rügen

Ähnlich ist die Lage im Kreis Vorpommern-Rügen. Landrat Ralf Drescher (61, CDU) hat im Vorjahr seinen Rückzug angekündigt. Er wolle nicht jemand sein, „der an seinem Stuhl klebt“. Die CDU hat den Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn (52) als Nachfolger nominiert, die SPD den Barther Bürgermeister Stefan Kerth (44).

Vorpommern-Greifswald

Nach 17 Jahren im Amt will auch Barbara Syrbe (63, Linke), Landrätin von Vorpommern-Greifswald (bis 2011 in Ostvorpommern), aufhören. Die Linke habe noch nicht über die Nachfolge entschieden. Es falle schwer, „die Schuhe zu füllen“, sagt Landesgeschäftsführer Kevin Kulke. Die CDU hat den Loitzer Bürgermeister Michael Sack (44) nominiert. In der SPD gilt die Greifswalderin Monique Wölk (41) als Kandidatin, die offizielle Kür soll Ende Januar erfolgen. Die AfD will am 20. Januar Tatsachen schaffen. Noch gebe es keinen Kandidaten, so Kreischef Stephan Reuken.

Mecklenburgische Seenplatte

Seit 2009 ist CDU-Mann Heiko Kärger (57) Landrat, erst im Kreis Mecklenburg-Strelitz, ab 2011 in der Mecklenburgischen Seenplatte. Er will erneut antreten. Die Nominierung soll am 20. Januar sein.

so CDU-Kreischef Marc Reinhardt. Wer von der SPD kandidiert, werde auch am 20. Januar entschieden, erklärt Landesgeschäftsführer Steffen Wehner.

Hansestadt Wismar

Einen Dreikampf wird es bereits am 15. April um den Posten des Wismarer Bürgermeisters geben. Amtsinhaber Thomas Beyer (57, SPD) tritt erneut an. Die Linke hat ihren Kreisvorsitzenden Horst Krumpen (51) aufgestellt. Gleich vier politische Kräfte stehen hinter dem Juristen Hans-Martin Helbig (33): neben seiner FDP auch CDU, Bündnis 90/Grüne und das Für-Wismar-Forum.

Hansestadt Rostock

In Rostock wird 2019 ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Amtsinhaber Roland Methling (parteilos), seit 2005 Verwaltungschef, kann nicht mehr kandidieren. Grund: Mit dann 65 Jahren wäre er zu alt;

nur bei Änderung des Landes- und Kommunalwahlgesetzes könnte Methling erneut antreten. Allerdings wird in Rostock auch spekuliert, Methling könnte vorher den Hut nehmen und eine frühere Neuwahl erzwingen. Thomas Deiters, Städte- und Gemeindetag MV, fordert die Abschaffung der Altersgrenze für Bürgermeister und Landräte. Für die SPD in Rostock wird Finanzsenator Chris Müller gehandelt, für die Linke Sozialsenator Steffen Bockhahn. In der SPD fällt auch der Name von Landtagsmitglied Ralf Mucha.

Die AfD hat noch nirgends Kandidaten benannt. „Am 12. Januar werden wir das Thema in der erweiterten Sitzung des Landesvorstands mit Kreisvorsitzenden besprechen“, so Landessprecher Leif-Erik Holm. Auch die Linke hat bisher in keinem Landkreis, in dem Landratswahlen anstehen, Personal aufgestellt. Dies soll bis Februar, Anfang März erfolgen.

Für Jan Müller, Politikwissenschaftler an der Universität Rostock, werden die Wahlen Gradmesser dafür sein, „wie sich das politische Spektrum in Mecklenburg-Vorpommern weiterentwickelt“. Bei Personenwahlen dürfte es etwa der AfD schwerfallen, wieder um die 20 Prozent der Stimmen zu ziehen. „Ein Anti-Merkel-Wahlkampf funktioniert da nicht“, so Müller. „In Kommunen sind Konzepte gefragt.“

Auffällig sei, dass kaum Frauen für kommunale Spitzenämter kandidieren. Sie scheuten im Gegensatz zu Männern „die konfrontative Auseinandersetzung“, so Müller. Den Kampf Frau gegen Frau oder Mann.

Frank Pubantz

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