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MV aktuell Erster Landesbischof der Nordkirche im Amt
Nachrichten MV aktuell Erster Landesbischof der Nordkirche im Amt
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03:52 26.08.2013
Die Amtseinführung des Landesbischofs wurde auf dem Schweriner Markt gefeiert.
Schwerin

Der erste Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, ist gestern im Schweriner Dom feierlich ins Amt eingeführt worden. Er wolle eine Kirche, die sich einmischt, sagte der 62-Jährige in seiner Predigt. Die Nordkirche wolle eine Kirche für andere sein, eine dienende Kirche. „Eine Kirche, die die Menschen im Blick hat, die auf Hilfe angewiesen sind. Die auch an Strukturen arbeitet.“ Soziale Gerechtigkeit und die Aufnahme von Flüchtlingen nannte Ulrich als weitere Herausforderungen, denen sich die Kirche stelle. Der Anspruch auf Frieden sei ein Menschenrecht.

Zu den 750 Gästen im Schweriner Dom gehörte der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Munib Younan. Auf dem mit Bändern und Fahnen in den Farben Violett, Grün und Blau geschmückten Marktplatz vor dem Dom verfolgten rund 1000 Menschen den Festgottesdienst auf einer Großleinwand.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte Ulrich in einem persönlichen Schreiben. „Mit Ihren integrativen Fähigkeiten und Ihren reichen Erfahrungen bringen Sie die besten Voraussetzungen mit, das weitere Zusammenwachsen der drei früheren Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern mit ihren vielfältigen Traditionen verantwortungsvoll zu leiten“, schrieb die Kanzlerin.

Der Landesbischof hat seinen Dienstsitz in Schwerin — was kirchenintern zunächst umstritten war. Das Kirchenamt ist in Kiel angesiedelt. Es dauerte Jahre, bis eine ausgewogene Struktur der Nordkirche gefunden wurde.

Mit dem Landesbischof, dessen Amtszeit bis März 2019 dauert, wurden auch die Mitglieder der 20-köpfigen Kirchenleitung in ihre Ämter eingeführt. Die erste Kirchenleitung besteht aus zwölf Männern und acht Frauen. Die Synode hatte im Februar den Landesbischof und die Kirchenleitung gewählt.

Nach dem Festgottesdienst gab die Nordkirche auf dem Markt einen öffentlichen Empfang mit Kartoffeln und Quark, Obstsalat und Pfirsichbowle.

Unterdessen predigte Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) in der Wismarer Nikolaikirche. Sie hielt in der Gottesdienstreihe „Bürgerkanzel“ die Kanzelrede. Der Auftritt war wegen der zeitlichen Nähe zur Bundestagswahl in der Landespolitik umstritten. Die Kirchengemeinde bestätigte jedoch nach einer Sitzung die Einladung.

Der mecklenburgische CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg blieb wegen Manuela Schwesigs Auftritt der Amtseinführung des Landesbischofs der Nordkirche in Schwerin fern. Kirche dürfe kein politikfreier Raum sein, konterte hingegen Schwesig.

Deutschlands jüngste evangelische Landeskirche

2,2 Millionen Mitglieder zählt die Nordkirche und ist damit die fünftgrößte evangelische Landeskirche in ganz Deutschland. Sie erstreckt sich über Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Das Gebiet der Nordkirche reicht von Süd-Dänemark bis zur polnischen Grenze. Die meisten Mitglieder leben in Hamburg und Schleswig-Holstein. In MV sind es 300 000.

Die Nordkirche ist die bundesweit jüngste evangelische Landeskirche. Gegründet wurde die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland zu Pfingsten 2012 als Zusammenschluss der Nordelbischen Kirche, der Landeskirche Mecklenburgs und der Pommerschen Kirche.

Iris Leithold

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