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Eltern fordern kostenloses Schüler-Ticket

Rostock/Schwerin Eltern fordern kostenloses Schüler-Ticket

Landkreise übernehmen die Kosten für die Schülerbeförderung – Rostock und Schwerin nicht

Rostock/Schwerin. Freie Fahrt für alle Schüler: Die Diskussion um die Schülerbeförderung in Mecklenburg-Vorpommern nimmt Tempo auf. Die oppositionelle Linksfraktion im Landtag und Elternvertreter fordern die Einführung eines landesweiten kostenlosen Tickets für alle Schüler. Die Regierungsparteien SPD und CDU stehen dem positiv gegenüber. Und: Der Landtag hat sich gerade darauf geeinigt, dass die kostenlose Schülerbeförderung, die bisher in den Landkreisen gilt, künftig auch in den kreisfreien Städten Rostock und Schwerin angeboten wird. Die Kosten werden durch das Land getragen. „Es kann nicht sein, dass Schüler in Rostock und Schwerin anders behandelt werden als in anderen Städten und Gemeinden“, erklärt Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD).

Allerdings werden die Fahrtkosten weiterhin nur ab einer bestimmten Entfernung und nur zur örtlich zuständigen staatlichen Schule übernommen.

Der Kreiselternrat Vorpommern-Greifswald will mehr. Mit einer landesweiten Volksinitiative soll ein Landesschülerticket, das auch für Auszubildende gilt, eingeführt werden, erklärt die Vorsitzende Claudia Metz. Das Land soll die Schülerbeförderung auf die Freizeitaktivitäten ausweiten, die Kosten übernehmen und Mindestentfernungen abschaffen. Der Landeselternrat unterstütze „bedingungslos“ die Einführung des Landesschülertickets, sagt die Vorsitzende Anja Betty Ritter. Und Simone Oldenburg, Vorsitzende der Landtagsfraktion der Linken, fordert: „Die Schüler erfüllen ihre Schulpflicht.

Geschieht das an einer staatlichen Schule, muss auch der Staat für die Beförderungskosten aufkommen.“

In Rostock lernen zurzeit 14 392 Schüler an allgemeinbildenden staatlichen Schulen. 8273 Kinder und Jugendliche nutzen das Schülerticket. Dafür zahlen die Eltern 27,50 Euro pro Monat. Wie viel die Schülerbeförderung künftig jährlich kosten werde, sei noch ungewiss, heißt es aus dem Rathaus. Indes warnt Rostocks Schulsenator Steffen Bockhahn (Die Linke) die Eltern vor allzu großen Hoffnungen auf eine finanzielle Entlastung. „Davon werden nur wenige etwas haben“, sagt er. Eine Grundschule müsse mindestens zwei Kilometer von der Wohnung der Familie entfernt sein, bei weiterführenden Einrichtungen betrage die Mindestentfernung vier Kilometer.

Für diese Zuordnung muss Rostock jetzt Schuleinzugsbereiche bilden. Bisher gilt noch das gesamte Stadtgebiet als Schuleinzugsbereich. „Die Schulwahlfreiheit muss dabei aber gesichert bleiben“, erklärt Bockhahn.

In Schwerin lernen zurzeit an allgemeinbildenden staatlichen Schulen 7529 Schüler. 2013 habe die Stadt schon einmal die Anzahl der Schüler, die einen Anspruch auf die Schülerbeförderung haben, an das Land gemeldet. Damals waren es 1644, sagt Pressesprecherin Michaela Christen. Die jährlichen Kosten für ihre Beförderung würden etwa 450000 Euro betragen. Die Berechnung werde jetzt aktualisiert.

Bisher kostet eine Monatskarte für Schüler im Stadtnetz 33,60 Euro.

In den sechs Landkreisen werden Schüler seit mehr als 20 Jahren zu ihren Schulen und zurück befördert – kostenfrei. Im vergangenen Jahr waren es etwa 62000 Schüler, Kosten: 55,5 Millionen Euro.

Nordwestmecklenburg: „Aktuell nehmen 7155 Schüler an der kostenlosen Schülerbeförderung zur örtlich zuständigen Schule teil“, sagt Pressesprecherin Petra Rappen. Jährlich koste dies etwa sieben Millionen Euro.

Mecklenburgische Seenplatte: „Im Schuljahr 2016/17 nehmen etwa 12200 Schüler die kostenlose Schülerbeförderung in Anspruch“, erklärt Pressesprecherin Haidrun Pergande. Die Kosten betrugen 2016 etwa 10 Millionen Euro.

Landkreis Rostock: „Zurzeit sind 13356 Schüler“ angemeldet, sagt Pressesprecher Michael Fengler. 2016 seien dafür 8,94 Millionen Euro aufgewendet worden.

Vorpommern-Greifswald: 10660 Schüler seien dabei, erklärt Anke Radlof, stellvertretende Pressesprecherin. 2016 habe der Kreis 10,6 Millionen Euro für die Beförderung der Schüler aufgewendet.

Ludwigslust-Parchim: „10840 Schüler nehmen zurzeit an der kostenfreien Schülerbeförderung teil“, berichtet Jörg Hiller, Sachbearbeiter in der Kreisverwaltung. Die Kosten dafür betrugen 2016 etwa 10,35 Millionen Euro.

Vorpommern-Rügen: Die Schülerbeförderung betreffe 7725 Schüler, sagt Pressesprecher Olaf Manzke. Im letzten Jahr seien dafür 8,3 Millionen Euro ausgegeben worden.

Bernhard Schmidtbauer

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