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Forsa-Studie: Arbeitslosigkeit bleibt das Hauptproblem

Schwerin Forsa-Studie: Arbeitslosigkeit bleibt das Hauptproblem

Zwei Drittel der Bürger in MV nennen die Lage am Arbeitsmarkt als ihre größte Sorge.

Schwerin. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung sorgen sich die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern unvermindert um Job und Verdienst. Zwei von drei Bürgern (60 Prozent) nennen die Lage am Arbeitsmarkt als Hauptproblem im Land. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, die der OZ exklusiv vorliegt. Die Meinungsforscher haben im Februar 1500 Wahlberechtigte in Land befragt.

Auch das anhaltend niedrige Lohnniveau treibt die Menschen um. 13 Prozent erklären, dass ihnen zu niedrig empfundene Löhne und Gehälter die größten Sorgen machen. Im Nordosten erhalten zurzeit 46 831 Arbeitnehmer als „Aufstocker“ zusätzlich Geld vom Staat. Sieben Prozent der Befragten klagen über eine generell schlechte ökonomische Lage, sechs Prozent fühlen sich von Armut bedroht. 18 Prozent zeigen sich über die anhaltende Abwanderung junger Menschen besorgt. Nur 32 Prozent bezeichnen ihre wirtschaftliche Situation als gut, Diese Ergebnisse decken sich mit denen einer Umfrage des Meinungsforschungsservices Dukath im Auftrag der OZ. Danach stufen mehr als 83 Prozent der Befragten das Problem „Arbeitslosigkeit“ als „sehr wichtig“ ein. Es folgen „Soziales“ (66 Prozent), „Rechtsextremismus und Ausländerhass“ (60 Prozent) und „Kriminalität“ (53 Prozent).

Laut Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr befindet sich der Arbeitsmarkt in Schieflage. Fachkräftemangel und freien Ausbildungsstellen stehe eine hohe Zahl von Langzeitarbeitslosen und Ausbildungsabbrechern gegenüber. „Es war falsch, in einer solchen Situation die aktive Arbeitsmarktpolitik zurückzufahren“, so Suhr. Linksfraktionschef Helmut Holter wirft der Landesregierung vor, sich auf den demografischen Wandel zu verlassen. Bei der Bekämpfung des Niedriglohnsektors habe die Regierung versagt. Das Land müsse raus aus dem Lohnkeller — mit einem gesetzlichen Mindestlohn „ohne Wenn und Aber“.

Die Schweriner Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) räumt dem Kampf gegen Arbeitslosigkeit „erste Priorität“ ein. Und es gibt Hoffnung: Ein Drittel (33 Prozent) der von Forsa Befragten rechnet künftig mit einer Verbesserung der eigenen Lage. Nur 18 Prozent sagen, es werde ihnen schlechter gehen.

 



Jörg Köpke

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