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Erschossener Polizist stammt aus MV

Schwerin Erschossener Polizist stammt aus MV

Ein sogenannter Reichsbürger hatte den 32-Jährigen aus Grabow bei einem Einsatz in Bayern getötet

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Flagge vor dem Haus des Reichsbürgers in Bayern.

Quelle: dpa

Schwerin. Das Städtchen Grabow steht unter Schock: Der Polizist Daniel E. (32), der am Mittwoch in Bayern von einem sogenannten Reichsbürger (49) erschossen wurde (OZ berichtete), stammt aus dem Dorf Wanzlitz, einem Ortsteil der 6200 Einwohner zählenden Stadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

„Das ist so tragisch“, sagt Stadtvertretervorsteher Dirk Dobbertin (FDP/ABG) hörbar bewegt. Sein Mitgefühl gelte der Familie des getöteten Polizisten. Er kenne sie seit Jahrzehnten persönlich. Er habe mit dem Vater des Polizisten lange zusammengearbeitet. „Als Daniel damals auf die Welt kam, haben wir seine Geburt kräftig gefeiert“, berichtet Dobbertin. Sein Sohn sei mit ihm zur Schule gegangen und befreundet gewesen.

Der 32-Jährige war nach seinem Abitur zum Polizeidienst nach Bayern gegangen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Der junge Mann war – über seine Familie hinaus – noch eng mit Grabow und der Region verbunden. So sei er aktives und später förderndes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr gewesen, sagt der Grabower Wehrführer Ulf Bennöhr. Die Stadt wolle den toten Polizisten mit einer Traueranzeige würdigen, kündigt Bürgermeister Stefan Sternberg (SPD) an.

Auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) drückt der Familie des getöteten Polizisten seine Anteilnahme aus. Die Streifenwagen der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns fahren ab sofort mit Trauerflor.

„Der gewaltsame Tod des bayerischen Polizisten hat mich und die Landespolizei stark erschüttert“, betont Caffier. Wenn die Streifenwagen der Polizei Trauer tragen und von ihren Funkantennen Trauerbänder wehen, zeige dies den Kollegen im Süden der Republik, dass die Polizisten in MV ihnen in der schweren Zeit der Trauer beistehen und den Hinterbliebenen Trost spenden, erklärt Caffier.

Bei dem Einsatz vor zwei Tagen wurden drei weitere Polizeibeamte zum Teil schwer verletzt.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es dem Innenministerium zufolge seit 2011 mehr als 20 Ermittlungsverfahren gegen sogenannte Reichsbürger. Es soll jedoch keine Strukturen oder Organisationen geben, es handelt sich um Einzelfälle und Kleinstgruppierungen. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht von MV taucht die Polit-Sekte nicht auf. Bundesweit hat die Bewegung mindestens 1100 Anhänger, schätzen Sicherheitsbehörden. Bernhard Schmidtbauer

OZ

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