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MV aktuell Echt fit: Zinnowitz startet beim Sport-Tourismus durch
Nachrichten MV aktuell Echt fit: Zinnowitz startet beim Sport-Tourismus durch
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15:42 13.07.2018
Usedom Tennis Open 2018: Axel Seemann, Jana Hardt, Julia Pawel, Peter Schmidt, Andrea Schüler, Monika Schillinger und Horst Kelling (v.l.) freuen sich über ein gutes Turnier. Quelle: Alexander Loew
Zinnowitz

Plop-plop: Der Insel-Norden wiegt sanft im Takt der Tennisschläger. Seit acht Tagen laufen die Usedom Senior Open in Zinnowitz und Karlshagen. An diesem Wochenende stehen die besten Partien des Turniers bevor, morgen gibt’s die Finals. Fast 300 Sportler haben bei der diesjährigen 12. Auflage mitgespielt. Vor allem in Zinnowitz fallen die Tennisspieler im Ort auf, schlendern mit ihren Rackets zur Anlage oder sitzen mit Tenniskleidung in der Spielpause im Café.

„Das Turnier hat sich enorm entwickelt“, freut sich der Zinnowitzer Bürgermeister Peter Usemann. Und zwar nicht nur sportlich, in dem Zahl und Klasse der Teilnehmer von Jahr zu Jahr steigen. Auch wirtschaftlich werden die Open immer wichtiger für die gastgebenden Seebäder. Nach Berechnungen der Kurverwaltung Zinnowitz bringt die Veranstaltung 600 000 Euro Wertschöpfung – da der Großteil der Spieler von außerhalb kommt, aus ganz Deutschland, aber auch Holland, Tschechien oder der Schweiz. Und weil die meisten für etliche Tage Quartier beziehen, ihre Partner mitbringen, essen gehen oder shoppen. Viele kommen später nochmal wieder, womit der Wert einer Usedom Open für den Tourismus durch Folge-Effekte laut Experten sogar bei einer Million Euro liegt. Zinnowitz’ Seebad-Chef weiß um das Potenzial: „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, im Sport-Tourismus echt Betrieb zu machen. Sport soll unser Aushängeschild neben Familienurlaub sein“, sagt Usemann. Auch die Nachbarn in Karlshagen sind gut aufgestellt, organisieren neben Teilen der Tennis-Open zum Beispiel den Volleyball-Beachcup mit über 1200 Sportlern Ende Juli. Ahlbeck lädt heute zum Beachsoccer. Zinnowitz aber, das wurde zuletzt mehr als deutlich, enteilt allen Usedomer Seebädern, was große Sport-Events betrifft.

Im April kamen die 300 besten deutschen Nachwuchs-Leichtathleten zum Nationalmannschafts- Camp – es war das 17. Mal und das Treffen wird immer größer. Die Junioren-Spitzensportler und Übungsleiter mieteten um Ostern fast 100 Ferienwohnungen, trainierten für zwei Wochen öffentlich im Ort. Im Juni gab es in Zinnowitz Läufe zur Deutschen Surf-Meisterschaft und das „Coast Race“ für Extremsportler. Mitte August gastiert mit der Techniker-Tour die größte Beachvolleyball-Serie Europas am Fischerstrand des Seebades.

Wenn im Herbst die Sportschule für 7,7 Millionen Euro frisch saniert übergeben wird, passiert noch mehr. Für September ist hier ein neues Boxturnier geplant. Im Frühjahr 2019 soll es eine Deutsche Meisterschaft im Kraft-Dreikampf geben. „Wir haben dann 186 Betten in der neuen Sportschule“, betont Usemann. Sebastian Ader, Chef des Usedomer Tourismusverbandes, findet es klasse, was sich im Insel- Norden tut: „Zinnowitz entwickelt sich zu einem Magneten für Sportler. Das ist bestes Insel-Marketing“, lobt der Bansiner Hotelier. In der Ansprache an Urlauber sei es sinnvoll, wenn der Norden für Sport- und Familienurlaub stünde und die Kaiserbäder etwas mehr für Mondänes und Kultur (wobei es ja auch in Zinnowitz die Theaterbühne gibt). „Das kann sich alles gut beflügeln. Wir werden die Sport-Aktivitäten jedenfalls unterstützen, wenn Hilfe gebraucht wird“, betont Ader.

Usedom-Open-Gründer Peter Schmidt, der 2007 mit 67 Tennisspielern startete, findet auch stark, wie Zinnowitz hinter dem Sport steht: „Man merkt die große Tradition schon aus DDR- Zeiten.“ Etwas mehr Rückenwind von Gewerbetreibenden könnte er sich aber vorstellen: „Wenn sie sich noch mehr einfallen ließen, zum Beispiel mit besonderen Aktionen für Turnierteilnehmer, könnten alle Events profitieren.“ Das meint auch Usemann. Und er deutet an, dass Zinnowitz trotz toller Entwicklung noch mehr machen könne: „Ein echtes Konzept zur Entwicklung des Sporttourismus haben wir noch nicht. Aber das ist vielleicht etwas für die nächsten Jahre“, sagt der Bürgermeister.

Alexander Loew

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