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MV aktuell Fast 70 Jahre nach dem Absturz: Kampfpilot auf Feld geborgen
Nachrichten MV aktuell Fast 70 Jahre nach dem Absturz: Kampfpilot auf Feld geborgen
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14:25 31.03.2014
Eine Messerschmidt „Bf 09“ auf einem Flugfeld. Reste eines solchen einsitzigen Jagdflugzeugs wurden gestern auf einem Acker bei Dreilützow gefunden. Quelle: vario images

Erfolgreiche Suchaktion: 69 Jahre nach seinem Absturz ist gestern auf einem Feld bei Dreilützow (Ludwigslust-Parchim) ein deutscher Pilot aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen worden — in einer Messerschmitt „Bf 109“.

Das Bergungsteam brauchte nicht lange, um den Mann zu finden. Nur wenige Minuten nach Beginn der Suchaktion stieß es auf das Flugzeug vom Jagdgeschwader 27. Grund für den schnellen Erfolg waren Aussagen von Anwohnern, die damals den Absturz beobachtet hatten. Auch ein Luftwaffenhistoriker hatte recherchiert. „Wir hatten einen Haufen Hinweise“, erzählt Joachim Kozlowski. Er hat gestern die sterblichen Überreste des Kampfpiloten geborgen und soll diesen nun identifizieren. „Das dürfte schnell gehen“, ist Kozlowski sicher. Denn: Der Pilot trug eine Erkennungsmarke. „Und die ist so gut wie ein Ausweis.“

Das Suchgebiet war gerade einmal zehn mal zehn Meter groß, aber sehr risikoreich. Grund: Die alte Messerschmitt hatte noch viel Munition an Bord. „Das macht solche Bergungsaktionen immer gefährlich“, sagt Kozlowski. Da es sich bei dem Wrack um ein Bodendenkmal handelt, ist für eine Untersuchung und Bergung eine Genehmigung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege erforderlich. Das hat gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Aktion organisiert. Ziel ist es, dem toten Soldaten eine würdige Ruhestätte zu geben, erklärt Karsten Richter von der Kriegsgräberfürsorge. Wenn man feststellen könnte, um wen es sich handelt, werde die Familie informiert.

In etwa sechs Metern Tiefe wurde das Suchteam in Dreilützow fündig. Es stieß auf Knochen des linken Oberarmes. Drei Stunden hatte man bis dahin nach den Gebeinen gesucht. Die Überreste sollen in den nächsten Tagen untersucht und später auf dem Kriegsgräber-Friedhof in Dreilützow bestattet werden.

Unklar ist, ob das Flugzeug damals bei einem Luftkampf abstürzte. Jedoch wollen Zeugen vor dem Absturz zwei Flugzeuge am Himmel gesehen haben. Ob es zwei deutsche Flieger waren und ob sie beide zum Jagdgeschwader 27 gehörten, das damals zum Teil in Hagenow stationiert war, ist unklar, erklärt Richter.

In den vergangenen zwei Jahren sind auf der Ostsee östlich der Insel Rügen und in Leussow (Mecklenburgische Seenplatte) ähnliche Bergungsmaßnahmen vorgenommen worden. An beiden Orten wurden Gebeine von deutschen Piloten des Zweiten Weltkrieges gefunden. Wer sie gewesen sind, konnte bislang nicht ermittelt werden. Beide trugen keine Erkennungsmarken. „In solchen Fällen ist jedes Detail wichtig“, erklärt Umbetter Joachim Kozlowski.

Die sterblichen Überreste des in Leussow abgestürzten deutschen Kampfpiloten lagen in einem Waldstück ganz in der Nähe des Dorfes. Gegen Kriegsende — im April 1945 — war der Jagdflieger mit seiner einsitzigen Messerschmitt „Bf 109“ dort verunglückt. Die meisten Trümmerteile wurden kurz nach dem Absturz abtransportiert, der Pilot notdürftig begraben — direkt neben seinem Flugzeug. Eine Dorfbewohnerin pflegte das Grab jahrelang bis kurz vor ihrem Tod Mitte der 1980er-Jahre. Danach verwilderte die Grabstelle. Erst vor einigen Jahren bekamen die Spezialisten dann einen Hinweis. Sie machten schließlich einen Augenzeugen ausfindig, der sie zur Grabstelle führte. Dort suchten sie nach Überresten des Soldaten und wurden schließlich fündig.

Volksbund pflegt Gräber in 45 Ländern
2,5 Millionen Gräber von Kriegstoten des Ersten und Zweiten Weltkriegs pflegt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Der wurde im Jahr 1919 gegründet — als ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit humanitärem Auftrag. Der Volksbund erhält und betreut Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Kriegsgräberstätten) im Ausland. Mittlerweile pflegen die Vereinsmitglieder die Gräber auf 832 Friedhöfen in 45 Ländern. Ferner werden Friedhöfe und Denkmäler der deutschen Kolonialzeit, des Krieges von 1870/71 sowie der deutsch-dänischen Kriege von 1848/51 und 1864 gepflegt.



Kerstin Schröder

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