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MV aktuell Familie testet für die OZ „Auto mit zwei Herzen“
Nachrichten MV aktuell Familie testet für die OZ „Auto mit zwei Herzen“
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19:33 26.11.2018
Henriette, Marion, Daniel und Philipp Schulz testen den VW Passat GTE Plug-in-Hybrid. Quelle: Christian Rödel
Stralsund

Die Testwoche beginnt ruckelig. Fünf Stunden später als geplant trifft der VW Passat GTE bei Marion und Daniel Schulz ein. Gemeinsam mit ihren Kindern werden sie eine Woche lang den Plug-in Hybrid für die OSTSEE-ZEITUNG zur Probe fahren. „Ein Sensor in den Reifen war defekt, deshalb musste ich sie austauschen lassen“, entschuldigt Hartwig Frost, der das Auto aus Wolfsburg nach Stralsund gefahren hat, die Wartezeit. Er übergibt Marion Schulz den Schlüssel. Eigentlich soll dieser fortan in der Tasche bleiben und die Tür sich öffnen, sobald man sie mit der Hand berührt. An diesem Abend will das Auto auch hierbei nicht mitspielen. Frost bleibt gelassen und erledigt routiniert alle Formalitäten, damit der Test starten kann.

„Oh, sehr stylish“, ist ihr erster Eindruck, als die dreifache Mutter sich schließlich ans Lenkrad setzt. Sie wird sich beim Test mit ihrem Mann abwechseln. Die Familie hat ein Auto und nutzt im Alltag auch den Stadtbus. Das erfordert eine gute Organisation. Die Rechtspflegerin hört aufmerksam zu, als Hartwig Frost erklärt, wie sie zwischen den Motoren umschalten, die Batterie während der Fahrt laden oder ein simuliertes Motorengeräusch hinzuschalten kann. Fast feierlich sagt der Experte: „Sie haben hier das Auto mit den zwei Herzen – den Benzinmotor und den Elektromotor.“ Im Hybrid-Modus arbeiten beide zusammen und kommen auf eine Leistung von 228 PS.

Frost empfiehlt, auf der Landstraße mit Benzin zu fahren und grundsätzlich nur bis Tempo 50 in den Elektro-Modus zu wechseln. „Bei höherer Geschwindigkeit verbraucht das Auto zu schnell den Strom, den sie in der Innenstadt benötigen, um sie sauber zu halten.“ Der Plug-in Hybrid hat ein spezielles Kennzeichen mit einem E am Ende der Zeichenkombination. Halter dieser Autos zahlen keine Kfz-Steuer. Dafür muss das Auto gemäß Elektromobilitätsgesetz mindestens 40 Kilometer rein elektrisch fahren. „Normalerweise geht das, aber nicht bei diesen Temperaturen“, dämpft Hartwig Frost die Erwartung. „Wenn sie das Fahrzeug während der Fahrt laden, kommt die Anzeige nicht über 30 Kilometer Reichweite hinaus. An der Säule erreicht die Anzeige aber die 50 Kilometer.“

Auf der Seite der Stralsunder Stadtwerke hat sich Familie Schulz informiert, wo die Ladestationen stehen. Sechs sind es im Stadtgebiet. „Wir wollen ausprobieren, wie das funktioniert, aber auch, wie es ist, das Auto zu Hause über die normale Steckdose zu laden“, sagt Daniel Schulz. Einfach per EC- oder Kreditkarte funktioniert das Laden allerdings nicht, eine spezielle Karte ist erforderlich. Für die Testwoche bekommt Familie Schulz eine von VW überreicht und kann damit kostenlos Strom tanken.

Ob sie ganz unvoreingenommen an den Test herangehen kann? Gewiss, sagt Marion Schulz, es sei ja nett, eine Woche lang ein neues Auto zu fahren, doch das sei noch lange keine Veranlassung, besonders positiv zu berichten. „Ein Auto ist für uns ein Gebrauchsgegenstand, es muss sich im Alltag bewähren“, ergänzt Mann Daniel, „wir sind nicht markenaffin. Aktuell fahren wir zwar einen VW, hatten aber auch schon andere Fabrikate.“

Sonderfahrten hat die Familie nicht geplant, will nur die Strecken fahren, die sie sowieso in der Woche bewältigen muss. „Unser Leben ist ja schon aufregend genug“, so Daniel Schulz. Dennoch bekommt das Auto Gelegenheit sich zu beweisen. Am Samstag geht es nach Neubrandenburg. Schulz ist Trainer einer Volleyballmannschaft und wird dort von seiner Frau nach dem Auswärtsspiel abgeholt, um gemeinsam mit Henriette und Philipp weiter nach Berlin zu fahren. Dort wiederum hat Tochter Frederike ein Auswärtsspiel mit ihrem Volleyballteam. „Es ist eine gute Gelegenheit, das Auto unter realen Bedingungen zu testen“, ist der Familienvater überzeugt.

Während der gesamten Woche wird jede Fahrt im Tagesprotokoll dokumentiert. Der Benzinverbrauch, die zurückgelegten Strecken und der Anteil der elektrisch gefahrenen Kilometer werden erfasst. Am Ende der Testwoche soll ein Fazit stehen, vielleicht sogar eine Kaufentscheidung. Doch zunächst muss es endlich ohne Ruckeln losgehen.

Für den Test unterwegs:

Die Test-Familie Schulz sind Vater Daniel (46) und Mutter Marion (46) sowie Frederike (16), Philipp (13), Henriette (7). Die Familie wohnt in Devin bei Stralsund. Um Arbeit, Schule und Freizeit unter einen Hut zu bekommen, sind die fünf auf ein Auto angewiesen.

Der VW Passat GTE ist ein Plug-in-Hybrid. „Plug-in“ kommt vom englischen Wort für anschließen oder einstöpseln. Das Auto kann über ein Kabel an einer Steckdose geladen werden.„Hybrid“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet in etwa „vermischt“. Solche Fahrzeuge haben zwei Motoren. Einen Elektro- und einen Verbrennungsmotor.

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