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MV aktuell Ein Verletzter nach neuen Angriffen von Grusel-Clowns
Nachrichten MV aktuell Ein Verletzter nach neuen Angriffen von Grusel-Clowns
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00:01 22.10.2016
Grusel-Clown aus Georgia. Quelle: EPA

/Greifswald. Der Horror geht weiter. Nachdem am Donnerstag in Greifswald ein sogenannter Grusel-Clown eine junge Frau erschreckt hatte (die OZ berichtete), ermittelt die Polizei Rostock nun gleich in vier Fällen. Die Taten spielten sich ebenfalls alle am Donnerstag ab. Dabei wurde unter anderem ein 19-Jähriger verletzt. Offen bleibt, warum die Polizei erst gestern – einen Tag nach den Vorfällen – darüber informierte.

Strafe bei Bedrohung

1000 Euro Geldstrafe können den sogenannten Grusel-Clowns drohen, wenn sie andere Menschen erschrecken. Davor warnt unter anderem die Polizei Vorpommern-Greifswald auf ihrer Facebook-Seite. Zudem kann wegen Bedrohung, Nötigung und Körperverletzung ermittelt werden.

„Wir besitzen zwar viel Humor, der Spaß hört bei uns aber definitiv dort auf, wo Menschen in Panik versetzt, in ihrer Gesundheit geschädigt oder verletzt werden“, sagt Michael Ebert, Chef der Rostocker Polizei. Die Handelnden mögen das als Spaß begreifen, seien jedoch Straftäter, die mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen müssen.

Unter anderem war ein 15-Jähriger gegen 5.15 Uhr auf der Werftstraße auf dem Weg zu seiner Ausbildungsstätte, als ihm ein Clown mit einem Messer in der Hand entgegenkam. Der Täter ging auf den Jugendlichen zu, dieser geriet in Panik und flüchtete, blieb aber unverletzt. In einem anderen Fall attackierte ein Clown am Donnerstagabend einen 19-Jährigen im Stadtteil Dierkow. Der Täter schlug mit einem Baseballschläger auf ihn ein und schubste ihn in eine Pfütze. Der 19-Jährige erlitt leichte Verletzungen. In beiden Fällen hat die Polizei Ermittlungen wegen Bedrohung, im zweiten Fall auch wegen gefährlicher Körperverletzung, aufgenommen.

Dominique Z. aus Greifswald berichtet inzwischen: „Ich dachte, so etwas gibt es nur im Fernsehen. Er kam auf mich zu, ich sah einen großen Gegenstand in seiner Hand – eine Kettensäge.“

Die Polizei Stralsund beschäftigt sich außerdem mit einem Fall aus Grimmen. „Wir können es aber nicht bestätigen. Wir prüfen, noch, ob und wenn ja, was passiert ist“, sagt Sprecherin Antje Unger.

Kriminalisten gingen am Freitag zudem einer Anzeige nach, wonach ein 13-Jähriger in Ueckermünde von vier Clowns erschreckt worden sei. Letztendlich stellte sich aber heraus, dass sich der Junge alles ausgedacht hatte.

Dennoch: Es soll weitere – bislang unbestätigte – Vorfälle dieser Art gegeben haben. Bei Facebook warnen Nutzer unter anderem vor Clowns, die gestern Nacht in der Rostocker Südstadt und am Kröpeliner Tor unterwegs gewesen sein sollen.

Klar ist: „Die Dunkelheit ist Teil des Erschreckens. Zum Aussehen der Täter gab es jedoch widersprüchliche Aussagen“, sagt André Täschner, Sprecher der Polizei Rostock. Übereinstimmend hätten alle Zeugen eine rote Clownsnase beschrieben. Die Beamten wollen weiter regulär Streife fahren – ohne zusätzliches Personal. Den Hinweisen im sozialen Netzwerk seien sie bislang nicht nachgegangen – weil sie keinen Zugang zu den geschlossenen Gruppen haben.

Bedenklich: Einige Rostocker sollen sich zu einer Art Bürgerwehr zusammengeschlossen haben, um Jagd auf die Clowns zu machen. „Davon raten wir dringend ab“, sagt Täschner. Selbstjustiz sei keine gute Idee. „Man weiß nie, wen man vor sich hat.“ Es sei immer besser, die Polizei zu rufen. Wer einem solchen Grusel-Clown begegnet, möge lieber weglaufen und den Notruf wählen.

Michaela Krohn

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