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MV aktuell Ex-Minister Krause droht die Zwangsräumung
Nachrichten MV aktuell Ex-Minister Krause droht die Zwangsräumung
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00:16 11.04.2018
Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Fincken/Neubrandenburg

Der Fall Günther Krause spitzt sich weiter zu: Eigentlich sollte der frühere Bundesverkehrsminister die von ihm bewohnte, aber nicht bezahlte Villa in Knüppeldamm, einem Ortsteil von Fincken (Mecklenburgische Seenplatte), gestern wieder an den alten Besitzer übergeben. Doch dessen Anwalt Arne Trimpop aus Hamburg und sein Kollege Peter-Michael Diestel, der Krause (64) vertritt, warteten vor dem Bauernhaus vergeblich auf ihn. Nun droht Günther Krause und seiner Ehefrau die Zwangsräumung. Die wird Arne Trimpop heute beim Amtsgericht Waren beantragen. Grund: Entgegen der Absprache seien die Schlüssel für das Wohnhaus mit Schwimmbad und Sauna an der Mecklenburgischen Seenplatte gestern nicht übergeben worden. „Die Hausbesetzung geht weiter. Nun bleiben nur noch der Weg zum Gerichtsvollzieher und die Zwangsräumung“, erklärt Trimpop. Leider könne die sofortige Räumung des Hauses nicht veranlasst werden. „Wann die Zwangsräumung vollstreckt wird, hängt vom zuständigen Gerichtsvollzieher ab“, betont Trimpop.

Krauses hatten im April 2017 das komfortable Wohnhaus von einem Unternehmer-Ehepaar erworben, den Kaufpreis von 459000 Euro aber nie bezahlt. Daraufhin gingen die alten Besitzer vor Gericht. In einem Vergleich war eine letzte Zahlungsfrist vereinbart worden, die aber Ende März abgelaufen war: Das Ehepaar Krause war zum Auszug spätestens bis gestern 24 Uhr verpflichtet worden. „Dass es so gekommen ist, ist keine Überraschung für mich“, sagt Trimpop. Er habe zwar gehofft, dass Familie Krause die Vereinbarung einhält und die Schlüssel übergibt. Die bisherigen Besitzer hatten das Haus mit 300 Quadratmetern Wohnfläche verkaufen wollen, um zu ihren Kindern nach Schleswig-Holstein zu ziehen. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg ermittelt gegen Krause auch wegen Betrugsverdachts.

An Krauses aktuellen Zahlungsproblemen seien frühere Geschäftspartner verantwortlich, erklärt dessen Anwalt Peter-Michael Diestel. Sie würden ihm eine siebenstellige Summe schulden, deshalb habe er Strafanzeige gestellt. „Da ist er der Betrogene. Und deswegen werde ich meinem Mandanten und Freund auch zur Seite stehen“, erklärt Diestel im NDR-Nordmagazin. So sei ein zugesagtes Darlehen über 1,5 Millionen Euro an Krauses Ehefrau nicht geflossen. In dem Interview sagt Krause, dass er weiter am Kauf festhalten wolle. „Es ist traurig, dass sich diese Geschichte so entwickelt hat. Aber wir sind auf jeden Fall nicht Hauptschuldige bei der ganzen Geschichte.“ Dazu äußert er Verschwörungstheorien: Nach Krauses Überzeugung habe auch seine Bekanntheit als DDR- Unterhändler des Einigungsvertrags im Jahr 1990 seine Situation erschwert. „Wenn ich den Einigungsvertrag nicht unterschrieben hätte, würde vieles einfacher sein. Weil ich dann nicht so verfolgt wäre“, erklärt er gegenüber dem Sender.

F. Pfaff/b. Schmidtbauer

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