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MV aktuell Finanz-Engpass: Nordic will Werftflächen in Rostock verkaufen
Nachrichten MV aktuell Finanz-Engpass: Nordic will Werftflächen in Rostock verkaufen
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06:32 14.01.2015
Rostocks OB Roland Methling Quelle: Ove Arscholl

Die Russland-Krise fordert Tribut auch in MV: Die Nordic-Werften des russischen Eigners Witalij Jussufow in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund geraten zunehmend in Schwierigkeiten. „Ganz offensichtlich gibt es einen Engpass in der Finanzierung bei Nordic Yards“, sagte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) der OSTSEE-ZEITUNG.

Der Verwaltungschef der Hansestadt stützt sich bei seiner Aussage auf die Absicht Nordics, das Werft-Areal in Warnemünde zu verkaufen — und das zu einem möglichst hohen Preis. „Jussufow will mehr als 60 Hektar veräußern. Er hat den Wunsch genannt, einen Teil davon als Wohngebiet auszuweisen. Dadurch soll der Quadratmeterpreis auf bis zu 150 Euro steigen“, erklärte Methling, schränkte aber gleichzeitig ein: „Baufachlich und planungsrechtlich ist das nicht möglich.“ Stadt und Land hätten unabhängig voneinander Wertgutachten in Auftrag gegeben. Einhelliges Ergebnis: Pro Quadratmeter Gewerbegebiet dürften nur bis zu 35 Euro bezahlt werden. Das macht unterm Strich maximal 21 Millionen Euro.

Methling betonte, Jussufow sei seit 25 Jahren der einzige Unternehmer, der massiv in den Standort investiert habe. Das rechne er ihm hoch an. Dennoch könne die Stadt dem Wunsch auf Wohnbebauung nicht nachkommen, „auch weil wir dort ein Gewerbegebiet in dieser Größe brauchen“. Laut Methling haben Stadt und Land allenfalls Interesse an einer relativ kleinen Fläche. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte bereits im vergangenen April erklärt, in Verhandlungen über elf Hektar für Kreuzfahrtschiffe zu stehen. Nach OZ-Informationen will Nordic am Standort bleiben, die nötigen Flächen künftig jedoch vom kommenden Besitzer anmieten. Gespräche sollen zurzeit mit zahlreichen Interessenten laufen, darunter auch Unternehmen aus China. Wie dringend Nordic Geld braucht, belegt ein Blick auf die Auftragslage. Laut Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC laufen Ende Februar die letzten Arbeiten an zwei baugleichen Spezialschiffen für das russische Transportministerium aus. Im Anschluss verbleibt nur noch ein einziger Auftrag in den Büchern: die Offshore-Plattform „DolWin gamma“ für den französischen Energiekonzern Alstom Grid. Auslieferung: 2017. Der Stralsunder IG-Metall-Bevollmächtigte Guido Fröschke zeigte sich besorgt: „Alle sind sichtlich nervös wegen der Aufträge.“ Am 4. Dezember gab das Wirtschaftsministerium im Finanzausschuss des Landtages Auskunft zu Nordic. Sämtliche Informationen und Protokolle sind seitdem unter Verschluss.

Nordic Yards haben bislang im Bundesanzeiger noch keine Bilanz für 2013 veröffentlicht. Allein 2012 musste Jussufow 18,2 Millionen Euro aus Eigenmitteln aufbringen, um Verluste der Werft auszugleichen. Nordic selbst wollte sich gestern auf Anfrage nicht äußern, auch nicht zu dem Gerücht, dass ab März Teile der Belegschaft Kurzarbeit beantragen müssen. Seite 2

Nordic muss bis Ende 2017 weitere 250 Jobs schaffen
500 Arbeitsplätze bis Ende 2017: So lautet die Jobgarantie, die Witalij Jussufow vor der Übernahme der Volkswerft Stralsund Mitte 2014 abgeben musste. Den ersten Teil der Garantie hat Nordic erfüllt: Seit Ende 2014 arbeiten rund 250 Mitarbeiter in Stralsund — inklusive Auszubildende.



Jörg Köpke

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