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MV aktuell Dürrefolgen noch 2019 spürbar: Land plant Gebühr für Wasserentnahme
Nachrichten MV aktuell Dürrefolgen noch 2019 spürbar: Land plant Gebühr für Wasserentnahme
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21:17 17.12.2018
Mitte Juli in Neubukow (Kreis Rostock): Auf einem Feld der Agrargenossenschaft Hellbach wird Raps geerntet. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Schwerin

Die Folgen des Dürrejahres 2018 werden nach Einschätzung von Agrarminister Till Backhaus (SPD) mindestens noch im nächsten Jahr zu spüren sein. Es sei abzusehen, dass sich die Trockenheit auch auf die Ernte 2019 auswirken werde. So hätten junge Rapsansaaten umgebrochen werden müssen, weil sie in dem trockenen Boden verdorrten, sagte der Minister am Montag in Schwerin. Stattdessen seien Winterweizen oder Zwischenfrüchte ausgesät worden. „Die ganz hohen Spitzenerträge wird es im nächsten Jahr nicht geben“, prognostizierte er. Der Futtermangel infolge der Dürre habe dazu geführt, dass Tierbestände abgebaut würden. „Das bedaure ich“, sagte Backhaus.

Land empfiehlt, Felder zu beregnen

Nach seinen Angaben fielen 2017 rund 1000 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, 2018 nur 421 Liter. Der Durchschnitt liegt bei 560 Litern. Backhaus forderte die Landwirte auf, sich bei Investitionen strategisch auszurichten. Dazu gehöre etwa die Beregnung. Im Ministerium werde intensiv über eine Wasserentnahmegebühr für Grund- und Oberflächenwasser nachgedacht. Bisher ist die Entnahme für die Beregnung von Feldern kostenlos.

Mecklenburg-Vorpommern ist dem Minister zufolge eines der Bundesländer, die bei der Zahlung der Dürrehilfen für existenzbedrohte Betriebe am schnellsten sind. 518 der knapp 5000 Betriebe im Land haben Unterstützung von 42 Millionen Euro beantragt, darunter 92 Ökobetriebe und 357 Rinderhalter. Bisher sind 24 Millionen Euro ausgezahlt worden, wie Backhaus sagte. Die restlichen Mittel sollen bis Mitte Februar auf den Konten der Landwirte sein. Zur Bearbeitung der Anträge würden im Ministerium vier, zeitweilig sogar sechs zusätzliche Mitarbeiter aus der Landgesellschaft arbeiten. Das koste das Land 1,5 Millionen Euro zusätzlich. Der warme Regen für alle Betriebe komme am 21. Dezember, kündigte der Minister an. Dann sollen die 325 Millionen Euro EU-Ausgleichszahlungen überwiesen sein.

Hilfen können keine Dauerlösung sein

Die staatlichen Dürrehilfen können Backhaus zufolge jedoch keine Dauerlösung sein. Zuvorderst hätten die Landwirte Verantwortung für das betriebliche Risikomanagement. Gegen Überschwemmungen und Hochwasser oder Dürre gebe es - anders als bei lokalen Ereignissen wie Hagel und Sturm - auch keine Versicherungen. Dennoch prüfe der Bund mögliche Sicherungssysteme.

Die Investitionen in der Landwirtschaft sind Backhaus zufolge trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Betriebe auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Tierhalter würden am ehesten in mehr Tierwohl, bessere Fütterungstechnik und in die Güllewirtschaft investieren.

Birgit Sander