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MV aktuell „Eine Arbeitswoche mit mehr als 60 Stunden ist keine Seltenheit“
Nachrichten MV aktuell „Eine Arbeitswoche mit mehr als 60 Stunden ist keine Seltenheit“
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03:48 12.09.2013
VR-Sprecher Uwe Gutzmann

OZ: Wie unterstützen die VR-Banken junge Firmengründer?

Uwe Gutzmann: Der Schritt in die Selbstständigkeit verlangt neben Mut und Risikobereitschaft eine Menge Fachwissen und viele Entscheidungen. Wir beraten Existenzgründer und junge Unternehmer umfassend und finden passende Lösungen — nicht nur für die Finanzierung. Unsere Berater unterstützen gern mit ihrem Fachwissen und Erfahrung. Am besten gleich zu Beginn der Überlegungen zur Selbstständigkeit.

OZ: In welchen Branchen bestehen derzeit gute Chancen, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen?

Gutzmann: Aus meiner Sicht gibt es nicht die eine Branche für Existenzgründungen, vielmehr kommt es auf gute Ideen und nachhaltige Konzepte an. Das geht durchaus auch in etablierten Branchen.

Wichtig ist, dass die zukünftigen Kunden einen Mehrwert in dem Angebot des Unternehmens sehen. Nur dann sind sie bereit, dafür einen Preis zu zahlen. 

OZ: Was bietet das sogenannte VR-Gründungskonzept?

Gutzmann: Die Genossenschaftsbanken versuchen, dem Existenzgründer so viele Informationen wie möglich für das geplante Unternehmen an die Hand zu geben. Unbedingt zu beachten: Wer als Jungunternehmer Produkte herstellen und Dienstleistungen verkaufen will, muss zunächst einmal seine Marktchancen kennen. Das Konzept liefert eine Übersicht über 140 Branchen von A wie Änderungsschneiderei bis Z wie Zweiradhandel.

OZ: Wie oft wird es in Anspruch genommen?

Gutzmann: Das Konzept ist allein im vergangenen ersten Halbjahr über 2000 Mal online abgefordert worden.

OZ: Wie sieht das ganz praktisch aus?

Gutzmann: Jeder Branchenbrief enthält Analysen und Prognosen zur Branchenstruktur. Neben Fakten zu Standortwahl, Umsatzchancen und Kostenstrukturen stehen Informationen zur wirtschaftlichen Planung, wie Finanzierung und Kapitalbedarf, bereit. In jedem einzelnen Steckbrief sind Hinweise auf steuerliche Vorschriften, eine umfangreiche Liste mit ersten Kontaktadressen und Anlaufstellen für Beratungen zu finden.

OZ: Können Sie Tendenzen bei Gründungswilligen erkennen?

Gutzmann: Ich denke, dass sich die Gründer im Vorfeld intensiver und gründlicher vorbereiten. Oft geschieht dies mit Unterstützung eines Steuer- oder Existenzgründerberaters. Auch sehen wir zunehmend die Einbindung der örtlichen IHK und Handwerkskammern.

OZ: Welche Fehler werden von angehenden Firmengründern häufig gemacht?

Gutzmann: Oft fehlt das selbstkritische Hinterfragen der Geschäftsidee und der aufgestellten Kalkulationen: Sind die Umsatzgrößen realistisch erreichbar? Sind alle Kosten bedacht? Ist meine Geschäftsidee nachhaltig genug, um langfristig Erfolg zu haben? Daneben unterschätzen viele Existenzgründer den Faktor Zeit. Denn eine Arbeitswoche mit über 60 Stunden ist keine Seltenheit.

OZ: Wie klappt die Finanzierung eines neuen Unternehmens?

Gutzmann: In erster Linie durch gute und fundierte Vorbereitung und Planung. Und: Eine gute Geschäftsidee sollte aus meiner Sicht nicht an fehlenden Sicherheiten scheitern. Wir beraten auch zu diesem Thema.

OZ: Sollte man sich als Inhaber vom ersten Gewinn der Firma gleich einen Porsche kaufen?

Gutzmann: Sicher nicht. Wie jede andere der vielen Entscheidungen, die man als Unternehmer im Wirtschaftsalltag treffen muss, sollte auch das Thema der Gewinnverwendung fundiert und mit Weitblick erfolgen. Gewinnrücklagen helfen zum Beispiel, künftige Engpässe zu überbrücken oder bieten Spielraum für Investitionen.

Infos:

www.vr-mv.de

Knapp 50 Firmenchefs bewerben sich für OZ-Gründerpreis
Softwareentwickler, Umwelt- und Energieberater, Bootswerften und ein Yacht-Charterservice, eine Schule, Pflegedienste, Hotels, Gastronomen, Galerien: Knapp 50 Firmenchefs aus ganz MV haben sich mit ihren Unternehmen für den OZ-Existenzgründerpreis beworben — vielen Dank! Ende Oktober werden der Gründerpreis sowie die Sonderpreise „Mut zur Selbstständigkeit“, gestiftet von Creditreform von der Decken KG Rostock, und „Interessante Gründerstory“, gesponsert von den Volks- und Raiffeisenbanken MV, in Rostock vergeben.

Interview von Thomas Luczak

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