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MV aktuell Drohnen: Neue Gefahr in der Luft
Nachrichten MV aktuell Drohnen: Neue Gefahr in der Luft
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20:02 08.11.2017
Beliebt, aber auch gefährlich: Am Himmel schwirrende Drohnen können häufig schöne Luftbilder aufnehmen – aber auch zur Bedrohung werden, wenn Piloten sie falsch einsetzen. (Symbolfoto) Quelle: Julian Stratenschulte / dpa
Greifswald/Schwerin

Beliebt, aber auch gefährlich: Am Himmel schwirrende Drohnen können häufig schöne Luftbilder aufnehmen – aber auch zur Bedrohung werden, wenn Piloten sie falsch einsetzen.

Ein aktueller Vorfall in MV hat für großen Ärger bei den Luftrettern gesorgt. Erstmals hat hierzulande eine Drohne einen Rettungshubschrauber beim Aufstieg behindert. „Christoph 47“ wurde von Bandelin bei Greifswald aus zu einem Notfall auf der Insel Rügen gerufen. Plötzlich kreiste eine Drohne wenige Meter über den Rotorblättern, und entfernte sich erst nach mehr als zwei Minuten.

„So ein Überflug über drehende Rotorblätter ist äußerst gefährlich. Durch die Sogwirkung der Rotoren kann die Drohne angesaugt werden, so dass der Hubschrauber beschädigt wird“, sagt Petra Hentschel, Sprecherin der DRF Luftrettung. „Unser Start zu einem Notfalleinsatz wurde behindert und da zählt oft jede Minute.“ Bundesweit sei das kein Einzelfall. Immer wieder komme es zu Zwischenfällen bei Rettungseinsätzen. „Das Problem nimmt zu“, betont Hentschel. Die Luftrettung warnt vor allem Hobbypiloten eindringlich davor, Hubschrauber zu überfliegen und rät, die Drohne sofort zu entfernen, wenn ein Helikopter – an welcher Stelle auch immer – landen will.

Das schreiben auch die Gesetze vor, die vom Bundesverkehrsministerium zum 1. Oktober verschärft wurden (siehe Kasten). Demnach ist es verboten, in sensiblen Bereichen wie Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften zu fliegen. Multikopter mit einem Gewicht von unter fünf Kilogramm – welche die meisten Hobbyflieger besitzen – dürfen sich nie außerhalb der Sichtweite bewegen.

Im Fall Bandelin ermittelt nun die Polizei. „Wir gehen derzeit Hinweisen von Zeugen nach, die zu dem möglichen Drohnenbesitzer führen könnten“, teilt Denise Lemke von der Polizeiinspektion Anklam mit. Der Strafrahmen „bemesse sich nach der Art und Schwere des Eingriffes“, heißt es dazu vom zuständigen Verkehrsministerium. Im Ordnungswidrigkeitenverfahren könne eine Geldbuße von bis zu 50 000 Euro verhängt werden. „Zudem können auch strafrechtliche Tatbestände wie zum Beispiel der des gefährlichen Eingriffes in den Luftverkehr in Frage kommen“, sagt Sprecherin Karen Reinschmidt-Schilling. Das ist dann allerdings ein Fall für die Gerichte.

Für 2017 gab es bei der Luftfahrtbehörde MV bisher 22 Anzeigen zu Ordnungswidrigkeiten mit „unbemannten Fluggeräten“, wie Drohnen genannt werden. Einsatzstörungen wie in Bandelin oder gar Unfälle sind laut Ministerium für MV bisher nicht bekannt.

Verschärfte Gesetze seit 1. Oktober

Kennzeichnungspflicht: Unbemannte Luftfahrtsysteme ab 250 Gramm müssen mit Namen und Adresse gekennzeichnet sein, um im Schadensfall den Halter feststellen zu können.

Kenntnisnachweis: Für den Betrieb von Drohnen ab zwei Kilogramm ist ein Führerschein notwendig.

Betriebsverbot: Für Geräte unter fünf Kilogramm gilt ein Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite. Außerdem darf nicht in und über sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Kliniken, JVAs, Industrieanlagen, Bundes- oder Landesbehörden und Naturschutzgebieten geflogen werden. Bestimmte Verkehrswege sind ebenso tabu wie Flugplätze. Über Wohngrundstücken gilt Flugverbot, wenn das Gerät mehr als 250 Gramm wiegt, außer der Besitzer stimmt dem Überflug ausdrücklich zu.

Flughöhe: Erlaubt ist eine Flughöhe bis zu 100 Metern, es sei denn, der

Betrieb findet auf einem Gelände statt, für das eine allgemeine Aufstiegserlaubnis erteilt und für die

eine Aufsichtsperson bestellt wurde.

Ausweichpflicht: Multikopter sind verpflichtet, bemannten Luftfahrzeugen auszuweichen.

Virginie Wolfram

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