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Erschlagen und ertränkt: Brutale Gewalt gegen Tiere

Rostock Erschlagen und ertränkt: Brutale Gewalt gegen Tiere

Bei Tierquälerei existiert eine hohe Dunkelziffer. Der Tierschutzbund: Viele Halter verrohen. Täter könnten härter bestraft werden, wenn Tiere nicht als Sachen eingestuft werden. Vier schlimme Fälle aus den letzten Monaten zeigen große Brutalität.

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Ertränkt: An der Brücke zur Insel Riems bei Greifswald hatte eine Passantin im Juni 2017 diese tote Hündin im Wasser entdeckt. Der Tierquäler hatte der Hündin eine Leine um den Hals geschlungen, daran war ein schwerer Pflanzstein aus Beton befestigt. Dann hatte er die Hündin ins Wasser geworfen.

Quelle: Privat

Rostock. Brutale Gewalt gegen Hunde, Katzen & Co., sie wurden zum Sterben angebunden, erschlagen oder ertränkt. Tierschützer müssen immer wieder harte Fälle von misshandelten und getöteten Haustieren anzeigen.

DCX-Bild

Bei Tierquälerei existiert eine hohe Dunkelziffer. Der Tierschutzbund: Viele Halter verrohen. Täter könnten härter bestraft werden, wenn Tiere nicht als Sachen eingestuft werden. Vier schlimme Fälle aus den letzten Monaten zeigen große Brutalität.

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„Die Fälle von Tierquälerei werden immer schlimmer“, sagt Kerstin Lenz, Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes MV. Die Menschen würden zunehmend verrohen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik MV führt als Straftat auch Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, die bei der Polizei angezeigt worden sind, auf. Die aktuellsten Zahlen stammen mit 174 Fällen aus dem Jahr 2016, heißt es vom Landeskriminalamt. Ein Jahr zuvor waren es 179 Fälle.

Die zuständigen Veterinärämter bei den Landkreisen und kreisfreien Städten würden allen Verdachtsfällen nachgehen, erklärt eine Sprecherin von Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD). Werde dem Veterinäramt ein Verdacht gemeldet, folgt eine Kontrolle vor Ort. Verhalten sich Tierhalter tierschutzwidrig, könne laut Tierschutzrecht das Tierleid beendet werden. Etwa durch die Fortnahme der Tiere, das Tierhaltungsverbot sowie Straf- und Bußgelder.

Hunde mussten qualvoll sterben

„Die Dunkelziffer zu Tode gequälter Tiere ist viel höher als die Statistikzahlen“, sagt Kerstin Lenz. So würden viele Hunde einsam in ihren Zwingern sterben. „Sein Tier zu quälen oder sogar zu töten ist das Schlimmste, das man ihm anzun kann“, betont sie.

Wie bei dem kleinen Mischlingshund, der Anfang Januar in Neubrandenburg tot gefunden wurde. Seine Schnauze war mit einem textilen Maulkorb verschlossen. Das Vorgehen der Halter des kleinen Mischlingshundes in Neubrandenburg war zutiefst perfide: Das Tier war nur 50 Meter von einem Tierheim entfernt an einem Pfahl angebunden worden. An dieser Stelle verdurstete der Hund. Ob gegen die Halter, einen Mann (28) und eine Frau (31), „Anklage erhoben oder ein Strafbefehl verhängt wird, steht noch nicht fest“, sagt Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg.  Seitdem die Halter mit Namen und Foto im Internet aufgetaucht sind, werden ihnen schwere Gewalttaten angedroht.

Wer fünf Dackelwelpen in Pamitz (Vorpommern-Greifswald) bei einem Einbruch im November 2017 getötet hat, ist unklar. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, sagt Axel Falkenberg von der Polizeiinspektion Anklam.

Dagegen ist der Tod einer´ Hündin vor der Insel Riems (Vorpommern-Greifswald) aufgeklärt. Das Tier war im Juni 2017 ins Wasser geworfen worden. Der Tierquäler hatte der Hündin eine Leine um den Hals geschlungen, daran war ein schwerer Pflanzstein aus Beton befestigt. Dann hatte er die Hündin ins Wasser geworfen. Die Polizei ermittelte gegen den Besitzer (41). „Das Amtsgericht Greifswald hatte den Beschuldigten Ende August zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen verurteilt“, sagt Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg von der Staatsanwaltschaft Stralsund.

„Täter könnten eher und härter bestraft werden, wenn Tiere vom Gesetz her nicht mehr nur als Sachen eingestuft werden“, erklärt Kerstin Lenz. Überführte Tierquäler müssten in jedem Fall ein lebenslanges Tierhalteverbot bekommen. „Denn diese Leute haben kein Gewissen“, sagt sie.

19-jähriger blinder Terrier-Mischling ausgesetzt

Ein Beispiel dafür ist der blinde Terrier-Mischling „Bonny“: Sein Besitzer – der Name des Ribnitz- Damgarteners war rasch bekannt geworden – hatte den 19-jährigen Rüden Anfang Oktober 2017 an einen Baum gebunden – zum Sterben. Tierschützer konnten den kleinen Hund zwar lebendig bergen, er musste aber in der Tierklinik Rostock erlöst werden. Gegen den Besitzer des Hundes hatte der Tierschutzverein Vorpommersche Boddenlandschaft Anzeige erstattet. Ebenso der Landkreis Vorpommern-Rügen: Das Aussetzen oder Zurücklassen eines Tiers, um sich seiner zu entledigen, ist gemäß Tierschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat, erklärt Sprecher Olaf Manzke. „Ein entsprechendes Verfahren wurde vom Landkreis eingeleitet.“ Der tote Hund war im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei untersucht worden. Misshandlungen seien am Hund nicht festgestellt worden, er sei in vergleichsweise gutem Ernährungszustand gewesen.

Schmidtbauer Bernhard

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