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MV aktuell Politiker fordern Hilfe für Wolgaster Peene-Werft
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Krähne der Peene-Werft stehen auf dem Gelände am Peenestrom. Wegen des vorläufigen Ausfuhrstopps deutscher Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien hat die Peene-Werft Wolgast den Bau von Patrouillenbooten eingestellt und große Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt. Quelle: Stefan Sauer/ZB/dpa
Wolgast

Der Produktionsstopp auf der Wolgaster Peene-Werft für Küstenschutzboote für Saudi-Arabien schlägt hohe Wellen. „Berlin muss endlich Position beziehen, damit in Wolgast nicht die Lichter ausgehen“, fordert Bürgermeister Stefan Weigler (parteilos). Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verweist auf Gespräche der Landesregierung mit der Lürssen-Gruppe, den Mitarbeitern, Gewerkschaften und der Bundesregierung. „Wir stehen eng an der Seite der Belegschaft“, sagte sie.

Politiker mehrerer Parteien und die IG Metall fordern die Bundesregierung auf, rasch eine Entscheidung über Exporte nach Saudi-Arabien zu fällen. „Die Werft und ihre Mitarbeiter brauchen Planungssicherheit“, sagte beispielsweise der Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU). Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) will sich kommende Woche mit der Werftleitung treffen.

Um den Standort zu sichern, sollten öffentliche Aufträge nach Wolgast umgeleitet oder vorgezogen, so Vertreter von CDU, SPD und der IG Metall. Im Gespräch ist unter anderem, den für 2020 geplanten Baubeginn der K130_Korvetten für die Bundeswehr vorzuverlegen.

Laut Geschäftsführung der Peene-Werft lässt sich damit aber nicht das zu erwartende Auslastungstief ausgleichen. Guido Fröschke, IG-Metall-Bevollmächtigter in Vorpommern, warnt von weiterem Vertrauensverlust für die etablierten Parteien in der Region, falls keine Lösung für die Werft gefunden wird. „Wolgast lebt von der Werft“, sagt er. Die Bundesregierung beschloss Mitte Oktober, keine Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien mehr zu genehmigen, bis die Todesumstände von des Journalisten Jamal Kashoggi geklärt sind. Der Journalist wurde mutmaßlich unter Mithilfe Saudi-Arabiens in Istanbul ermordet.

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