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MV aktuell Fall Simone Kohrs: 30 Hinweise nach „Aktenzeichen XY ungelöst“
Nachrichten MV aktuell Fall Simone Kohrs: 30 Hinweise nach „Aktenzeichen XY ungelöst“
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04:19 06.09.2013
Simone Kohrs (r.) wurde 1992 ermordet. Die Sendung „Aktenzeichen XY“ stellte Szenen des Verbrechens nach. Quelle: Fotos: ZDF/Polizei
Stralsund

Am Dienstagabend berichtete das ZDF in seiner Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ über den Mord an der 17-jährigen Simone Kohrs aus der Nähe von Stralsund. Im Januar 1992 war die angehende Erzieherin auf dem Weg nach Stralsund in das Auto eines Unbekannten gestiegen, wurde betäubt, vergewaltigt und umgebracht. Der Fall war zum zweiten Mal im bundesweiten TV zu sehen.

„Es gab Hinweise“, so Polizeihauptkommissar Andreas Scholz vom Polizeipräsidium Neubrandenburg. Direkt während und nach des Beitrages haben 12 Menschen im ZDF-Studio angerufen, über die Telefonhotline der Ermittler in Stralsund kamen 16 Anhaltspunkte zusammen. „Die müssen wir jetzt prüfen“, so Scholz. Einige Hinweise hatten direkt mit dem Sachverhalt zu tun. „Andere machten vergleichbare Fälle bekannt. Was bisher fehlt, ist der ganz große Hinweis auf den Täter“, appelliert der Polizeihauptkommissar.

In szenischen, sehr emotionalen Bildern wurden in der ZDF-Sendung die letzten Tage von Simone Kohrs rekonstruiert. Ein frisch verliebter Teenager. Am Wochenende wohnte die 17-Jährige bei den Eltern und der jüngeren Schwester in Katzenow, 30 Kilometer südwestlich von Stralsund. In der Woche lebte sie im Wohnheim in Stralsund — sie war in der Ausbildung zur Erzieherin. Am 9. Januar 1992, einem Donnerstag, tauchte sie unerwartet bei den Eltern auf, um sich eine Erlaubnis einzuholen. Sie wollte ausnahmsweise übers Wochenende im Wohnheim bleiben.

Am Abend des 9. Januar wartete Simone Kohrs auf den Bus zurück nach Stralsund. Vergeblich. Ein Auto hielt an, die junge Frau stieg zu dem Unbekannten, um zu der Verabredung nach Stralsund zu kommen.

Ulf Jokiel von der Kriminalpolizei Anklam: „Wir wissen nicht genau, ob ein oder mehrere Täter infrage kommen. Wir wissen aber durch eine Zeugin, dass ein weißer Golf eine Rolle spielt.“ Der Kriminalhauptkommissar beschreibt, was weiter in der Nacht vom 9. zum 10. Januar 1992 passiert sein muss. „Simone stieg an der Bushaltestelle in Katzenow in das Auto. Die Fahrt ging zunächst nach Franzburg, dann aber nicht direkt weiter nach Stralsund. Wahrscheinlich kurz hinter Lichtenberg ist das Fahrzeug nach Norden abgebogen. Der Tatort befindet sich dann am Ende eines Feldweges.“

Die gerichtsmedizinische Untersuchung des Opfers ergab, dass der Täter Äther zur Betäubung einsetzte. Ulf Jokiel: „Die Fahrt mit der Leiche ging weiter Richtung Norden. Dort überquerte der Täter die Bundesstraße B 105. Hier liegen die Ortschaften Niepars und Duvendiek.“ Der entkleidete, nur mit einer Jeansjacke bedeckte Körper wurde dort am 10. Januar auf einer illegalen Müllkippe gefunden.

Die Beamten gehen davon aus, dass der oder die Täter von Berufs wegen mit Äther zu tun haben könnte. Um einen Arzt oder Apotheker müsse es sich nicht unbedingt handeln, auch im Motorsport wird Äther als Hilfsmittel genutzt. Auch wenn viele Kleidungsstücke des Opfers gefunden wurden, vermisst werden noch ihre schwarzen Schuhe, ein schwarz-weißes Palästinensertuch und die dunkle Handtasche. Die Ermittler vermuten, dass die Gegenstände immer noch beim Täter sein könnten.

Genetischer Fingerabdruck entdeckt
Die DNA könnte den Täter überführen — an der Leiche wurde der genetische Fingerabdruck (DNA) des Täters gefunden und sichergestellt. 8700 freiwillige Speichelproben von Männern der Region — der größte Massengentest in der Geschichte des Landes — wurden ausgewertet. Ohne Erfolg. Der genetische Fingerabdruck wird seit 1988 in Deutschland als Beweis vor Gericht anerkannt. Die DNA wird aus Zellen gewonnen, die aus Gewebeteilen wie Sperma, Hautzellen oder Speichel stammen. Hinweise zur Tat nimmt die Kriminalpolizei in Stralsund entgegen.

☎ 03831 / 283 02 08

Nicole Hollatz

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