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Erdöl aus Vorpommern: Testbohrung wird vorbereitet

Saal Erdöl aus Vorpommern: Testbohrung wird vorbereitet

Bis Mitte April soll in Saal der Bohrturm stehen. Das erste Öl könnte im Juni fließen.

Saal. Die erste Probebohrung nach Erdöl am Saaler Bodden rückt näher: Seit einer Woche laufen die Vorbereitung auf Hochtouren. „Bis Mitte April soll der Bohrturm aufgebaut werden“, sagt Jens Müller, Pressesprecher des deutsch-kanadischen Unternehmens Central European Petroleum (CEP), das etwa 2,7 Kilometer unter dem vorpommerschen Saal bis zu 40 Millionen Barrel Erdöl fördern will.

Zunächst muss jedoch getestet werden, wie gut das schwarze Gold tatsächlich fließt. Davon erhofft sich das Unternehmen Informationen über die Fördermöglichkeiten. Dafür investiert CEP elf

Millionen Euro. Das Bergamt Stralsund hatte die Testförderung im März genehmigt. Noch im April soll gebohrt werden.

„Leider sind wir bereits etwa eine Woche in Verzug“, sagt Müller. Doch er zeigt sich zuversichtlich, dass im Juni der etwa fünftägige Fließtest beginnen kann. Parallel zu den Vorbereitungen wird der Untergrund im Umkreis von etwa drei Kilometern außerdem untersucht. Abhängig von den Ergebnissen der Bohrung könnte noch ein mehrmonatiger Fließtest folgen.

Umweltschutzorganisationen wie BUND und Greenpeace kritisieren das Vorhaben. CEP-Geschäftsführer Thomas Schröter sieht hingegen keinen Grund zur Sorge. Das Förderverfahren sei bewährt, Landschaft und Tourismus würden nicht beeinträchtigt, versichert er.

Während der Testförderung wird etwa 2,7 Kilometer tief gebohrt — danach nochmals etwa einen Kilometer weit horizontal. In dieser Tiefenschicht befindet sich sozusagen die Ölquelle: In das poröse Ölspeichergestein mit Namen Straßfurt-Karbonat will das Unternehmen in der Testphase einmalig etwa 150 Kubikmeter Flüssigkeit hineinpumpen. Dadurch öffnen sich die Poren des Gesteins in einem Umkreis von etwa 75 Metern rund um das Bohrloch. Das ermöglicht das Fließen des Öls. Die hineingepumpte Flüssigkeit sei nicht umweltgefährdend, gibt das Unternehmen an. Sie bestehe zu 99,5

Prozent aus Wasser und Keramiksand. Hinzu kämen Stoffe, die aus der Lebensmittelproduktion stammen.

Absenkungen des Bodens seien ebenfalls nicht zu befürchten, da das Ölspeichergestein durch Hundert Meter dichte Salz- und weitere Gesteinsschichten überlagert und dadurch geschützt sei. Zur Sicherung des Grundwassers werde das Bohrloch mit Stahl und Beton ummantelt.

Anwohner befürchten Lärmstörungen, aber das Unternehmen bemüht sich auch hier zu beruhigen. So soll es während der Bohrung nur maximal sechs Stunden laut sein, sagt Müller. Bodenerschütterungen schließt das Unternehmen aus. Allerdings werden während der Arbeiten etwa 400 Lkw-Fahrten notwendig sein, räumt CEP-Geschäftsführer Thomas Schröter ein. Das sei aber nur etwa die Hälfte des Aufkommens während der sogenannten Explorationsbohrungen im Jahr 2011.

Wenn alle Ergebnisse der Förderung vorliegen, stehen 2015 möglicherweise weitere Bewertungsbohrungen an. 2016 könnte dann der Antrag auf Gewinnung gestellt werden, erklärt Müller. Die eigentliche Förderung würde dann voraussichtlich 2017 oder sogar erst 2018 beginnen.

 



Elisabeth Woldt

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