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Droh-Mails: Frau aus Grevesmühlen im Verdacht

Grevesmühlen Droh-Mails: Frau aus Grevesmühlen im Verdacht

Sie soll mit Bombendrohungen Flughäfen lahmgelegt haben / Verdächtige sitzt in Psychiatrie

Grevesmühlen. Die Ermittlungsbehörden haben eine junge Frau aus Grevesmühlen im Visier, die bundesweit für Aufsehen gesorgt hat. Mit Bombendrohungen hat sie unter anderem dafür gesorgt, dass auf dem Flughafen Berlin-Tegel Anfang Juli eine Lufthansa-Maschine den Start abbrechen musste. Das Flugzeug wurde evakuiert und durchsucht, gefunden wurde nichts. Ähnliche Erfahrungen mussten die Mitarbeiter des Münchner Flughafens machen, auch dort soll eine Bombendrohung eingegangen sein.

Wie viele Straftaten der jungen Frau insgesamt zur Last gelegt werden, konnte die Staatsanwaltschaft Schwerin gestern nicht sagen. Es würde einige Verfahren parallel laufen, hieß es dazu von einer Sprecherin der Behörde. Nur so viel: Es laufen etliche Ermittlungen zu dieser Person. Die Vorgehensweise der mutmaßlichen Täterin war in vielen Fällen ähnlich. Über die Internetwache der Polizei gingen Mails ein, in denen die Absenderin mit Straftaten drohte. Neben Flughäfen in Deutschland waren auch mehrere Polizeistationen das Ziel der jungen Frau.

Inzwischen wurde sie aus dem Verkehr gezogen. In der vergangenen Woche fand aufgrund der zahlreichen Vorkommnisse ein Treffen zwischen Vertretern des Landkreises, der Polizei, des Ordnungsamtes und des Gesundheitsamtes statt. In der Folge wurde die junge Frau, die sich zeitweise auch in der Wismarer Lokalpolitik engagierte, in die geschlossene Abteilung eines Klinikums eingeliefert. Bis Ende August bleibt sie in der Obhut der Klinik. Die Frage, die sich nun für die Behörden stellt, ist, ob die junge Frau strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann. Bei der Polizei in Nordwestmecklenburg ist sie seit geraumer Zeit bekannt. Wie Nancy Schönenberg, Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar, gestern bestätigte, habe es seit Herbst vergangenen Jahres mehrfach Kontakt gegeben. Die Frau hatte per Mail über die Internetwache der Polizei oder auch direkt am Telefon Straftaten angedroht. Unter anderem gegen das Revier in Grevesmühlen.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen anonymen Anrufen, bei denen die Täter nie ermittelt werden konnten, sind die Beamten in diesem Fall der mutmaßlichen Täterin relativ schnell auf die Spur gekommen.

Unklar ist bislang noch, ob die Fluggesellschaft beziehungsweise der Flughafenbetreiber nach Abschluss der Ermittlungen Ansprüche geltend macht.

Michael Prochnow

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