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MV aktuell Airline streicht Linien: Flughafen Rostock in Brexit-Turbulenzen
Nachrichten MV aktuell Airline streicht Linien: Flughafen Rostock in Brexit-Turbulenzen
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06:44 06.12.2018
Die britische Fluggesellschaft BMI Regional hebt von Laage nach Stuttgart und München ab. Eine Linie wird nun eingestellt, die zweite ist in Gefahr. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union – er bringt nun auch den größten Airport des Landes in Turbulenzen: Die britische Fluggesellschaft BMI Regional, eine der wichtigsten Airlines auf dem Flughafen Rostock-Laage, könnte durch den Brexit in massive Schwierigkeiten geraten. Schon jetzt stellt sich BMI darauf ein und streicht ab Anfang Januar die Flugverbindung von der Ostsee nach Stuttgart. Auch der täglichen Verbindung nach München droht 2019 das Aus

Auch München-Flüge in Gefahr

Kommentar zum Thema:
Dem Flughafen droht eine harte Landung – aber er kann dafür nur wenig

„Ja, BMI Regional wird die Stuttgart-Verbindung am 6. Januar zum letzten Mal fliegen“, bestätigt Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin des Flughafens auf OZ-Nachfrage. Schon jetzt hätten die Briten ihr Angebot reduziert. Statt täglicher Flüge gibt es „nur“ noch drei pro Woche in Richtung Schwaben.

Auch der Linie nach München – diese Verbindung ist vor allem für Geschäftsreisende aus ganz MV wichtig – droht das Aus: „Wenn es zu einem harten, ungeregelten Brexit kommt, wird BMI von einem Tag auf den anderen alle innereuropäischen Linien einstellen müssen. Auch unsere nach München“, so Hausmann. Sämtliche Streckenrechte müssten dann zunächst zwischen Deutschland und Großbritannien neu geregelt werden. „BMI bereitet sich auf den Brexit vor, bemüht sich auch um deutsche Lizenzen“, so Hausmann.

Airport 2018 mit neuem Rekord

In diesem Jahr wird der Flughafen Rostock-Laage trotz der drohenden Probleme erneut einen neuen Fluggast-Rekord verkünden können, sagt die Airport-Chefin. Sie rechnet mit 300 000 Passagieren, die bis Jahresende in Laage landen oder abheben werden.

2019 aber werde es definitiv keine neuen Bestmarken geben: „Uns fehlt in den Planungen schon jetzt die Verbindung nach Stuttgart und Köln“, so Hausmann. Nach nicht mal vier Monaten hatte die belgische Fluggesellschaft VLM im September ihre Flüge von Rostock an den Rhein und nach Antwerpen wieder eingestellt. Der Schritt wurde mit „Umstrukturierungen“ im Unternehmen begründet.

Sollte BMI wirklich auch die München-Linie einstellen, hat Hausmann einen Plan B: „Wir wollen einen ähnlichen Weg gehen wie die Usedom.“ Dort beteiligt sich die Tourismusbranche an den Kosten für Urlaubsflüge nach Heringsdorf, sichert die Verbindungen finanziell ab. „Ein ähnliches Modell können wir uns in Rostock mit der Wirtschaft vorstellen.“

Wirtschaft entsetzt

Die Wirtschaftsverbände im Land reagieren geschockt auf die Neuigkeiten vom Flughafen: „Wir haben immer gedacht, der Brexit schadet vor allem den Briten selbst. Aber das auch wir darunter leiden werden, hatten wir nicht erwartet“, so Manuela Balan, Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes Mittleres Mecklenburg. Vor allem das drohende Aus für die München-Linie sei ein Schlag: „Unsere Unternehmen brauchen Verbindungen zu den Drehkreuzen – München, Frankfurt, Kopenhagen. Wir machen Geschäfte in aller Welt“, so Balan.

Auch Sven Olsen, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehr bei der Industrie- und Handelskammer Rostock, spricht von schlechten Nachrichten für den Wirtschaftsstandort MV: „Die Flugverbindungen nach München und Stuttgart sind für den Geschäftsreiseverkehr in der Region von hoher Bedeutung. Es sollte alles daran gesetzt werden, sie zu erhalten.“ Die IHK zeigte sich offen für Gespräche über einen Fonds, um Linie finanziell abzusichern.

Andreas Meyer

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