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MV aktuell Firmen bauen Glasfasernetze aus
Nachrichten MV aktuell Firmen bauen Glasfasernetze aus
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00:01 07.12.2017
Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag des Landes Quelle: Foto: Anja Levien
Rostock

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es erheblichen Nachholbedarf beim Ausbau der Datenautobahnen im Gigabit-Bereich. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sei der Aufbruch in die „Gigabit-Gesellschaft“ dringend erforderlich, betont Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag MV. Dafür brauche es „Glasfasernetze und zwar bis in jede Wohnung“. Derzeit sind in Mecklenburg-Vorpommern lediglich drei Prozent der Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen.

Einigen Kommunen geht der öffentlich geförderte Ausbau nicht schnell genug. In diese Lücke stoßen Anbieter wie die Deutsche Glasfaser Holding GmbH. Seit Monaten rührt die Firma aus Borken (Nordrhein-Westfalen) in einigen Gemeinden im Landkreis Rostock die Werbetrommel. Das Prinzip: Die Deutsche Glasfaser versucht, in der jeweiligen Gemeinde mindestens 40 Prozent der Haushalte als Kunden zu gewinnen. Wird diese sogenannte Anschlussquote erreicht, verlegt das Unternehmen den Anschluss ans Haus kostenfrei, der Kunde bindet sich aber für einen bestimmten Zeitraum an die Leistungen. Bislang habe das Unternehmen bundesweit rund 375000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 300000 Haushalte angeschlossen.

Die ersten Gemeinden in MV haben jetzt den Zuschlag bekommen. Im Frühjahr werden Glasfaserkabel in den Orten Lambrechtshagen, Sievershagen, Admannshagen und Rabenhorst verlegt, erklärt Unternehmenssprecher Dennis Slobodian. In Stäbelow, Kritzmow und Ziesendorf seien die Fristen verlängert worden. „Wir sind zuversichtlich, dass wir auch dort die 40 Prozent erreichen werden“, so Slobodian. Auch mit anderen Gemeinden im Nordosten sei das Unternehmen im Gespräch.

Viele Anwohner und Bürgermeister würden die Projekte unterstützen. „Sie sind überzeugt, dass Glasfaser zukunftsfähig ist“, so der Sprecher. Dennoch gebe es auch Bedenken, etwa dass Vorgärten bei den Bauarbeiten aufgerissen werden oder es versteckte Kosten gebe. Dies würde jedoch nicht zutreffen.

„Die Politik singt derzeit das Hohelied auf die Glasfaser“, sagt der Sprecher der Deutschen Telekom AG, Georg von Wagner. Und tatsächlich biete diese Technologie viele Vorteile: Glasfaser sei zukunftsträchtig, werde noch in zehn, 15 Jahren aktuell sein. Sie sei günstiger in der Herstellung als Kupferkabel, zudem könnten sehr hohe Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde und mehr erreicht werden. Gemeinsam mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen startete die Telekom vor Kurzem das größte Glasfaser-Projekt in Deutschland. Gefördert von Bund und Land sollen bis Ende 2019 40000 Haushalte und Unternehmen in 63 Gemeinden mit Glasfaser versorgt werden. Diese Anschlüsse würden Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde beim Herunterladen erreichen.

Dennoch müsse Glasfaser nicht zwingend bis in jedes Haus verlegt werden. „Wir glauben nicht, dass es zielführend ist, Gigabit-Anschlüsse überall hinzubringen, weil es zum einen sehr kostenintensiv ist und zum anderen sehr langwierige Bauarbeiten nach sich zieht“, sagt Telekom-Sprecher Georg von Wagner. Die Telekom setze daher auf den sogenannten Glasfaser-Vectoring-Ausbau, d.h. die Nachrüstung von Kupferkabeln. Auf die Weise könnten ländliche Regionen zügig mit schnellem Internet versorgt werden.

Axel Meyer

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