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MV aktuell Erzieher protestieren gegen neue Ausbildung für Kitas
Nachrichten MV aktuell Erzieher protestieren gegen neue Ausbildung für Kitas
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00:00 12.06.2017
Rostock

. Gegen die Neufassung des Kindertagesförderungsgesetzes sind am Sonnabend in Rostock rund 200 Menschen auf die Straße gegangen. Die Organisatoren der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi hatten mit 700 Teilnehmern gerechnet.

Mit der Gesetzesänderung soll eine neue Ausbildung zur Fachkraft für Kindertagesförderung im Land eingeführt werden. Gewerkschaften und die Linke befürchten dadurch eine Entwertung des bisherigen Abschlusses zum staatlich anerkannten Erzieher und eine schlechtere Bezahlung der neuen Fachkräfte. Der Landtag wird voraussichtlich im Juli über die Neufassung entscheiden.

Die Landesregierung will den Erzieherberuf stärker für Quereinsteiger öffnen und dem Fachkräftemangel entgegen wirken. Rund 25 Prozent der landesweit etwa 11 000 Erzieher würden laut Sozialministerium in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen. Die neue duale Ausbildung soll ab August die bestehende schulische Ausbildung ergänzen und drei anstatt vier Jahre dauern. Zudem soll sie im Gegensatz zur klassischen Ausbildung vergütet werden. Die neuen Beschäftigten dürften Kinder bis zehn Jahre betreuen. Mit dem neuen Gesetz würden Berufsanfänger bis zu vier Tarifgruppen niedriger eingestuft als Frauen und Männer, die den bisherigen Bildungsweg absolviert haben, kritisierte die Bezirksleiterin von Verdi-Nord, Susanne Schöttke, auf der Kundgebung in Rostock. Damit sei MV auf dem Weg zu einer Billigausbildung, die auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hatte am Freitag Vorwürfe zurückgewiesen, die neue Ausbildung sei weniger wert. Die Theoriestundenzahl sei mit 2500 sogar höher als in der klassischen Erzieherausbildung (2300). Es sei deshalb unklar, warum die Fachkraft für Kitas schlechter bezahlt werden sollte, sagte Drese. Eine gleichwertige Eingruppierung des neuen Abschlusses ist laut GEW-Referent Daniel Taprogge wegen Vorschriften im bundesweiten Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst nicht möglich. Dafür müsste der neue Abschluss dem staatlich anerkannten Erzieher gleichgestellt sein. Da das Land mit dem neuen Abschluss einen Sonderweg einschlage, werde die Schaffung einer Regelung im Bundes-Tarifvertrag erschwert: „Solange Wildwuchs in den Ländern herrscht, wird es auf Bundesebene keine Einigung geben“, erklärte Taprogge. Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) bekräftigte, beide Abschlüsse tariflich gleichstellen zu wollen, verwies jedoch auf die Tarifautonomie, weshalb die Politik dies nicht vorschreiben könne. Streit gibt es außerdem um den Einsatz der Auszubildenden in den Kitas. Taprogge kritisierte, dass die Azubis mit 40 Prozent auf den Personalschlüssel angerechnet würden.

Hannes Stepputat

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