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MV aktuell A-20-Umleitung sackt ab: „Einen halben Meter haben wir noch – dann kommt Wasser“
Nachrichten MV aktuell A-20-Umleitung sackt ab: „Einen halben Meter haben wir noch – dann kommt Wasser“
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00:30 04.05.2018
„„Mein Geschäft leidet unter der Umleitung. Die Kunden können nirgends parken. Mir wäre lieber, hier wäre weniger Verkehr.“Gisela Urlaub Betreiberin einer Eisdiele
Langsdorf/Böhlendorf

Am Telefon ist der Langsdorfer Bürgermeister kaum zu verstehen. „Dann droht hier der Kollaps“, brüllt er gegen den lärmenden Verkehr an. Gerade erst hat Hartmut Kolschewski erfahren, dass ein Teil der A-20-Umleitung absackt. Ein Schreck-Moment für ihn. In der Mitte und an den Rändern ist die Fahrbahn abgesackt, weil sie dem zusätzlichen Verkehr nicht standhält. Denn seitdem die A 20 bei Tribsees gesperrt ist, rollen täglich Tausende Autos und Lkw durch Langsdorf und den Nachbarort Böhlendorf.

Erfahren hat Kolschewski von dem drohenden Desaster durch Reporter, die ihn angerufen hatten. Nach Rücksprache mit den Behörden ist er zumindest ein wenig beruhigt. „Alles nicht so schlimm.“ Die Straße zwischen Langsdorf und dem Kreisverkehr in Richtung Tribsees sacke seit einiger Zeit ab, nach Fertigstellung der A 20 aber deutlich weniger. Jetzt mit dem hohen Verkehrsaufkommen, versinkt sie wieder – aber nicht dramatisch, betont der Bürgermeister. „Einen halben Meter haben wir noch – dann kommt Wasser“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Trotz ständig neuer Schlagzeilen: Seinen Humor hat er nicht verloren. Mittlerweile ist seine Gemeinde eine kleine Berühmtheit.

Die Anwohner müssen mit dem Verkehr leben. Aber er nervt. „Es ist teilweise unerträglich“, klagt Udo Naß. Seit sieben Jahren wohnt der 61-Jährige in Böhlendorf in der Nähe des einstigen Konsums im Dorf. Was, wenn die absackende Straße wie die A 20 gesperrt werden müsste? „Na, dann haben wir hier endlich wieder Ruhe!“, sagt der Ingenieur im Ruhestand laut lachend und beugt sich nach vorne. Auf seiner Terrasse sind die Lkw deutlich zu hören. „Nichts anderes wollen wir.“ Etwas ruhiger wurde es in Böhlendorf, als der Blitzer aufgebaut wurde. Wer allerdings auf der Rückseite der Radarfalle wohnt, hat davon nichts – im Gegenteil. Dahinter geben die Autofahrer wieder Gas. „Mich nervt diese Ignoranz“, sagt der selbstständige Optiker Günter Gregori (60). Erst im vergangenen Sommer sind er und seine Frau Barbara (57) von Nordrhein-Westfalen nach Böhlendorf gezogen. „Weil es so schon ruhig hier ist“, sagt sie. Eigentlich.

Dass das Teilstück in Langsdorf absackt, wundert das Ehepaar nicht. „Wir haben das schon gesehen“, sagt Barbara Gregori. „Uns kam komisch vor, dass die Fahrbahn in der Mitte nach unten geht.“ Eine Sperrung wäre eine betriebswirtschaftliche Katastrophe für den Fremdenverkehr, meint ihr Mann. Aber auch sie sagen: Für die Anwohner würde das endlich wieder Ruhe bedeuten.

Sogar Bürgermeister Kolschewski sieht das so. Er kennt aber auch die Nachteile: längere Umwege für Anwohner und Rettungswagen, Probleme bei der Schülerbeförderung. Und er erklärt, dass, würde man mit Asphalt die Bodenwellen ausgleichen, noch mehr Gewicht dafür sorgen würde, dass die Fahrbahn noch mehr absackt. Also müsse zusätzlich gefräst werden. „In einer Nacht-und-Nebel-Aktion.“

Kolschewski sitzt in seinem Esszimmer. An diesem Tag rauscht vergleichsweise wenig Verkehr an seinem Haus vorbei. Weiterhin gilt vor dem Kreisverkehr Tempo 30. Daran hat sich nichts geändert. „Das Thema wird in den Medien dramatisiert“, sagt er. Man habe ihm gesagt, es handele sich nur um Zentimeter. Kein Grund zur Sorge. „Ich will hoffen, dass sie recht behalten.“ In Langsdorf und Böhlendorf heißt es weiter abwarten und bangen – bis es endlich ruhig wird.

Philip Schülermann

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