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MV aktuell Extrembergsteiger Reinhold Messner: „Ich habe keine Angst vor dem Tod“
Nachrichten MV aktuell Extrembergsteiger Reinhold Messner: „Ich habe keine Angst vor dem Tod“
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00:05 23.03.2016

Schwerin. Bergsteiger-Legende Reinhold Messner (72) zieht in seinem Buch „ÜberLeben“ Bilanz. Im gleichnamigen Live-Vortrag skizziert er in Wort und Bild seinen Lebensbogen, erzählt, wie er in einer archaischen Welt überleben konnte und welche Bedeutung dies im Alltag haben kann. Die OSTSEE- ZEITUNG sprach mit Messner über Mut und Verantwortung, über Angst, Ehrgeiz — und den Tod.

Reinhold Messner rastet vorm Ortlermassiv in Südtirol Quelle: Joern Haufe

„ÜberLeben, der neue Live-

vortrag“ von Reinhold Messner: 5. April, 20 Uhr, Schwerin, Capitol, Eintrittskarten für 36,90 Euro in

allen Service-Centern der

OSTSEE-ZEITUNG erhältlich.

Herr Messner, meine drängendste Frage lautet: Gibt es den Yeti wirklich?

Reinhold Messner: Tja, die Yetis, so wie sie in Europa verstanden werden, gibt es wohl nicht. Der Yeti ist oft als affenähnliches Wesen mit langem braunen Fell und riesigen Füßen dargestellt worden. Jedoch: Im Himalaya erzählen sich die Menschen seit vielen Jahren die Legende von einem riesigen Ungeheuer. Das hat nachweislich eine biologische Entsprechung: einen großen Schneebären, der bis zu 400 Kilo schwer werden kann. Ich habe lange nach dem Tier gesucht, und es nachgewiesen. Britische Genforscher behaupten, dass diese Spezies von einem Hybrid aus Eis- und Braunbär abstammt.

Heute leben noch einige Hundert Exemplare im Westen und Osten des Himalaya.

Den Himalaya verbindet man vor allem mit dem Mount Everest. Wie oft standen Sie schon auf dem höchsten Berg der Erde?

Messner: Ich habe ihn zwei Mal bestiegen. Ich bin heute froh, dass ich dies noch alleine tun konnte.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ja auch Berge. Wissen Sie zufällig, welcher bei uns der höchste ist?

Messner: Nein.

Es sind die Helpter Berge mit sage und schreibe 179 Metern.

Messner: In Ostdeutschland habe ich den Brocken bestiegen und bin im Erzgebirge herumgeklettert.

Haben Sie schon einmal Urlaub in MV gemacht?

Messner: Nein, ich war nur ein Mal in Schwerin. Ich weiß aber, dass die Mecklenburgische Seenplatte ein sehr schönes Wandergebiet ist.

Am 5. April halten Sie einen Vortrag in Schwerin. Worum geht‘s?

Messner: Ich werde dieses Jahr 72. Mein Vortrag ist eine Rückschau auf mein Leben. Ich spreche über den Tod und das Altern, über das Überleben und die Angst — über die Höhen und Tiefen meines Lebens.

Wann waren Sie denn am weitesten „unten“?

Messner: Als ich meinen jüngeren Bruder Günther verloren hatte. Er war auf einer gemeinsamen Expedition zum Achttausender Nanga Parbat (Westhimalaya) am 29. Juni 1970 umgekommen. Erst 35 Jahre später wurden seine sterblichen Überreste gefunden. Dies wird in meinem Vortrag einen großen Raum einnehmen.

Da war der Tod ganz nahe bei Ihnen. Bei Ihren Abenteuern mussten Sie sich doch auch oft mit dem Tod auseinandersetzen. Haben Sie heute, mit 72 Jahren, eigentlich Angst vor dem Sterben?

Messner: Der Tod bedeutet, sich in Zeit- und Raumlosigkeit zu verlieren. Meines Erachtens gibt es keinen schöneren Zustand. Als ich 60 Jahre alt war, habe ich 2004 die Wüste Gobi in der Mongolei durchquert und erkannt, dass jetzt das Altern beginnt. Allein in eine Wüste hineinzugehen und sich dort zu verlieren ist ein schönes Bild, das auch auf das Sterben vorbereiten kann. Ich habe keine Angst vor diesem Nichts.

Von Bernhard Schmidtbauer

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