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Endspurt: Unternehmen in MV suchen Tausende Lehrlinge

Rostock Endspurt: Unternehmen in MV suchen Tausende Lehrlinge

In wenigen Wochen startet das neue Ausbildungsjahr – und noch immer sind 4400 Lehrstellen unbesetzt

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Jürgen Radloff, Arbeitsagentur

Quelle: Marlies Walther

Rostock. Köche, Hotelfachleute, Mechaniker, Verkäufer, Elektroniker – viele Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern suchen Lehrlinge. Und finden keine mehr. Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind im Nordosten noch immer rund 4400 Lehrstellen unbesetzt. Die Bundesagentur für Arbeit appelliert daher an junge Leute ohne Lehrstelle: „Nutzt die Zeit der Ferien intensiv für die Ausbildungsplatzsuche“, betont das Geschäftsführungsmitglied der Regionaldirektion Nord, Thomas Letixerant.

Beruf Anzahl  
Koch/Köchin 370
Restaurantfachmann/-frau 339
Hotelfachmann/-frau 297
Kaufmann/-frau (Einzelhandel) 238
Verkäufer/-in 217
Anlagenmechaniker/-in (Sanitär-/Heiz.-Klimatechnik) 118
Fachkraft Gastgewerbe 117
Handelsfachwirtin 105
Fachkraft Lagerlogistik 103
Fachverkäufer/-in (Bäckerei) 103
Stand: Juli 2016 in MV – Quelle: Agentur für Arbeit  

Zwei Elektroniker-Lehrlinge sucht beispielsweise die Herden und Kaiser Montagegesellschaft aus Schwaan (Landkreis Rostock). Das Unternehmen ist im Bereich Elektromontagen tätig, etwa im Schiffbau. So arbeiten die rund 80 Beschäftigten u. a. auf der Rostocker Neptun Werft an Flusskreuzfahrtschiffen; auch beim Umbau der Scandlinesfähren „Berlin“ und „Copenhagen“ in Dänemark waren die Mitarbeiter im Einsatz.

Was fehlt, sind Lehrlinge: Nachdem der bislang letzte Azubi im Juni 2014 ausgelernt hatte, habe das Unternehmen nur noch sehr wenige und zudem ungeeignete Bewerbungen erhalten, erklärt Verwaltungsmitarbeiterin Nicole Kaiser. „Wichtig sind gute Noten in Fächern wie Mathe und Physik“, betont Nicole Kaiser. Bei der Suche nach Azubis halte das Unternehmen Kontakt mit der Arbeitsagentur und der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern. Bislang ohne Erfolg. „Der Rückgang der Bewerbungen war in den vergangenen fünf, sechs Jahren ein schleichender Prozess“, erklärt Nicole Kaiser.

Die meisten Jugendlichen werden zum 1. September 2016 mit ihrer Ausbildung beginnen. Gute Chancen haben Bewerber derzeit vor allem in der Hotel- und Gastronomiebranche. Doch auch Kaufleute, Verkäufer oder Friseure finden zahlreiche Angebote. Die offenen Stellen verteilten sich „auf fast alle Branchen: von der Landwirtschaft bis zur Informatik, vom Büro bis zum Gesundheitsbereich“, sagt der Chef der Arbeitsagentur Stralsund, Jürgen Radloff.

Die Jugendlichen sollten sich jetzt bei der Berufsberatung für einen kurzfristigen Beratungstermin melden, betont Letixerant. Zudem seien Lehrstellenangebote in der Jobbörse der Arbeitsagentur im Internet (www.arbeitsagentur.de) zu finden.

Während auf der einen Seite derzeit 4400 Lehrstellen in MV unbesetzt sind, haben auf der anderen Seite knapp 3000 Schulabgänger noch keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden. Angesichts dieser Lücke seien „auch die Personalverantwortlichen der Betriebe gefordert“, die keine Ausbildungsstelle unbesetzt lassen sollten, erklärt Letixerant. Die Personalchefs sollten auch „Bewerbern mit Ecken und Kanten eine Einstiegschance geben“.

Einen „neuen Höchstwert bei abgebrochenen Ausbildungen“ in MV kritisiert die bildungspolitische Sprecherin der Schweriner Grünenfraktion, Ulrike Berger. Mit einer Abbrecherquote von knapp 34 Prozent weise MV den höchsten Wert aller deutschen Flächenländer auf. Ulrike Berger fordert mehr Personal an Berufsschulen, um Unterrichtsausfälle zu reduzieren. Außerdem müsse dort eine sonderpädagogische Förderung „flächendeckend angeboten werden“.

Unterdessen ist ein Projekt für junge Flüchtlinge im Handwerk nur zögernd angelaufen. In MV seien von 60 Stellen bislang nur elf besetzt worden. Die Teilnehmer sollen bei dem Projekt für eine reguläre Berufsausbildung in Deutschland fit gemacht werden.

Axel Meyer

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