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Feuerwehren im Land rückten 4200 Mal umsonst aus

Rostock Feuerwehren im Land rückten 4200 Mal umsonst aus

Zahl der Fehlalarme stieg im vergangenen Jahr um vier Prozent / Ursachen oft technisch / Brandmeister mahnt zur Achtsamkeit

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Jeder Fehlalarm bindet Ressourcen. Das ist besonders gefährlich, wenn die Kameraden unterwegs sind und woanders tatsächlich ein Feuer ausbricht.“Landesbrandmeister Hannes Möller

Rostock. Die Feuerwehren in MV rücken immer häufiger umsonst aus: Die Zahl der Fehlalarme im Land ist 2015 erneut gestiegen. 4211 Mal wurden die Wehren voreilig, aus Versehen oder böswillig in den Einsatz geschickt, knapp vier Prozent häufiger als im Vorjahr. Insgesamt gab es laut Innenministerium 71 700 Einsätze.

Bei den Rettern verursacht das nicht nur Frust und Kosten: Bei jedem Fehlalarm besteht auch die Gefahr, dass sie zu spät zu einem echten Einsatz kommen. „Jeder Fehlalarm bindet unnötig Ressourcen“, warnt Landesbrandmeister Hannes Möller. „Das ist besonders gefährlich, wenn die Kameraden unterwegs sind und woanders tatsächlich ein Feuer ausbricht.“

In den seltensten Fällen steckt böser Wille hinter den blinden Alarmen: 66 Mal wurden die Feuerwehren absichtlich in die Irre geführt (2014: 67). Innenminister Lorenz Caffier (CDU) warnt: „Wer absichtlich oder wissentlich Notrufe missbraucht, macht sich strafbar. Laut Strafgesetzbuch kann das mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe geahndet werden.“

Viel häufiger alarmierten Augenzeugen jedoch die Feuerwehr, weil sie eine Situation falsch eingeschätzt haben. Dafür hat Brandmeister Möller in gewissem Rahmen Verständnis: „Wenn die Bürger aufpassen und die Feuerwehr alarmieren, ist das erst mal richtig. Aber vielleicht könnten sich viele Fehlalarme verhindern lassen, wenn der Anrufer vorher noch einmal genauer hinschaut.“

Ein Anzeichen dafür, dass ein Feuer keine Gefahr darstellt, könne etwa sein, dass sich Menschen in der Nähe aufhalten. „Das deutet darauf hin, dass das Feuer beabsichtigt ist: etwa Laub verbrennen in einer Gartenanlage oder eine Feuerschale auf der Terrasse“, erklärt Möller. „Wenn man aber den Eindruck hat, ein Feuer nicht mehr beherrschen zu können, sollte man auf jeden Fall die 112 wählen.“

Den größten Anteil an den Fehlalarmen haben immer noch Brandmeldeanlagen, die 1469 unnötige Einsätze auslösten (2014: 1721). „Das ist besonders ärgerlich, wenn die Anlagen in einem Unternehmen nicht richtig gewartet wurden oder vergessen wird, sie bei Reinigungs- oder Bauarbeiten auszuschalten“, sagt Möller. Denn solche Anlagen reagieren auf Staub oder Dampf teilweise wie auf Rauch.

Wenn dann tatsächlich die Feuerwehr mit Blaulicht am Werkstor steht, ist das für Firmenchefs oft ein heilsamer Schock: „Manche zeigen sich danach sehr kooperativ und fragen, was sie besser machen können“, sagt Möller. Schließlich müssen Firmen für die Kosten der Einsätze aufkommen – wie alle, die absichtlich oder grob fahrlässig Fehlalarm auslösen. Die Höhe der Gebühren legen die Gemeinden fest.

Bei normalen Rauchmeldern, die in Wohnungen zu Fehlalarmen führen könnten, gebe es bei den Feuerwehren eine gewisse Akzeptanz, meint Möller: „Wir wissen, wie nützlich die Geräte sind.“ Er rät, die Batterien regelmäßig zu prüfen: „Sonst gibt es Batteriealarm, den viele mit Rauchalarm verwechseln.“

Axel Büssem

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