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Erste Trauma-Ambulanzen in Vorpommern öffnen

Greifswald Erste Trauma-Ambulanzen in Vorpommern öffnen

In den neuen Einrichtungen in Stralsund und Greifswald sollen Opfer von Gewalttaten bessere psychotherapeutische Hilfe erhalten.

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Trauma-Ambulanzen versorgen früh mit therapeutischer Hilfe. Foto: S. Sauer/Archiv

Greifswald. In Mecklenburg-Vorpommern nehmen heute (10.00) in Greifswald und Stralsund die ersten mit Landesmitteln finanzierten Trauma-Ambulanzen für Opfer von Gewalttaten ihre Arbeit auf. Bislang müssten traumatisierte Opfer noch zu lange auf qualifizierte psychotherapeutische Hilfe warten, sagte der Chef der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Greifswald, Harald Freyberger. Grund sei die Unterversorgung mit niedergelassenen Praxen im Land.

Seinen Angaben zufolge dokumentiert das Landesamt für Gesundheit und Soziales jährlich rund 350 Fälle, bei denen Opfer schwere Gewalt zugefügt wurde und die danach an Traumata litten. „Entscheidend ist, dass die Menschen, die stark auf eine Traumatisierung reagieren, sich so früh wie möglich in Behandlung geben.“

Auch in Mecklenburg sind Trauma-Ambulanzen geplant, die den Betroffenen zeitnah nach der Gewalttat therapeutische Hilfe geben. Am Uni-Klinikum in Greifswald und am Helios-Klinikum in Stralsund kümmern sich spezialisierte Fachärzte, Krankenschwestern und Sozialarbeiter um die Betroffenen.

Freybergers Angaben zufolge erleben in Deutschland rund sechs Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen in ihrem Leben traumarelevante Schäden. Die Hälfte der Betroffenen könne ein Trauma ohne therapeutische Hilfe verarbeiten. Bei den anderen verfestige sich bei jedem zweiten ein Trauma mit ausgeprägten Ängsten. Diese Menschen würden immer unfähiger, soziale Bezüge aufrecht zu erhalten, sagte Freyberger.

Das Land finanziert die ersten 5 bis 15 Sitzungen für die Betroffenen. Danach übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Nach Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen konnten rund 70 Prozent der Betroffenen nach fünf Sitzungen in einer Trauma-Ambulanz als gesund entlassen werden.

dpa

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Greifswald/Stralsund
Prof. Harald Freyberger, Chef der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Greifswald.

Die ersten Trauma-Ambulanzen wurden jetzt in Greifswald und Stralsund eröffnet. Das Angebot soll ausgebaut werden.

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