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MV aktuell Euroports im Rostocker Hafen wächst: 21  Millionen investiert
Nachrichten MV aktuell Euroports im Rostocker Hafen wächst: 21  Millionen investiert
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12:30 24.03.2019
Komponenten von Windrädern werden auf dem Stückgutterminal von Euroports Germany umgeschlagen. Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

Ob Papier, Kohle, Getreide oder Rotorblätter für Windkraftanlagen – im Rostocker Seehafen bei Euroports Germany werden nahezu alle großen Güter verladen. Zwölf Millionen Tonnen sind im vergangenen Jahr insgesamt durch die verschiedenen Unternehmen der Euroports Germany Gruppe umgeschlagen worden. Das ist fast die Hälfte der Gesamttonnage des Überseehafens, bei der auch die Pkw und Lkw für die Fähren mitgezählt werden.

Der mit Abstand größte Posten, was das Gewicht betrifft, ist der Getreideumschlag. 2,3 Millionen Tonnen waren es 2018. „Getreide hatten wir allerdings weniger als sonst, weil die Ernte durch den heißen Sommer schlechter war. Sonst sind etwa drei Millionen Tonnen unser Anspruch. Wir sind der größte Getreideexporthafen Deutschlands“, sagt Geschäftsführer Karsten Lentz. Vom schwächelnden Erntejahr abgesehen, steige der Umschlag kontinuierlich an. Auch beim Jahresumsatz – rund 40 Millionen Euro – zeige die Tendenz nach oben.

Rekordjahr in Sachen Investitionen

Karsten Lentz, Euroports Germany Geschäftsführer Quelle: Tom Triebel/Euroports
Der neue, von Liebherr gebaute Kran (Bildmitte) für Euroports Germany ist der bisher größte im Seehafen Rostock. Quelle: Liebherr

„An der deutschen Ostseeküste ist das von der Tragfähigkeit her einmalig. Es gibt einen Markt für solche Schwerlasten, den wir damit erschließen wollen. Bisher mussten wir Anfragen für solch’ große Lasten immer ablehnen“, erklärt Martin Rotbarth, Vertriebsleiter von Euroports Germany. Künftig könnten so Generatoren, Maschinen, Lokomotiven oder auch Fabrikanlagen gehoben werden. „Rostock High and Heavy“ nennt sich eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft mit Liebherr und Rostock Port. Potenzial biete auch der skandinavische Windkraftmarkt, der weiter wächst. 2018 hat Euroports am Stückgutterminal etwa 3000 verschiedene Komponenten für Windkraftanlagen wie Turmteile, Rotorblätter und Maschinenhäuser umgeschlagen.

Neue Halle für Ro-Ro-Güter

Neu im Euroports-Bestand ist zudem der zehn Millionen Euro teure Getreidebelader, mit dem die Gesellschaft nach eigenen Angaben „die bisherige Beladeleistung mehr als verdoppeln wird“. Die Maschine schafft zusätzlich 1200 Tonnen pro Stunde. Das seien etwa 50 Lkw, deren Ladung pro Stunde aufs Schiff umgeladen werden kann.

Mit den steigenden Aufgaben wurde es an den Kaikanten für Euroports langsam eng. „Wir waren ausgelastet, die Pachtflächen gut ausgenutzt“, so Lentz. Um weiter zu wachsen, hat das Unternehmen eine neue Halle mit einer Lagerkapazität von 6000 Quadratmetern für Ro-Ro-Güter gebaut – für vier Millionen Euro. Frostprodukte und Papier lagern hier unter anderem.

In der neuen Lagerhalle von Euroports Germany im Seehafen Rostock lagern vor allem Papier und Frostprodukte. Quelle: Virginie Wolfram

Ein Auge hat die Umschlaggesellschaft auch auf das Containergeschäft von und nach Asien geworfen. Euroports will die zu verschiffenden Container hier umschlagen. Hintergrund des Vorhabens sind die aktuellen Zollregularien an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Um dort Zeit zu sparen, könnten die per Zug transportierten Container aus China in Kaliningrad auf ein Schiff verladen und in Rostock für den Weitertransport erneut auf Züge gesetzt werden. Das gleiche Prinzip würde für die Container aus Europa für China gelten.

Junges, dynamisches Team soll aufgestockt werden

Euroports Germany, als Nachfolger der Seehafen Rostock Umschlaggesellschaft, hat sich auch im Führungsbereich neu aufgestellt. „Wir haben in den letzten Jahren einen Managementwechsel vollzogen“, betont Lentz. Unter anderem haben viele der Euroports-Tochtergesellschaften neue Gesichter in der Führungsetage. Auch Karsten Lentz (42) – seit 2015 in der Geschäftsführung der Euroports Germany – hat in 2017 den Staffelstab in der Geschäftsführung vom langjährigen Chef Günter Fett übernommen, der in Rente ging.

Insgesamt arbeiten derzeit 336 Mitarbeiter für die Rostocker Umschlagfirma. „Aber wir wollen wieder mehr Leute einstellen, auf etwa 350 aufstocken“, sagt Lentz. Gesucht werden Logistiker, Fachkräfte für Hafenumschlag, aber auch Buchhalter. „Wir bilden gemeinsam mit der Gesamthafenbetriebsgesellschaft derzeit etwa 30 Azubis aus“, sagt Vertriebsleiter Rotbarth. Diese durchlaufen die verschiedenen Gesellschaften im Hafen – vom Großtanklager bis zur Papier-Lager- und Umschlaggesellschaft.

Getreide am meisten umgeschlagen

Euroports Germany ist mit sieben spezialisierten Tochtergesellschaften wie der Euroports Getreide Service Rostock GmbH oder der Euroports Papier-Lager- und Umschlaggesellschaft mbH ein Unternehmen für Umschlag, Lagerung und Logistik im Seehafen Rostock. Euroports ist auch an der Grosstanklager-Ölhafen Rostock GmbH mit 50 Prozent sowie an der Rostock Trimodal GmbH mit 64,8 % beteiligt.

Umgeschlagen werden vor allem Getreide, Öl, Kohle, Erz und Stückgut. 2018 waren es vor allem die folgenden Güter:

2,5 Millionen Tonnen Getreide

800 000 Tonnen Kohle

800 000 Tonnen Düngemittel

900 000 Tonnen Papier

750 000 Tonnen Baustoffe (wie Zement und Splitt)

Virginie Wolfram

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