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MV aktuell Fast jedes zweite Baby hat mehr als einen Vornamen
Nachrichten MV aktuell Fast jedes zweite Baby hat mehr als einen Vornamen
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05:15 25.04.2017
Immer mehr Babys in MV bekommen mindestens zwei Vornamen. (Symbolfoto) Quelle: Waltraud Grubitzsch / Dpa
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Rostock

Ivanna Anastasia, Julius Hanno (beide gerade in Rostock geboren) oder – wie kürzlich in Wismar – gar Angela Merkel: Immer mehr Babys in MV bekommen mindestens zwei Vornamen. Das hat eine Studie der Firma Seracell, Anbieter von Stammzelltechnologie, ergeben. So haben mehr als 40 Prozent der befragten Eltern ihren Kindern mindestens einen weiteren Namen gegeben.

Die Tendenz bestätigt auch die Universitätsfrauenklinik Greifswald, wo im vergangenen Jahr 1155 Kinder zur Welt kamen. „Bei uns ist der Trend zum zweiten Vornamen schon länger da“, sagt die stellvertretende Leitende Hebamme Diana Stielau. „Wenn mehrere Namen ausgewählt werden, ist immer öfter sogar ein dritter dabei.“ Damit liegt auch das Rostocker Elternpaar Luise Hamann (30) und Oliver Manthey (29) voll im Trend. Sie haben sich gewünscht, dass in ihrem neugeborenen Sohn nicht nur optisch etwas von beiden Elternteilen steckt. „Weil der Kleine meinen Familiennamen trägt, haben wir uns entschlossen, dass er als zweiten Vornamen den von seinem Papa bekommt, damit er sich nicht benachteiligt fühlt“, erklärt Luise Haman, warum ihr Kind Matti Oliver heißt.

Auch drei oder vier Vornamen möglich

Im Rostocker Südstadtklinikum, in dem auch Matti Oliver zur Welt gekommen ist, tragen die Mitarbeiter ebenfalls regelmäßig zwei und mehr Vornamen auf der Geburtskarte ein. „Für uns ist das nichts Aufregendes mehr“, sagt Oberärztin Kerstin Hagen. Beinahe jede dritte Familie hat in diesem Jahr bereits mindestens zwei Vornamen gewählt, hat sie errechnet.

Von den 801 Babys, die bis Anfang April in Rostock geboren worden sind, haben 22 sogar drei und drei Kinder vier Vornamen erhalten. „Manchmal können sich die Eltern nicht auf einen einigen, manchmal finden sie einfach mehrere Modenamen schick“, nennt die Frauenärztin Gründe. Am häufigsten sei es aber der Wunsch, mit dem Namen Traditionen weiterzuführen. So trägt Matti Olivers Vater als zweiten Vornamen den seines Vaters, Peter. Der kleine Carl Friedrich Holger, am 4. April geboren, dagegen hat von Geburt an seine beiden Großväter bei sich. Mama Julia erzählt, dass sie damit Vater und Schwiegervater ehren wollte: „Genau wie wir es bei unserer Tochter Linda Ingrid Susanne mit den Omas gemacht haben.“

Bezug zur Familie oft wichtig

Generell rücke der Familienbezug beim zweiten oder dritten Vornamen stärker in den Fokus, berichtet Gabriele Rodriguez, Namensforscherin am Namenkundlichen Zentrum der Uni Leipzig. „Mehrere Vornamen kommen zwar nach wie vor verstärkt in Süddeutschland vor“, sagt Rodriguez. Aber immer häufiger erhalte sie auch Anfragen von Eltern aus MV, die mehrere Vornamen vergeben wollen. Sie berate jedoch nicht nur zur Namensherkunft. „Wir unterstützen Paare zudem beim Aussuchen zweiter Vornamen, wenn der erste Name geschlechtsneutral ist.“ Beispielsweise bei Luca, Mika oder Kim.

Das letzte Wort, welche Namen tatsächlich auf der Geburtsurkunde landen dürfen, liegt stets beim Standesbeamten. Die Namensbestimmung sei für Eltern allerdings einfacher geworden, sie hätten mehr Möglichkeiten, bestätigt Silke Boldt vom Standesamt Stralsund. Und: „Grundsätzlich gibt es auch bei uns die Tendenz zu mehreren Vornamen.“

Claudia Tupeit

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