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MV aktuell Einst Hamlet, jetzt Störtebeker: Bastian Semm entert Rügen
Nachrichten MV aktuell Einst Hamlet, jetzt Störtebeker: Bastian Semm entert Rügen
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00:00 08.03.2013
Bastian Semm (32) spielte 2011 den Hamlet bei den Festspielen in Bad Hersfeld. Quelle: Florian Miedl
Ralswiek

Er misst 1,86 Meter, hat blaue Augen, ist blond und muskelbepackt. „Die Haare müssen nur noch etwas wachsen, dann ist er der perfekte Störtebeker“, hatte sich Peter Hick (65), Intendant der Störtebeker Festspiele in Ralswiek auf Rügen, bereits kürzlich von seinem neuen Helden entzückt gezeigt. Den Namen wollte er aber noch nicht preisgeben.

Doch gestern Abend lüftete Störtebeker-Pressesprecherin Anna-

Theresa Hick das Geheimnis, wer der neue Oberpirat bei Deutschlands größtem Theater-Open-Air ist: Bastian Semm (32), derzeit wohnhaft in Heidelberg. Der Bochumer, dessen Vater gebürtiger Stralsunder ist, spielte zuletzt bei den Luisenburg Festspielen im oberfränkischen Wunsiedel Peer Gynt und den Romeo, war dort gefeierter Jungstar und bekam 2009 den Nachwuchspreis. Anna-Theresa Hick: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass Sebastian unseren Helden Klaus Störtebeker verkörpern wird. Er ist ein toller Schauspieler und Mensch.“ Etwas Rügen-Erfahrung hat Semm auch schon: Vor neun Jahren spielte er in der auf der Insel gedrehten TV-Serie „Hallo Robbie“ mit.

Vom 22. Juni bis 7. September tritt er nun auf Rügen beim Stück „Beginn einer Legende” in die Fußstapfen von Sascha Gluth (42). Am 13. Mai beginnen die Proben. Ex-Störtebeker Gluth wollte gestern auf Nachfrage die Besetzung Semms allerdings nicht kommentieren: „Zu Ralswiek sage ich erstmal gar nichts mehr!“ Hintergrund für seine Verstimmung: Die Festspielleitung hatte Gluth zunächst als neuen Regisseur verpflichtet. Wegen „künstlerischer Differenzen“ trennte sich Peter Hick aber im Streit von seinem in elf Spielzeiten gedienten Helden.

Auch wenn viele Störtebeker-

Fans nun sauer sind und Gluth auf dessen Facebook-Seite ihre Solidarität aussprechen, hat der neue große Blonde dennoch beste Chancen, die Herzen des Publikums in der 21. Störtebeker-Saison zu erobern. Bastian Semm: „Ich freue mich sehr auf die Herausforderung, auf dieser beeindruckenden Bühne einer historischen Figur Leben einzuhauchen. Diese Legende ist großer Stoff, mit großen Gefühlen und leisen Tönen.“

Dass er ein großes Publikum begeistern kann, hat Semm mehrfach bei den Luisenburg Festspielen in Wunsiedel im „Ländle“ unter Beweis gestellt. Michael Lerchenberg (59), Intendant dieser Festspiele, bescheinigt dem jungen Mimen „große Präsenz und gute Ausstrahlung.“ Doch er findet nicht nur lobende Worte für seinen langjährigen Protagonisten, denn eigentlich war die Produktion 2013 „Hamlet“ mit dem Hauptdarsteller Bastian Semm angekündigt worden. Doch nach dem Coup von Peter Hick, der es schaffte, den Luisenburg Festspielen den jugendlichen Helden auszuspannen, ist Lerchenberg nicht mehr so gut auf den Aussteiger zu sprechen. Semm, so Intendant Lerchenberg gekränkt, habe es ihm in die Hand versprochen, in dieser Festspielsaison die Hamlet-Rolle zu übernehmen. Doch offenbar habe es schon im Herbst Abmachungen mit Ralswiek gegeben. Dass Semm gegen alle Vereinbarungen verstoßen und es vorgezogen habe, für die nächsten fünf Jahre als Hauptdarsteller bei den Störtebeker Festspielen in den Sattel zu steigen, sei „schlechter Stil“.

Gebürtiger Bochumer brillierte bereits in Titelrollen
Bastian Semm wurde am 26. September 1979 in Bochum geboren. 1999 machte er sein Abitur. Von 2002 bis 2006 studierte er an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.

Sein erstes Engagement erhielt er von 2006 bis 2009 am Theater Basel. Bei den Luisenburg Festspielen Wunsiedel übernahm er die Titelrolle in Peer Gynt. 2012 verkörperte er dort den Romeo. Bei den Festspielen Bad Hersfeld 2011 gab Semm den Hamlet. 2009 wurde er mit dem Rosenthal-Nachwuchspreis der Luisenburg Festspiele ausgezeichnet.

Fernseh-Rollen erhielt er unter anderem in „Hallo Robbie“ (2004), „Eine Chance für die Liebe“ (2005) und „Eine Stadt wird erpresst“ (2006).

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