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Flugzeug-Absturz vor Usedom: Von den Insassen keine Spur

Kamminke Flugzeug-Absturz vor Usedom: Von den Insassen keine Spur

Südlich der Insel ist ein Kleinflugzeug mit drei Insassen abgestürzt / Erste Wrackteile wurden geborgen / Die Frau und zwei Männer aus Hessen bleiben vermisst

Kamminke. /Michelstadt. Polizei und Feuerwehr haben gestern auf dem Stettiner Haff die Suche nach dem Kleinflugzeug fortgesetzt, das seit Sonntag vermisst wird. Das Flugzeug vom Typ TB 20 war mit drei Insassen, eine Frau und zwei Männer (Anfang 50 und 60) aus Hessen, gegen 10 Uhr vom Flughafen Heringsdorf mit Ziel Michelstadt (Odenwald) gestartet. Laut Polizei gab es kurz nach dem Start keinen Kontakt mehr mit einem anderen Flugzeugpiloten, der kurz vor dem vermissten Flugzeug gestartet war. Deshalb wurde vermutet, dass die Maschine südlich des Flughafens ins Stettiner Haff abgestürzt ist.

 

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Noch am Sonntagabend begann die Suche – ein Rettungshubschrauber des Marinekommandos Glücksburg, zwei Schiffe der DGzRS Bremen und der Polizeihubschrauber der Landespolizei kamen zum Einsatz. Etwa eine Seemeile südlich von Neverow, Ortsteil der Gemeinde Dargen, konnten Einsatzkräfte Wrackteile eines Flugzeugs im Wasser lokalisieren und den Bereich eintonnen. Die Wrackteile wurden noch Sonntag geborgen. Wegen der einsetzenden Dunkelheit und der schlechten Sichtverhältnisse wurde die Suche abgebrochen und gestern fortgesetzt. Gegen Mittag waren es über 30 Einsatzkräfte, die im Kamminker Hafen zusammengezogen wurden. „Wir haben die Polizeitaucher aus Schwerin angefordert, Kräfte der Stralsunder Berufsfeuerwehr und der Ahlbecker Feuerwehr werden auch erwartet“, sagt Nicole Buchfink aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. Taucher sollten die etwa vier Meter tiefe Stelle im Haff, wo das Wrack vermutet wird, genauer untersuchen. Insgesamt sieben Boote wurden auf dem Haff für die Suche eingesetzt. Weitere Wrackteile wurden gestern nicht gefunden.

Mit Thomas Kostrzewa war ein Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung Braunschweig vor Ort. Die hat gemeinsam mit der Kriminalpolizei Anklam die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Zum möglichen Absturz konnte Kostrzewa gestern keine Angaben machen. „Wir sammeln erst einmal alle Informationen. Das betrifft den Startflugplatz, die Wetterinformationen, die Radarspur und mögliche Zeugen.“

Bei den Vermissten soll es sich um zwei erfahrene Piloten handeln. Einer der Männer sei mehr als sechs Jahre, der andere schon etwa 20 Jahre lang geflogen. Wie gestern ein Sprecher des Flugplatzes im hessischen Michelstadt (Odenwaldkreis) erklärte, war das Trio am Freitag zur Insel Usedom geflogen. Dabei seien sie von einer Maschine begleitet worden, die am Sonntag zurückgekehrt war.

Gestern am späten Nachmittag lief die Suche auf dem Wasser noch immer auf Hochtouren. „Wir sind dabei, anhand der Radardaten die letzte Position des Flugzeuges noch präziser zu bestimmen, um die Suche nach dem Wrack noch effektiver zu gestalten“, sagte Jens Friedemann, Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

Im Oktober 2014 war ein Leichtflugzeug ebenfalls im Stettiner Haff abgestürzt. Beim Unglück vor Garz war der 58-jährige Pilot aus Heringsdorf ums Leben gekommen. Die Maschine war vom Flughafen Heringsdorf in Zirchow zu einem halbstündigen Trainingsflug gestartet und nicht zurückgekehrt.

Das Stettiner Haff ist etwa 22 Kilometer lang und bis zu 52 Kilometer breit und nach Fläche fast doppelt so groß wie der Bodensee.

Henrik Nitzsche

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