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Eiskalte Dusche: Promis machen sich nass für einen guten Zweck

Rostock Eiskalte Dusche: Promis machen sich nass für einen guten Zweck

Tausende Menschen beteiligen sich an der Spaßaktion und spenden für ALS-Forschung.

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Rostock. Ein Internetwelle schwappt durchs Land: Menschen überschütten sich mit Eiswasser und filmen sich dabei. Neben Otto-Normalverbrauchern machen sich auch bekannte Politiker, Sportler und Sänger nass und nomieren dann weitere Personen. Schauspieler Matthias Schweighöfer, der in Anklam (Vorpommern-Greifswald) geboren wurde, hat bereits eine Eiswasser-Dusche hinter sich. Auch über den Körper von Fußballspieler Toni Kroos (ehemals Hansa, jetzt Real Madrid) sind schon Eiswürfel gepurzelt — genau wie über den von Jörg Hahnel (Hansa Rostock).

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Zwischen zwei Männern: So sexy duscht Sängerin Helene Fischer.

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Doch was soll diese Eiskübel-Herausforderung (Ice Bucket Challenge) überhaupt? Die Aktion, die aus den USA stammt, hat einen ernsten Hindergrund. Wie Helmut Mädel, Vorsitzender des Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM), sagt, soll mit den Videos auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam gemacht werden. „Und gleichzeitig werden Gelder für die ALS-Forschung und die Betreuung von Betroffenen gesammelt“, sagt Mädel. Der Erfolg ist immens: In den USA hat die ALS Association innerhalb von vier Wochen 41,8 Millionen US-Dollar durch Spenden eingenommen. Auch die Eisbader im Norden zeigen sich spendabel. Das Konto des DGM-Bundesverbandes, der sich auch um ALS-Betroffene kümmert, wächst täglich. Helmut Mädel freut sich über den durchschlagenden Effekt: „Es ist eine tolle Kampagne“, sagt er. Es sei schon lange ein Anliegen seines Verbandes, auf ALS aufmerksam zu machen.

Wie Dr. Johannes Prudlo von der Neurologischen Klinik der Universitätsklinik Rostock erklärt, werden bei der unheilbaren Erkrankung Nervenzellen zerstört, die für die Motorik im Körper zuständig sind. Als Folge versagt bei den Betroffenen die Steuerung der Muskeln: Nach und nach verlieren sie die Fähigkeit, sich zu bewegen. Auch Sprechen, Schlucken und Atmen fällt ihnen mit fortschreitender Erkrankung immer schwerer.

In MV gibt es zwischen 100 und 120 Betroffene. Um etliche davon kümmert sich Dr. Prudlo in der Rostocker ALS-Spezial-Ambulanz, die 2008 eröffnet wurde und vor allem ein Ziel hat: mit medizinischen und psychologischen Maßnahmen die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Denn ein Heilmittel gibt es bisher nicht. Deshalb wird weltweit geforscht, auch in Rostock.

Spendenkonten in MV
So funktioniert die Ice Bucket Challenge: Einen Eimer Eiswasser über den Kopf schütten oder spenden. Viele Teilnehmer tun beides. Wer für die ALS- Forschung und Betreuung Betroffener in MV spenden möchte, kann folgende Konten nutzen: Universität Rostock, HypoVereinsbank AG Rostock, IBAN: DE66 2003 0000 0019 5515 15, Verwendungszweck ALS-Forschung oder beim DGM-Landesverband Sparkasse Greifswald, IBAN: DE33 1505 0500 0230 0098 59

Die ALS-Ambulanz ist erreichbar unter ☎ 0381/494 52 76

 



Kerstin Schröder

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