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MV aktuell Flüsse tragen Nährstoffe in Ostsee
Nachrichten MV aktuell Flüsse tragen Nährstoffe in Ostsee
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00:00 11.08.2018

Berlin. Die Menge der Nährstoffe und Schwermetalle, die aus Deutschland in die Ostsee gelangt, geht nach amtlichen Daten seit 2006 nur leicht zurück.

Gülle aufs Feld – Nitrat in der See. Quelle: Foto: Patrick Pleul/dpa
Jochen Lamp, Leiter WWF- Ostseebüro Quelle: Foto: Sauer/dpa

Insgesamt seien „stagnierende beziehungsweise leicht abnehmende Trends“ zu verzeichnen, heißt es in einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Frage der Grünen. Jedoch schwankten die Mengen teils erheblich. So würden in niederschlagsreichen Jahren mehr Nähr- und Schadstoffe über Flüsse eingetragen, die in die Ostsee münden. Die Stoffe stammten vielfach aus Landwirtschaftsflächen.

Im Jahr 2016 gelangten der Antwort zufolge 11 943 Tonnen Stickstoff aus Deutschland in die Ostsee. Im Jahr 2006 waren es nach Daten des Umweltbundesamts (UBA) 15 327 Tonnen. Zwischenzeitlich gab es einen Spitzenwert von 28 873 Tonnen im Jahr 2007. Der niedrigste Wert in der Zehn-Jahres-Spanne waren 9630 Tonnen 2014.

Wenn zu viele Nährstoffe in die Ostsee gelangen, ist dies ein Umweltproblem. Wird das Meer überdüngt, vermehren sich  mikroskopisch kleine schwebende Algen und große, festsitzende Algen stark.

Es treten demnach auch häufiger Blüten teils giftiger Algen sowie von Blaualgen auf. Algenteppiche driften auch immer wieder an die Strände Mecklenburg- Vorpommerns.

Stickstoff ist ein unentbehrlicher Nährstoff für Lebewesen. Ein Problem entsteht, wenn zum Beispiel über Dünger mehr davon in den Boden gelangt, als die Pflanzen aufnehmen können. Dann kann er über Flüsse ins Meer gelangen. In die Ostseezuflüsse Oder, Schwentine, Warnow, Peene und Trave gelange der größte Teil – etwa 80 Prozent – des Stickstoffs über landwirtschaftlich genutzte Flächen, schreibt das Umweltministerium. Das geschehe hauptsächlich über Grundwasser und Dränagen. Phosphor gelange etwa zur Hälfte über Agrarflächen in die Gewässer.

Für die Landwirtschaft in Deutschland gelten seit Sommer 2017 strengere Düngeregeln. Dazu gehören etwa Obergrenzen für Stickstoff und längere Düngeverbote. Bis dies Wirkung zeigt, dürfte es aber noch dauern.

Für die Ostsee sind solche Zuflüsse auch deshalb ein Problem, da ihr Wasser nur langsam wechselt. „Die Ostsee braucht bis zu 30 Jahre, um einmal den ganzen Wasserkörper auszutauschen“, sagte Jochen Lamp, Meeresexperte der Umweltorganisation WWF. Sauerstoffreiches, frisches Wasser gelange vor allem mit den Weststürmen in die Ostsee, die Wasser aus der Nordsee brächten. „Inzwischen ist der Wasserkörper der Ostsee auch in küstenfernen Bereichen überdüngt“, sagte Experte Lamp. Früher sei das Problem auf Buchten und die Umgebung von Kläranlagen begrenzt gewesen.

OZ

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