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Eltern und Linke fordern freie Fahrt für Schüler und Azubis

Greifswald/Schwerin Eltern und Linke fordern freie Fahrt für Schüler und Azubis

Volksinitiative mit 14 000 Unterschriften: Ticket soll landesweit gelten

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Schüler aus dem Landkreis Rostock steigen nach Unterrichtsschluss in ihren Bus. ARCHIVFOTO: BERND WÜSTNECK/DPA

Greifswald/Schwerin. Für Schüler und Lehrlinge ist der öffentliche Nahverkehr in MV ein Flickenteppich: Zu welchen Zeiten und wohin sie mit ihren jeweiligen Tickets kostenlos fahren dürfen, ist in jedem Kreis anders geregelt. Damit will jetzt der Kreiselternrat Vorpommern-Greifswald aufräumen: In einer Volksinitiative fordern die Eltern ein einheitliches Ticket für alle Schüler und Auszubildenden, das landesweit, rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr gelten soll. Unterstützung kommt von der Linken.

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Volksinitiative mit 14 000 Unterschriften: Ticket soll landesweit gelten

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Claudia Metz, Vorsitzende des Kreiselternrats in Vorpommern-Greifswald FOTO: PRIVAT

Knapp 14000 Unterschriften hat der Elternrat bereits zusammen, bei 15000 muss sich der Landtag mit dem Thema befassen. „Wir sind der Meinung, dass die bisherige Regelung sozialschwache Eltern benachteiligt, weil sie dazu führt, dass sie ihre Kinder nicht auf die Schule ihrer Wahl schicken können“, sagt Claudia Metz, Vorsitzende des Kreiselternrats. Die Tickets gelten nämlich bisher nur für den Transport zur örtlich zuständigen Schule. Wenn sich Eltern aber im Rahmen der freien Schulwahl für eine andere entscheiden, müssen sie den Schülertransport ihrer Kinder selber zahlen.

„Das Landesschülerticket könnte auch den öffentlichen Nahverkehr beleben, weil die Nachfrage wieder steigt“, glaubt Claudia Metz. Davon würden am Ende alle Bürger profitieren. Unterstützung erhalte die Initiative daher auch von zahlreichen Bürgermeistern kleinerer Gemeinden, die die Unterschriftenlisten an ihre Einwohner verschickten.

Der Landeselternrat steht hinter der Idee: „Wir müssen unsere Kinder mobil bekommen, sonst nehmen wir ihnen die Möglichkeit, am außerschulischen Leben teilzunehmen“, sagt die Vorsitzende Stefanie Kirsch. „Viele Kinder würden etwa gerne in Schwerin ins Museum gehen. Dort gibt es auch ermäßigten Eintritt für Schüler. Aber um dorthin zu kommen, gibt es keine Vergünstigungen. Von den schlechten Verbindungen will ich gar nicht reden.“ Das Ticket müsse ja nicht kostenlos sein, meint Kirsch: „Zehn Euro im Monat wäre ein fairer Preis.“

Politische Rückendeckung kommt von der Linken: „Wir wollen, dass Schüler, Azubis und Studenten den öffentlichen Verkehr, egal ob mit Bus oder Bahn, jederzeit kostenlos nutzen können. Wir wollen damit den öffentlichen Verkehr insgesamt stärken und die Abwärtsspirale aus immer weniger Bedarf und immer weniger Angebot durchbrechen“, sagt die verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Mignon Schwenke. Initiativen wie in Vorpommern-Greifswald gebe es auch in anderen Kreisen. „Das Geld ist nicht das Problem, zumal das Land und die Kreise gemeinsam dafür aufkommen können.“

Am 1. November will die Linke einen entsprechenden Antrag im Verkehrsausschuss einbringen. „Wir rechnen damit, dass die Volksinitiative demnächst den Landtag erreichen wird. Da wir gerade in den Haushaltsberatungen für den nächsten Doppelhaushalt stecken, wollen wir vorsorglich Mittel für die Umsetzung der Volksinitiative einstellen“, sagt Schwenke.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) meint dagegen: „Ein solcher Freifahrschein für Kinder und Jugendliche würde erhebliche Kosten auslösen. Da das Geld nur einmal ausgegeben werden kann, würde es dann an anderer Stelle fehlen, etwa bei Schulsanierungshilfen des Landes für die Kommunen oder der Kostenentlastung des Landes für Kita-Plätze für Eltern.“

Kostenlos zur Schule – und am Nachmittag?

Kostenlose Schülerbeförderung gibt es in ganz MV: Im April hatte der Landtag beschlossen, sie auch für Rostock und Schwerin einzuführen. Zuvor galt sie nur in den Kreisen. Die Schülertickets gelten aber nur für bestimmte Zeiten und ab einer gewissen Entfernung.

Der Kreis Nordwestmecklenburg und das Verkehrsunternehmen Nahbus haben 2017 das Jugend-Freizeit-Abo eingeführt, mit dem Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre für 10 Euro im Monat auch außerhalb der Schulzeiten unterwegs sein können. Ab 2018 soll es für Schüler kostenlos sein.

Volksinitiative Landesschülerticket (Last): www.kervorpommern- greifswald.eu/

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Axel Büssem

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