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MV aktuell Film ab: MV für Drehs immer gefragter
Nachrichten MV aktuell Film ab: MV für Drehs immer gefragter
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00:00 01.08.2016
Schöne Kulisse: Schauspieler Ewan McGregor im Hollywood-Streifen „Ghostwriter“, der auf Usedom gedreht wurde. Der Blick aus dem Bürofenster geht auf die Dünen bei Peenemünde. Quelle: Kinowelt

Für die ARD-Komödie „Ackerpiraten“ sind in Dömitz und Schwerin gerade die letzten Klappen gefallen, für die geplante Verfilmung des Literatur-Bestsellers „Kruso“ von Lutz Seiler hofft Hiddensee auf Drehtage am Schauplatz des Romans. Film-Crews sind in Mecklenburg-Vorpommern keine Seltenheit mehr: Kinospielfilme, Dokumentationen und immer wieder Fernsehkrimis mit Ostseeblick entstehen im Nordosten.

Die Motive in MV sind noch nicht so verbraucht wie der Kölner Dom.“

Antje Naß, Film Commission MV

„MV ist als Drehort zunehmend gefragt“, sagt Antje Naß von der Film Commission MV in Schwerin, die zur gemeinnützigen Filmland Mecklenburg-Vorpommern GmbH gehört. Das Team wirbt bei Festivals für Produktionen im Land, vermittelt Location Scouts für die Suche nach Drehplätzen und hilft bei der Beschaffung von Drehgenehmigungen.

Die Mühen tragen Früchte: „Im Jahr 2014 hatten wir 31 Film- und Fernsehproduktionen im Land mit zusammen 238 Drehtagen“, berichtet Naß. Im Jahr darauf seien es 314 Drehtage für 43 Produktionen gewesen und im ersten Halbjahr 2016 bereits 304 Drehtage für 34 Produktionen. Darunter waren in diesem Jahr schon neun abendfüllende TV- und Kinofilme oder Serien.

„Lieblingsdrehorte“ seien die Ostsee, das Grand Hotel Heiligendamm und die Steilküste bei Ahrenshoop, sagt Naß. Das Rückgrat des Filmwesens im Land seien die erfolgreichen Krimiserien „Soko Wismar“, der Usedom-Krimi mit Katrin Sass, der Rostocker Polizeiruf und „Stralsund“. Im Vergleich zu Filmzentren wie Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Berlin-Brandenburg sind das immer noch kleine Brötchen.

Doch es reicht für eine überschaubare Dienstleistungsbranche, die mit den Produktionen ihr Geld verdient. So hat sich in Wismar „MV Casting“ etabliert. Die Firma vermittelt Kleindarsteller für Filmdrehs. In ihrer Datenbank haben die Chefs Anja Clausen und Björn Heinrich 2500 Mecklenburger und Vorpommern, die hin und wieder vor der Kamera stehen.

„Die Motive in MV sind noch nicht verbraucht wie zum Beispiel der Kölner Dom“, begründet Naß' Kollege Marco Voß die wachsende Nachfrage nach Drehorten im Nordosten. Viele Szenen in Filmen spielten zum Beispiel auf Flughäfen. Rostock-Laage werde gern als Drehort genommen, weil dort relativ leicht Drehgenehmigungen zu bekommen seien.

Eine wichtige Rolle spielen der Flughafen und vor allem das Grand Hotel Heiligendamm in dem internationalen Spielfilm „Le Confessioni“ von Roberto Ando, mit Stars wie Daniel Auteuil, Lambert Wilson und Moritz Bleibtreu. Der Streifen wurde 2015 zu großen Teilen im Nordosten gedreht und gewann den Preis der Ökumenischen Jury beim diesjährigen Filmfestival von Karlovy Vary in Tschechien, wo er seine Weltpremiere feierte.

Naß wünscht sich mehr Produktionen wie „Le Confessioni“ für den Nordosten. Der Werbeeffekt für das Land wäre gigantisch, meint sie. Allerdings gehörten Fördermittel ganz klar zum Geschäftsmodell großer Filmproduktionen. Die meisten Bundesländer haben darauf reagiert und eine wirtschaftliche Filmförderung mit Millionen-Budgets aufgelegt. In MV gibt es so etwas derzeit nicht.

Iris Leithold

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