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Endspurt im Wahlkampf: Hoffen auf Hilfe von oben

Mainz Endspurt im Wahlkampf: Hoffen auf Hilfe von oben

Die Spitzenleute der Parteien wollen die Kandidaten unterstützen. Vor allem in Wahlkreisen, in denen es eng werden könnte.

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Mainz. Sie suchen das direkte Streitgespräch mit Konkurrenten, harren selbst bei Dauerregen an ihren Wahlständen aus oder kochen für die Frauenquote. Im Wahlkampf-Endspurt geben die Kandidaten für die Bundestagswahl am 22. September alles. Und sie setzen auf Beistand von oben, von führenden Vertretern ihrer Parteien.

Morgen unterstützt der Chef der Bundestags-Linksfraktion, Gregor Gysi, seine Partei- und Fraktionskollegen in Rostock und Schwerin. Sowohl Steffen Bockhahn als auch Dietmar Bartsch machen sich Hoffnungen auf das Direktmandat.

Am kommenden Mittwoch spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Landeshauptstadt. Dort will Dietrich Monstadt sein Mandat verteidigen und hofft dabei auf hilfreiche Worte der Kanzlerin, auf die der gesamte CDU- Wahlkampf zugeschnitten ist.

Die Bewerber der SPD können allerdings nicht mehr auf Hilfe ihres Spitzenmanns Peer Steinbrück zählen. Der hatte MV zur Hanse Sail Anfang August letztmals auf seinem Tourplan.

Glaubt man den Umfragen, lohnt sich die Wahlwerbung bis zum Urnengang. Fast die Hälfte der Wähler in Mecklenburg-Vorpommern war noch vier Wochen vor der Wahl unschlüssig, wen sie wählen oder ob sie überhaupt ihr Wahlrecht nutzen sollten. Schon bei der Bundestagswahl 2009 hatte der Nordosten mit 63 Prozent eine der niedrigsten Quoten verzeichnet. Bundesweit hatten 72,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, die geringste Beteiligung bislang. Gewerkschaften und Arbeitslosenverband in MV sahen sich veranlasst, die Menschen im Land zur Nutzung ihres Wahlrechts zu ermahnen.

Am Wahlverhalten im Nordosten scheint sich unterdessen wenig zu ändern. Den Umfragen zufolge kann die CDU wieder die meisten Stimmen auf sich vereinen. Die Partei von Kanzlerin Merkel, die selbst in Vorpommern antritt und dort noch einen Tag vor der Bundestagswahl in eigener Sache werben will, erreichte zuletzt 36 Prozent. Schon bei der Bundestagswahl 2009 war die CDU mit sechs Direktmandaten und 33,1 Prozent der Zweitstimmen klarer Wahlsieger im Nordosten. Landesparteichef Lorenz Caffier versucht, guten Wind für seine Partei zu machen. Seit Wochen verteilt der Innenminister landauf, landab „Zuwendungsbescheide“, die den Kommunen Landeshilfen für Bauprojekte zusichern.

Zweitstärkste Kraft im Land würde laut Umfrage die SPD mit 24 Prozent. Die Sozialdemokraten mit ihrem Landeschef Erwin Sellering hatten 2009 mit 16,6 Prozent ein Wahldebakel erlebt und alle Direktmandate verloren. Jetzt würden sie knapp an der Linkspartei (23 Prozent) vorbeiziehen, die im Vergleich zu 2009 gleich sechs Prozentpunkte verlieren würde.

Auf drastische Verluste muss sich die FDP einstellen, die 2009 noch 9,8 Prozent der Wähler im Land überzeugt hatte und nun in Umfragen gerade noch zwei Prozent erreicht. Ob der Besuch ihres Spitzenkandidaten Rainer Brüderle Anfang September am Schweriner Schiffsanleger dem FDP-Boot neuen Schwung verleihen konnte, bleibt abzuwarten. Die Grünen können diesmal 6 Prozent erwarten und damit genauso viel wie 2009, als sie im Land 5,5 Prozent holten und schon damals unter dem Bundesergebnis lagen.

Für die kleinen Parteien wird es wohl schwer, über die Fünf-Prozent-Marke zu kommen. Die Alternative für Deutschland (AfD) kam wie die Piraten in der Umfrage auf 2 Prozent, die NPD auf 3 Prozent.

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Liberale schließen Ampel aus: Rösler warnt vor Großer Koalition
Mit der Absage an eine Ampel-Koalition setzt die FDP im Wahlendspurt alles auf die schwarz- gelbe Karte. Bei einem Parteitreffen in Mainz haben die Liberalen gestern ein mögliches Bündnis mit SPD und Grünen nach dem 22. September offiziell ausgeschlossen. Diese Zusicherung soll Unionswähler motivieren, ihre Zweitstimme der FDP zu geben.

Laut Umfragen gäbe es für eine Ampel sowieso keine Mehrheit. Schwarz-Gelb liegt knapp vorn, die FDP kann momentan jedoch höchstens mit sechs Prozent rechnen. In Bayern, wo an diesem Sonntag gewählt wird, droht der FDP sogar ein Rauswurf aus dem Landtag.

Indes warnt Parteichef Philipp Rösler vor Schwarz-Rot: „Ich kann die Bürger vor einer Großen Koalition nur warnen.“ Union und SPD hätten 2005 gleich die Mehrwertsteuer kräftig erhöht. „Diesmal würde es für die Steuerzahler sicher deutlich teurer“, sagt Rösler. CDU-Chefin Angela Merkel würde den Wünschen der SPD nach höheren Steuern und einem gesetzlichen Mindestlohn nachgeben, mutmaßt er. Die Kanzlerin würde sofort um die Gunst der SPD-Anhänger buhlen, meint Rösler.

 

Frank Pfaff

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