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E-Autos: Zulieferer stellen sich radikalem Wandel

Rostock E-Autos: Zulieferer stellen sich radikalem Wandel

In MV produzieren 21 Unternehmen Teile für Elektro-Fahrzeuge

Rostock. Nächste Ausfahrt Elektro- Mobilität: Die Automobilzulieferer bekommen zunehmend den Wandel vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb zu spüren. Ein komplexer aktueller Verbrennungsmotor besteht aus etwa 2500 Bauteilen, ein Elektromotor dagegen nur aus 250. Die Folge: Künftig werden weniger Zulieferer benötigt – aber an der Branche hängen bundesweit über 300000 Arbeitsplätze.

In Mecklenburg-Vorpommern stellen sich die Zulieferfirmen auf die radikalen Veränderungen ein. „Sie gehen schon heute mit innovativen, auf die E-Mobilität zugeschnittenen Fahrzeugkomponenten und Systemlösungen in die globalen Märkte“, erklärt Dr. Andreas Vietinghoff, Netzwerkmanager des Autozulieferer-Verbandes automotive-mv. Der Verband vertritt 21 Unternehmen mit mehr als 3500 Mitarbeitern und 180 Azubis. Die Firmen verbuchen einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro.

„Einige Zulieferer in MV haben sich bereits auf den Weg gemach“, lobt Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Lear in Wismar produziere Stecker und Webasto in Neubrandenburg Heizungen für E-Autos. Jedoch: Andere Firmen wie Eberspächer, die Fahrzeugheizungen herstellt, und die Gießerei MAT in Torgelow seien bisher auf Produkte für Verbrennungsmotoren spezialisiert. Weitere Zulieferer wie TRW in Laage würden Produkte wie Airbags herstellen, die auch bei anderen Antriebstechniken nötig sind.

„Alle Automobilzulieferer des Landes werden auch Komponenten für Fahrzeuge der Elektromobilität liefern“, sagt Vietinghoff. Auch diese Fahrzeuge hätten Airbags, Bremsanlagen, Lenkungen, Sitze und Navigationssysteme sowie elektrische Komponenten wie Stecker, Kabel, Schalter, Klimaanlagen und Heizungen.

„Wir unterstützen die Automobilzulieferer aktiv bei der Identifikation, Konzeption und Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsthemen“, erklärt Dr. Andreas Dikow, Vorstandsvorsitzender von automotive-mv und Webasto-Geschäftsführer. Dikow ist bei der Regionalen Innovationsstrategie des Landes MV für das Zukunftsfeld „Mobilität“ verantwortlich. Dabei unterstützt ihn ein Technologie- und Innovationsberater, der vom Schweriner Wirtschaftsministerium gefördert wird.

Experten gehen davon aus, dass in zehn Jahren bundesweit jedes dritte verkaufte Auto ein Elektroauto sein wird. Deshalb müssten „Zulieferer, die abhängig vom Verbrennungsmotor sind, auf Forschung und Entwicklung setzen und frühzeitig in Alternativen investieren“, sagt Meinhard Geiken.

Dies geschehe in MV, betont Dikow. So würden bei der Airbag Systems GmbH in Laage Komponenten für einen hochintegrierten passiven Insassenschutz produziert. Webasto sei bereits heute mit in Neubrandenburg produzierten Hochvoltheizungssystemen für Elektro- und Hybridfahrzeuge auf dem Weltmarkt sehr erfolgreich. Bei Webasto werde ebenso zur Leistungsfähigkeit von Antriebsbatterien der Elektrofahrzeuge bei Kälte und Hitze geforscht.

Bernhard Schmidtbauer

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