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Ex-Radiomoderator kann Strafe wohl im offenen Vollzug verbüßen

Rostock Ex-Radiomoderator kann Strafe wohl im offenen Vollzug verbüßen

Marcus Japke, einst Star der Ostseewelle, muss wieder ins Gefängnis / Er hat Gewinnspiele manipuliert

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Vor der Urteils- verkündung im Rostocker Landgericht: Marcus Japke (42), ehemaliger Radio- moderator des Rostocker Privatsenders Ostseewelle.

Quelle: nordlicht

Rostock. Fünf Jahre Haft. Äußerlich regungslos nahm der ehemalige Moderator der Ostseewelle, Marcus Japke, gestern den Urteilsspruch wegen Betruges und Bankrotts auf. Der 42-Jährige hatte gestanden, Einnahmen in Millionen- Höhe verschwiegen und Gewinnspiele manipuliert zu haben. „Aus Geldgier und Verschwendungssucht“, sagte der Richter. Da Japkes Strafe mit einer früheren Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs (drei Jahre und zwei Monate) zusammengerechnet wird, bleiben letztlich wohl noch zwei Jahre und vier Monate Haft übrig, die er vermutlich im offenen Vollzug verbüßen kann.

Ich bereue die Taten zutiefst. Der Sender hat nichts gewusst, auch nicht von meinen Schulden.“ Marcus Japke (42), ehemaliger Moderator des Radiosenders Ostseewelle

Früher war der Moderator eine kleine Berühmtheit in Mecklenburg-Vorpommern. Mit seiner beliebten Morgenshow brachte er die Ostseewelle in die Erfolgsspur. Die Hörerzahlen stiegen von Jahr zu Jahr. Das ließ sich Japke gut honorieren — zuletzt mit monatlich 8000 Euro plus Aufwandsentschädigung. Doch das reichte ihm nicht. Denn Japke liebte den Luxus und war spielsüchtig. So kam er 2008 mit seinem Komplizen André B. (38) auf die Idee, bei Gewinnspielen des Radiosenders zu betrügen. Anstatt die vom Senderchef zufällig herausgesuchten Telefonnummern zu wählen, rief der Moderator B.s Bekannte an, die sich natürlich mit dem richtigen Gewinnsatz meldeten und ein bisschen Geld abbekamen. Den Löwenanteil der mehr als 75 000 Euro steckten sich aber die zwei Strippenzieher in die Tasche — von 2008 bis 2010. Wie die Summe aufgeteilt wurde, da gingen die Geständnisse weit auseinander. B. sprach von 50 bis 1000 Euro pro Gewinnspiel, Japke habe sich das meiste Geld eingesteckt. Der Moderator widersprach und sagte, manchmal hätte er ganz verzichtet. Das glaubten ihm die Richter nicht. Auch weil B. die Ermittlungen ins Rollen brachte und „einen erheblichen Teil zur Aufklärung der Taten beitrug“. Vermutlich würdigten sich die einst befreundeten Männer darum auch kaum eines Blickes während des Prozesses.

Bei der Urteilsverkündung trug Japke Hemd und Turnschuhe. In seiner Ostseewelle-Zeit verdiente er mehr als eine Million Euro. Abgeben wollte er davon den Gläubigern seiner Privatinsolvenz nichts. Bei denen hatte er Schulden von rund einer halben Million angehäuft. Um alles für sich behalten zu können, gründeten zwei ehemalige Freundinnen von Japke GmbHs, stellten ihn als Moderator ein und bezahlten ihn offiziell mit einer lächerlich geringen Summe. Zugriff hatte er aber aufs gesamte Honorar der Ostseewelle. Auch dieser Betrug floss in die Gesamtstrafe mit ein. Und da sich die Prozesseröffnung lange verzögerte, wurden Japke weitere vier Monate Haft erlassen. B. wurde zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Japke hatte die Taten bedauert. Der Sender habe nichts gewusst. Sein Anwalt Jörg Warner fügte hinzu: „Die Ostseewelle ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Der Senderchef hat die Gewinnspiele nie kontrolliert.“

Von Kerstin Schröder

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