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MV aktuell Einwohner MVs haben im Jahr nur 5165 Euro zum Einkaufen
Nachrichten MV aktuell Einwohner MVs haben im Jahr nur 5165 Euro zum Einkaufen
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05:38 12.07.2016

Weniger Geld zum Einkaufen als im Rest der Republik: Die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns geben in diesem Jahr durchschnittlich 5165 Euro für Lebensmittel, Möbel, Parfüm oder Kleidung aus. Das sind 663 Euro weniger als der Bundesdurchschnitt und bedeutet (zusammen mit Sachsen-Anhalt) deutschlandweit den letzten Platz. Außerdem führt es dazu, dass sich immer weniger Unternehmen in den ländlichen Regionen ansiedeln. Denn dort ist die Kaufkraft im Einzelhandel noch niedriger. In Sassnitz auf der Insel Rügen liegt sie bei 4926 Euro, in Kröpelin (Kreis Rostock) bei gerade mal 4816 Euro.

1.

Amt Carbäk

5941 Euro

Amt Warnow West

5913 Euro

Amt Rostocker Heide

5635 Euro

Amt Bad Doberan Land

5621 Euro

Schwerin

5482 Euro

Sanitz

5481 Euro

Graal-Müritz

5470 Euro

Rostock

5362 Euro

Neubrandenburg

5300 Euro

Greifswald

5206 Euro

Stralsund

5200 Euro

Wismar

5190 Euro

Amt Mönchgut-Granitz

4984 Euro

Sassnitz

4926 Euro

Amt Am Peenestrom

4916 Euro

Neubukow

4837 Euro

116.

Kröpelin

4816 Euro

„Vor allem die strukturschwachen Regionen im östlichen Landesteil stehen vor besonderen Herausforderungen“, sagt Mark Hädicke, Projektleiter bei der Cima Beratung und Management GmbH in Lübeck. Die hat die Daten ermittelt. Demnach ist die Durchschnittskaufkraft in MV im Vergleich zum Vorjahr um 158 Euro gestiegen. Die Menschen mit dem meisten Geld in der Tasche wohnen in der Umgebung von Rostock und Schwerin. Dort liegen die Pro- Kopf-Ausgaben im Schnitt bis zu 15 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Auch die Menschen in Stralsund und Neubrandenburg haben mehr Geld zur Verfügung. Dafür sieht es in den dünn besiedelten Regionen um die Mecklenburger Seenplatte und im ländlichen Vorpommern schlecht aus. Dort gibt es ein unterdurchschnittliches Kaufkraftniveau. Und:

„Ohne attraktive Einzelhandelsstrukturen kann eine Stärkung als Wohn- und Arbeitsplatzstandort nur schwer gelingen“, betont Hädicke.

Dass sich Unternehmer zunehmend auf Ballungszentren konzentrieren, bestätigt Monika Dürrer vom Einzelhandelsverband Nord: „Wenn man einen Laden eröffnet, geht man dorthin, wo sich das Geschäft auch lohnt.“ Außerdem hätten sich Laufwege und Gewohnheiten der Kunden geändert. „Die Leute fahren nur noch für besondere Angebote weiter weg“, erklärt die Geschäftsführerin. Und Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, ergänzt: „Wenn auf der grünen Wiese an den Oberzentren weiter expandiert wird, ist es in vielen Orten nicht mehr rentabel, Einzelhandel zu betreiben.“

Schon jetzt sind in vielen kleineren Städten leere Schaufenster zu sehen – zum Beispiel in Bergen, der größten Stadt auf der Insel Rügen. Etliche „Zu vermieten“-Schilder gibt es auch in Grimmen (Vorpommern-Rügen) und Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg). Ein Grund ist der Boom des Online- Handels. Und: Die Deutschen gehen seltener einkaufen – auch wegen Zeitknappheit im Beruf. Sie ersparen sich den Gang zum Fachgeschäft und nehmen Brot und Fleisch gleich im Supermarkt mit, sagt die Gesellschaft für Konsumforschung.

Bundesweite Kaufkraft- Spitzenreiter im Einzelhandel sind übrigens Grünwald bei München (8622 Euro) und Königstein bei Frankfurt/Main (8167 Euro). Seite 2

Kerstin Schröder

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