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MV aktuell Erneut Stolpersteine in Sassnitz gestohlen
Nachrichten MV aktuell Erneut Stolpersteine in Sassnitz gestohlen
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00:00 30.06.2014
Löcher, dort wo die Stolpersteine verlegt waren. Quelle: Dieter Lindemann
Sassnitz

Großer Unmut in Sassnitz: In der Nacht zu Sonnabend sind nach Angaben der Polizei neun der insgesamt 15 Stolpersteine gestohlen worden. Entdeckt hatte den Diebstahl Peter Wenninger aus Bremen. „Ich war morgens um 8 Uhr zum Bäcker unterwegs, um Brötchen zu holen. Da ist mir aufgefallen, dass an der Weddingstraße/Ecke Karl-Liebknecht-Ring die Stolpersteine fehlen“, sagt der Urlauber. Der 65-Jährige hat Anzeige erstattet. Hinter der Tat, die er „skandalös“ nennt, vermutet Wenninger ganz klar einen extremistischen Hintergrund. „Da waren wohl Leute am Werk, die die Vergangenheit nicht wahrhaben und sie anders interpretieren wollen.“ Auch in seiner Heimatstadt wird mit Stolpersteinen an die Opfer des NS-Terrors erinnert.

Diese Tat ist nicht die erste ihrer Art in der Hafenstadt auf Rügen. So waren erst im Dezember 2012 fünf Stolpersteine gestohlen sowie einer an der Strandpromenade erheblich beschädigt worden.

Das Entsetzen war auch damals groß. Mit einer Spendenaktion gelang es, die Stolpersteine wieder anfertigen und am 1. September 2013 erneut verlegen zu lassen.

Mit dem an diesem Wochenende gestohlenen Stolperstein wurde an Zeugen Jehovas erinnert, die im Frühjahr 1945 in der Außenstelle des Konzentrationslagers Ravensbrück an der Luisenallee inhaftiert waren. Sie mussten Seetang von der Küste in den Wedding-Park transportieren. SS-Oberführer Professor Arnold Waldschmidt soll versucht haben, aus Seetang Protein zu gewinnen. Der Sassnitzer Stadtpräsident Frank Kracht (Linke) verspricht: „Wir werden die Steine so schnell wie möglich ersetzen, um den Leuten, die uns schaden wollen, keinen Raum zu geben.“

Ähnliche Vorfälle gab es auch schon in Greifswald und Wismar. In der vorpommerschen Universitätsstadt wurden am 9. November 2012, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, elf Steine herausgebrochen.

Im gleichen Jahr wurden in Wismar sieben Stolpersteine mit Stahlplatten überklebt, in denen Namen von Nazi-Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg eingelassen waren.



Chris-Marco Herold

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